Laut dem Gesetz ist eSport eigentlich noch illegal in Frankreich, da es unter Glücksspiel fällt. Dies ändert sich jetzt mit der Gründung einer Föderation und der Verabschiedung diverser Gesetze zum Thema.
Bereits letzte Woche wurde eine Föderation für den eSport in Frankreich gegründet. Die Organisation unter dem Namen „Fédération France-Esport“ arbeitet hauptsächlich als Vertreter der eSport-Szene gegenüber der Regierung. In ihr finden sich Turnierorganisatoren, Caster, Spieler und weitere Vertreter sowie auch Spieleentwickler.
Auf der Pressekonferenz wurden weitere Details bekannt gegeben. Zum Präsidenten wurde Mathieu Dallon gewählt, Gründer des ESWC. Jedoch wurde hier auch klar, dass die Föderation zunächst nicht viel allein ausrichten könne. Die entsprechende Machtzuweisung wurde zu diesem Zeitpunkt noch als Gesetzesvorschlag dem Parlament unterbreitet.
Gestern gab es das Voting über die Vorschläge des „Numeric Law“, welches auch einige Punkte zum eSport beinhaltet, unter anderem seine Anerkennung und Regulierung in Verträgen. Mit 322 zu einer Stimme wurde dieser Gesetzentwurf gestern dann durchgewunken.
In den nächsten Wochen oder Monaten muss im Parlament noch weiter über das Gesetz diskutiert werden und es wird wohl noch einiges daran geändert, bevor es endgültig verabschiedet wird. Aber dank der Föderation besteht viel Hoffnung, dass diese Veränderungen nicht zu radikal oder negativ ausfallen werden.
Bestandteil des Gesetzes ist allen voran die Anerkennung des eSport und die Distanzierung vom Glücksspiel. Darauf folgt die Definition, dass jeder als eSport-Akteur zu bezeichnen sei, der seinen Hauptverdienst durch das Ausüben von Videospielen erhält und im Arbeitsverhältnis mit einer anerkannten eSport-Organisation steht. Diese müssen durch den später zuständigen Minister erst anerkannt werden.
Dadurch würde das normale Arbeitsrecht auf alle Verträge bei eSport-Organisationen angewandt. Speziell die festen Laufzeiten von Verträgen werden benannt, aber natürlich gilt dann auch der Mindestlohn und die Versicherungspflicht sowie weitere Rechte.
Die Vertragsdauer orientiert sich dann an der Laufzeit einer „eSport-Saison“, welche regulär 12 Monate betragen soll. Ausnahmen seien nur gültig, wenn ein Spieler mitten in einer Saison, etwa als Ersatz für einen anderen, hinzugeholt würde. Sein Vertrag müsse dann bis zum Ende der Laufzeit gehen. Die Maximaldauer beträgt 5 Jahre.
Von den Verträgen müssen jeweils drei Kopien angefertigt werden. Enthalten sein muss natürlich der Vertragsstandard, ergo die zu erbringende Leistung, die Kompensation, Adressen beider Parteien, das Einstellungsdatum, der Krankenversicherer und alle möglichen Tarifsummen. Spieler müssen ihren Vertrag spätestens zwei Tage nach ihrer Einstellung erhalten, somit können diese auch nicht rückwirkend abgeschlossen werden.
Ein Vertrag kann nicht ohne beiderseitige Einstimmung aufgelöst werden. So kann auch kein Spieler für schlechte Leistung einfach entlassen werden. Weiterhin müssen alle Spieler einer Organisation gleich behandelt werden, wenn es um Trainingsmöglichkeit und Vorbereitung geht.
Im Gesetz werden außerdem die Strafen für Vertragsbrüche festgelegt. Eine Besonderheit ist, dass alle Verträge vom zuständigen Minister wohl unterzeichnet werden sollen. Ob sich dies später noch durchsetzen wird, ist fraglich. Mit ihrer Anerkennung vom Minister werden Organisationen aber überhaupt erst zertifiziert, solche Verträge auszustellen.