Ursprüngliche Meldung:
G2 Esports hat auf die heftige Kritik der westlichen Community reagiert und während des zweiten Tages beim Mid-Season Invitational ein Statement veröffentlicht, in dem die Organisation versucht, zu erklären, warum das Team im Vorfeld des Turniers eine Pause eingelegt hat, anstatt sich darauf vorzubereiten.
Im Statement heißt es unter anderem: „Nach einem harten Spring Split mit Training, Scrims und offiziellen Games für über zehn Stunden pro Tag, an sechs Tagen in der Woche und das über drei Monate, war es für die mentale Verfassung der Spieler wichtig, ein wenig freie Zeit außerhalb des Spiels zu haben, die eigene Familie zu besuchen und für das MSI sowie den Summer Split einen Reset durchzuführen.“
Als weitere Gründe führen die Verantwortlichen an, dass ein Bootcamp in China bzw. Asien aufgrund des Prozesses, für die Spieler ein Visa zu beantragen, sich als schwierig gestaltet hätte, da das Team erst nach dem LCS-Finale am 17. April wusste, ob es beim MSI mitspielen würde.
If you are so disgusted ( talking abt mostly reddit ) about some players or team attitud why dont you try to be a pro player damn bonobo
— Paul Boyer (@sOAZ) 5. Mai 2016
To everyone complaining about G2 not practising: They could have bootcamped in KR, but there was legitimately noone to play in EU. Sucks 🙂
— Maurice "Amazing" Stückenschneider (@Amazingx) 4. Mai 2016
In Europa sollen zum aktuellen Zeitpunkt keine LCS-Teams bereit sein, zu trainieren, weswegen die Idee des Bootcamps in Asien angeblich in Betracht gezogen wurde. Gegen Challenger-Teams in Europa zu spielen, wäre laut G2 Esports für das eigene Spielniveau beim MSI „schädlich“ gewesen. Aus diesen Gründen habe man sich dafür entschieden, nach dem LCS-Finale eine längere Pause zu machen und ohne Vorbereitung ins Turnier zu gehen.
Statement stößt ebenfalls auf Kritik
Das Statement wurde von der Community und bekannten Figuren der Szene überwiegend als „Schwachsinn“ abgestempelt. Vor allem die Aussage, dass Scrims gegen Challenger-Teams sich negativ auf das Team ausgewirkt hätten, erscheint von einem logischen Standpunkt aus geradezu lächerlich.
Außerdem wirkt auch die Begründung, warum ein Bootcamp in Korea nicht ausgerichtet wurde, alles andere als nachvollziehbar, denn europäische Spieler dürfen sich mit einem Touristen-Visum 90 Tage lang in Korea aufhalten. Somit hätte das Team nur wenige Tage nach dem Finale in Rotterdam in das Land des World Champions reisen können, um dort zu trainieren.
My rant on stream about teams not preparing for MSI:https://t.co/j4EPDSF1uz
— MonteCristo (@MonteCristo) 4. Mai 2016
Das Endspiel in der LCK fand erst am 23. April statt, sodass die ROX Tigers und SK Telecom T1 möglicherweise für jeden Trainingspartner dankbar gewesen wären. Zudem wurde eine Woche später noch die Relegation für den Summer Split der LCK ausgespielt, sodass in der Zeit vor dem MSI mindestens sechs koreanische Teams im vollen Spielbetrieb waren.
G2 Esports gewann den Spring Split der EU LCS als Aufsteiger und ging mit großen Ambitionen in das diesjährige MSI, bei dem ein Finaleinzug nicht als unrealistisch angesehen wurde. Nach den ersten beiden von insgesamt fünf Tagen in der Gruppenphase ist das Team der einzige Teilnehmer, der bisher noch kein Spiel gewinnen konnte. Vor allem das Debakel gegen Counter Logic Gaming am Donnerstag sorgte noch einmal für Gesprächsstoff in der westlichen Szene.
Ist interner Krach der Hauptgrund?
Gerüchten zufolge sollen die im Statement genannten Punkte nur Nebengründe sein, denn angeblich gibt es seit geraumer Zeit interne Probleme im Team. Luka 'Perkz' Perkovic soll sich für eine Trennung von der eigenen Bottom-Lane ausgesprochen haben, um die beiden Origen-Spieler Jesper 'Zven' Svenningsen und Alfonso 'Mithy' Aguirre Rodriguez zu verpflichten.
Diese wiederum sollen bei ihrem aktuellen Team mit der Einstellung mancher Akteure unzufrieden sein, wobei aus den Auftritten von Paul 'sOAZ' Boyer und Maurice 'Amazing' Stückenschneider auf Twitter offensichtlich wird, dass, falls dieses Gerücht stimmen sollte, vor allem die beiden Veteranen gemeint sein dürften.