In den vergangenen Wochen und Monaten hat mTw die Rückkehr mehrerer Spieler vom legendären dänischen Lineup mTw.dk bekanntgegeben. Im ersten Teil des Interviews mit readmore.de sprach Manager Alexander „VanDyk“ van Dyk über das Roster und enthüllte exklusiv Danny 'zonic' Sørensen als den fünften Akteur.
Wie laufen die aktuellen Planungen für das neue mTw-Team? Bist du mit dem jetzigen Stand zufrieden?
Alexander van Dyk: Man hatte mich gefragt, ob ich nicht den Willen und die Lust habe, die Marke mTw neu aufzubauen, nachdem der Clan vor ein paar Jahren geschlossen wurde. Das ist mir am Anfang mehr oder weniger nicht geglückt, denn es fehlte vor allem der Partner, der finanzielle Unterstützung leisten konnte. Wir haben nun mit Azubu einen neuen Hauptpartner und außerdem zwei weitere Partner, die wir in der ersten Woche des neuen Jahres bekanntgeben werden. Dadurch haben wir die Möglichkeit bekommen, uns ein neues Lineup zusammenzustellen. Da sich der eSport mittlerweile stark gewandelt hat und die Spieler ein entsprechend hohes Gehalt fordern, starteten wir zunächst mit einem Academy-Team. Mit dem Budget, das wir erhalten haben, fiel der Entschluss, die alten Jungs wiederzuholen. Dieser Plan bestand schon vor einem Jahr, allerdings gelang dies aufgrund der finanziellen Aspekte damals nicht.
Wir announcen die Spieler immer schrittweise, um eine gewisse Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Es geht uns und mir natürlich auch darum, unseren neuen und vielleicht auch zukünftigen Partnern zu zeigen, dass der Name mTw im Bereich der Marketing- und Community-Reichweite oben mithalten kann. Ich bin mit dem Ergebnis sehr überrascht, denn für mich war es etwas unterwartet, dass so viele Leute diesen Schritt der Spieler befürworten würden.
Die Bedenken der Skeptiker drehen sich vor allem darum, dass die bisher angekündigten Spieler sich einen großen Namen in Counter-Strike 1.6 gemacht haben und diesem in CS:GO vielleicht nur schaden werden. In dieser Hinsicht ist vor allem auch die Perspektive der Spieler interessant. War es schwierig, diese mit ins Boot zu holen?
Es war überhaupt nicht schwer. Mit einer Person, die bisher noch nicht offiziell zum neuen Team gehört, hatte ich schon lange Kontakt. In diesem Fall war es ein Aufwand von fünf Minuten. Wir haben darüber gesprochen, wie groß das Risiko für mTw und wie groß das Risiko für den Spieler wäre. Das haben wir bewusst angesprochen und thematisiert, auf was sich die Spieler da einlassen. Jeder von ihnen hatte schon vorher versucht, einen Schritt in die Aktivität zu machen. Alexander (Anm. d. Red.: Alexander „ave“ Holdt) hatte schon länger gefragt, ob wir etwas geplant haben. Für uns lag dann klar auf der Hand, dass wir gesagt haben: „Wir machen das mit euch.“ Die Zustimmung der Spieler kam innerhalb von 48 Stunden. Allen Beteiligten ist klar, dass wir viel aufzuholen haben, aber das hält uns nicht davon ab, den Schritt des Wiedereinstiegs zu gehen.
Ich möchte diese Gelegenheit außerdem nutzen, um den fünften Spieler des Teams offiziell bekanntzugeben: Es wird Danny „zonic“ Sørensen sein, der bereits zwischen 2007 und 2011 für mTw.dk spielte. Er war bis vor kurzem auch Coach von Team Dignitas.
Die Spieler sind heiß auf ihr Comeback und ihr seid zuversichtlich, dass der Wiedereinstieg langfristig erfolgreich verlaufen wird?
