Auf den Predator Masters hat sich readmore.de den PENTA-Coach Alexander 'kakafu' Szymanczyk geschnappt und mit ihm über das Event und die Relegation in der EPL gesprochen sowie die Veränderungen der Coaching-Rolle.
Welche Veränderung würdest du gerne in der Coaching-Rolle sehen?
Also allgemein: Es war gut, wie es vorher war. Ich fände es aber persönlich gut, wenn die Coaching einen eigenen PC gestellt bekommen würden. Man hat bessere Optionen, um seine Spieler, den Wurf der Granaten und generell die Umsetzung der Taktiken zu beobachten. Es verbessert einfach den möglichen Input für mich als Coach an meine Spieler. Außerdem wäre ein sechster Bildschirm meiner Meinung nach nicht so ein Einschnitt, dass es eine große Hürde sein müssen.

PENTA auf den Predator Masters
Ich verstehe aber auch die Position von Valve, dass sie die Rolle einschränken wollen. Zu viele Pausen sind natürlich auch nicht gut. Es ist aber unabdinglich, dass der Coach in den Freeze-Times mit seinen Spielern reden kann, dafür aber Ingame nicht mehr ansagt, so dass die Rolle des Ingame Leaders innerhalb der fünf Spieler geregelt werden muss und nicht extern geregelt wird. Dazu sollte es eine längere Pause geben in jeder Hälfte zum Beispiel.
Wie bereitest du dich und deine Spieler als Coach auf ein Spiel vor?
Als erstes bereite ich mich auf das Event, mögliche Gegner und den Mappool vor, der vor Ort gespielt wird, da wir schon Events hatten auf denen die Maps vorgegeben waren. Allgemein läuft es aber so ab, dass ich mir die Vetos anschaue. Dafür schaue ich mir die letzten 30 Spiele unserer Gegner an – analysiere welche Maps gespielt wurden und erkenne dadurch, was uns im nächsten Spiel erwarten könnte. Anhand der Picks und Bans der Gegner kann ich im Vorhinein meinen Spielern erklären auf welche Maps sie sich besonders vorbereiten müssen. Bestes Beispiel hierfür ist die Pro League: Wir wussten schon im Vorhinein auf welchen Maps wir gegen die Gegner spielen werden und konnten uns dementsprechend vorbereiten – die Fehlerquote war hier sehr gering in der Mapvetoanalyse.
Nachdem die Maps feststehen, bereite ich mich selbst vor, in dem ich die Demos schaue. Ich verwende StatsHelix und lasse die Demo nebenbei laufen. Daran erkenne ich einige Zusammenhänge im Spiel. Anhand der geworfenen Granaten kann ich dann auf die verschiedenen Gos schließen, ob schnell oder langsam gespielt wird oder ob es sich um einen Fake handelt. Im Gespräch mit meinen B-Spielern kann ich ihnen also Smokes nennen, die auf einen Fake hinweisen, so dass sie nicht voreilig reagieren oder die anderen warnen können. Auch weiteren Input versuche ich im Vorhinein den Spielern zu geben, wie den Lurker der Gegner – einfach Kleinigkeiten, die das Game meiner Spieler erleichtern können. Wichtig ist eben auch, dass ich den Spielern nicht zu viel sage. Das war mein Fehler am Anfang als ich zum Team wechselte. Meine Jungs brauchen Key-Informationen mit denen sie schnell arbeiten können – damit sie besser reagieren können auf Vorgänge. Zu viel Information ist störend für den Spielfluss.
Habt ihr schon Fortschritte gemacht auf der Suche nach einem 5. Spieler?
Leider haben wir noch nicht wirklich Fortschritte gemacht. Aber in der Testphase mit Spielern wie weber und oskarish konnten wir erste Erfahrungen für uns sammeln. Wir schauen uns für diverse Spieler auf verschiedenen Events an – wissen aber noch nicht wer uns bereichern wird. Der Traum wäre ein deutsches Lineup – das würde unseren deutschen Fans sicher sehr freuen, aber wenn wir eine internationale Größe verpflichten können und das Lineup so funktioniert und die Team-Chemie stimmt, wäre es für PENTA als Erfolgsclan besser. Nach den Finals der ESL Meisterschaft werden wir auf jeden Fall ein festes Lineup haben, da wir es für die Relegation der EPL brauchen und angeben müssen.
Wie bereitet ihr euch auf die Relegation der ESL Pro League vor?
Zur Zeit bereiten wir uns noch gar nicht auf die Relegation vor, da wir noch einige Events haben, die unsere Aufmerksamkeit fordern – außerdem ist es nahezu unmöglich alle Gegner so perfekt zu scouten, gegen die wir in der Relegation antreten könnten. Es würden pro Map und pro Team mehr als zehn Stunden drauf gehen – ein Mehraufwand der sich momentan noch nicht lohnt. Wir warten ab wer unser nächster Gegner sein wird und dann werde ich mich intensiv auf diesen vorbereiten.
Wie hoch stehen eure Chancen dort und wen erwartest du als Gegner?
Die üblichen Verdächtigen könnten gegen uns in der Relegation antreten: Teams wie die Space Soldiers, Team Kinguin, GODSENT werden unsere möglichen Gegner in der Relegation. Wir kennen die Teams – es sind Konkurrenten, die wir öfter in Scrims antreffen. Also keine Angstgegner ähnlich eines G2 Esports oder ein NaVi – ein Sieg ist also drin.
Was waren eure Erwartengen auf den Predator Masters III trotz eures Mix-Teams, da du und oskarish nicht zum Stamm-Lineup gehören?
Natürlich sind wir vor dem Event mit der Einstellung ran gegangen, dass wir es gewinnen werden – das Selbstbewusstsein hatten wir. Gambit Gaming, Team Kinguin und Rogue sind hier die klaren Favoriten mit denen wir uns auch hätten messen können. Dass wir dann gegen ein Fnatic.Academy verlieren ist natürlich unglücklich gelaufen. Damit haben wir nicht gerechnet, da wir eigentlich auch trotz Standins besser sein sollten. Unser eigentliches Ziel war also Top 4 und an einem guten Tag Top2.
Wer sind eure Konkurrenten in Deutschland?
Das ist ganz klar: Unser größter Konkurrent im deutschen Raum ist ALTERNATE aTTaX. Auf den letzten Finals der ESL Meisterschaft haben wir sie schon besiegt, aber es ist ein Duell auf Augenhöhe. Das Duell ist stark und gut anzuschauen. mousesports würde ich da nicht in Betracht ziehen, da sie eher als europäisches Lineup auftreten. Die anderen deutschen Teams müssen noch einen Schritt nach vorne machen – die müssen noch auf dieses Level kommen.
