Erst vor wenigen Tagen wurde das Urteil im Fall um die Steuerhinterziehungs-Affäre des ehemaligen Ninjas in Pyjamas-Besitzers Stockholm E-Sport Produktion AB verkündet. Nun folgen weitere Schlagzeilen, die die Traditions-Organisation weiter belasten. Journalist Richard Lewis will in Erfahrung gebracht haben, dass den Spielern noch eine größere Summe an Preisgeldern sowie zusätzlichen Erlösen vorenthalten wird.
Im August 2015 soll Ninjas in Pyjamas den fünf CS:GO-Spielern noch über 300.000 US-Dollar geschuldet haben. Diese Summe soll in den folgenden Monaten auf rund 80.000 US-Dollar abgebaut worden sein. Per Lilliefelth, CEO von NiP, weist die Schuld von sich und zeigt dabei auf diverse Turnierveranstalter. Diese wiederum stritten ab, die Auszahlung von Preisgeldern versäumt zu haben und betonten, dass sie mehrfach nach den benötigten Unterlagen fragen mussten.
Zusätzlich soll laut Lewis die Organisation zwischen 20.000 und 30.000 US-Dollar aus Stickererlösen der ESL One Katowice einbehalten haben, da die Spieler angeblich ihrer Verpflichtung, 50 Stunden pro Monat zu streamen, nicht nachkamen. Der Versuch, die ausstehenden Zahlungen in einer Tabelle übersichtlich und nachvollziehbar festzuhalten, schlug scheinbar fehl, da diese seit ihrer Erstellung nicht mehr aktualisiert worden sein soll.
Damit schreibt NiP ein weiteres dunkles Kapitel, nachdem vor kurzem schon die Steuerhinterziehungs-Affäre um den ehemaligen Eigentümer Schlagzeilen machte. Emil 'HeatoN' Christensen, der als Aufsichtsrat der Organisation fungierte, kam dabei noch glimpflich davon: Der ehemalige Spieler wurde zu einer Bewährungsstrafe sowie einem Bußgeld verurteilt. Der Schwede zeigte sich erleichtert über das Urteil und beteuerte erneut, vom Vergehen der drei ehemaligen Geschäftsführer nichts gewusst zu haben. Über das Strafmaß des Hauptverantwortlichen ist nichts bekannt.
Dass sich diese Themen negativ auf die Leistung der fünf Spieler auszuwirken scheinen, ist keine Überraschung. Bei der DreamHack Open in Cluj schied NiP sang- und klanglos auf zwei Maps gegen Na’Vi im Halbfinale aus. Somit geht die lange Durststrecke für das schwedische Team weiter.