Ich bin definitiv davon überzeugt, dass das Projekt erfolgreich verlaufen wird, denn sonst wäre ich nicht in der Lage, den Gehaltsforderungen nachkommen. Der Lebensunterhalt in Dänemark ist höher als in Deutschland, wenn die ganzen Steuern miteinbezogen werden, die wir aufbringen müssen, um den Spielern ein Profi-Dasein in Vollzeit zu ermöglichen. Es ist mir bewusst, dass das Team Zeit brauchen wird, um erfolgreich zu sein. Alexander hatte zum Beispiel bis vor zwei oder drei Monaten nicht viel mit Counter-Strike am Hut. Ich glaube aber, dass das Team mit ihm einen der besten Ingame-Leader besitzt, die die damalige Szene zu bieten hatte, und den Wiedereinstieg schaffen kann. Ich gehe davon aus, dass wir in fünf bis sechs Monaten vielleicht auf einem Niveau sind, auf dem wir mit Major-Invites rechnen und dort auch mithalten können.
Es meldeten sich unter anderem auch einige Skeptiker zu Wort, die auf den fehlgeschlagenen Versuch von mTw, mit dem deutschen Lineup von 2014 den Clan wiederzubeleben, verweisen. Was würdest du ihnen sagen, damit sie vielleicht etwas mehr Vertrauen haben?
Ich muss zunächst sagen, dass ich erst seit ein paar Monaten im Boot bin. Ich war natürlich auch daran beteiligt, als das deutsche Team verpflichtet wurde. Das war rein PR-technisch. Wir wollten schauen, wie groß der Effekt ist, wenn mTw zurück in die Szene kommt. Den Skeptikern möchte ich sagen: Wartet einfach mal ab und schaut erst einmal, was wir in den nächsten drei bis vier Monaten vorhaben. In vier bis fünf Monaten können sich diese Leute dann gerne persönlich bei mir melden und mir sagen, dass sie es doch gewusst haben. Sie können aber auch sagen, dass sie eines Besseren belehrt wurden. Ich stehe ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Natürlich ist die Erwartungshaltung für die Anfangsphase entsprechend niedrig, da für die Spieler seit ihrem Karriereende viel Zeit vergangen ist. Wie sieht es aber beispielsweise in einem Jahr aus?
In den ersten Monaten ist die Erwartungshaltung beim CS:GO-Team natürlich gering. Es ist aber so, dass wir in etwa einem Jahr um Titel mitspielen wollen.
Auf mTw als Ganzes bezogen: Wir haben zwei weitere Partner, die wir Anfang des nächsten Jahres bekanntgeben möchten. Diese werden dann auch einen großen Einfluss auf die Zukunft haben und diese mitgestalten, denn ohne sie ist es heutzutage nicht möglich, Gehälter in diesem Bereich zu bezahlen. Wir suchen definitiv nach einem Dota 2-Team und wir werden uns außerdem auf dem FIFA- sowie Hearthstone-Markt umschauen. Je nachdem, wie stark Blizzard Overwatch pusht, könnte dies auch eine Alternative für uns werden. Ich bin allerdings jemand, der erst einmal die Finger von neueren Spielen lässt. Ich habe zwar mitbekommen, dass Fnatic sich schon ein Team ausgesucht hat und andere Organisationen da mitziehen werden. Da Spieler, die einen Beta-Key bekommen haben, in dieser Hinsicht aber bevorzugt sind, bin ich etwas vorsichtig. Im ersten Quartal von 2016 wollen wir uns aber mit einem Dota 2-Team beschäftigen, denn das steht an erster Stelle auf unserer Liste.
Ein großer eSport-Titel fehlt in dieser Auflistung aber noch.
Genau. An League of Legends wollen wir uns erst herantrauen, wenn wir auf sicheren Beinen stehen. Ich bin der Meinung, dass es da nur Sinn macht, wenn man ein LCS-Team hat. Für eSport-Unternehmen, wie die mTw Verwaltungs GmbH eine ist, macht es nur Sinn, sich auf dem höchsten Niveau zu duellieren. Der Kostenfaktor, den man aktuell aufbringen muss, um ein LoL-Team auf diesem Level zu verpflichten, ist nicht in dem Bereich, den wir uns aktuell erhoffen. Das Spiel ist zurzeit das kostspieligste Unterfangen, das man sich im eSport leisten kann. Dafür haben wir momentan absolut noch nicht die finanziellen Mittel. Du bist auch quasi nur auf dem Schirm der Community, wenn du in der LCS spielst.
Im morgen erscheinenden zweiten Teil des Interviews spricht der mTw-Manager über die Personalie SpawN und eine mögliche Teilnahme an der DreamHack in Leipzig.