Quake, Unreal Tournament und Co. gehörten jahrelang zur Spitze des kompetitiven Esport. Doch das Licht der Arena-Shooter verblasst, die Spielerzahlen gehen nach unten und andere Titel übernehmen im Esport-Bereich.
Die Goldene Zeit
Vor noch nicht allzulanger Zeit dominierten Quake und Co. zusammen mit Counter Strike die Esport-Szene. Mit insgesamt über einer Million ausgeschüttetem Preisgeld erreichte das 1999 veröffentliche Quake 3 Arena für damalige Verhältnisse ungeheure Ausmaße für ein Online-Spiel.
Größen wie Jonathan 'Fatal1ty' Wendel, John 'ZeRo4' Hill und Emil 'HeatoN' Christensen faszinierten Fans auf der ganzen Welt mit ihrem schnellen Reaktionsvermögen und ihrer Zielgenauigkeit.
Auch heute zieht das Spielprinzip noch einige Fans an, Unreal Tournament ist nach wie vor eines der beliebtesten privaten LAN-Party-Spiele. Mit Quake Champions und dem noch in einer recht frühen Phase befindlichen Unreal Tournament werden immer noch neue Ableger beider Reihen entwickelt, diese kommen aber mittlerweile bei weitem nicht mehr an den Glanz der alten Spiele heran.
Schleichender Niedergang über viele Jahre
Seit der Blütezeit des schnellen, rastlosen Spielstils ging es nicht gerade Bergauf. Mit der Zeit wuchs Esport vom Randphänomen immer mehr zu einem großen Business mit riesigen Turnieren heran. Ehemals winzige LAN-Partys wie die DreamHack wurden größer und größer, Preisgelder von mehreren Zehntausen Dollar wurden keine Seltenheit mehr, sondern die Regel.

Das Verlangen nach Einzelkünstlern sank, während die Zuschauer und Fans immer mehr zu teambasierten Titeln abwanderten . Mit Quake Live konnte bereits der geistige Nachfolger von Quake 3 Arena über 10 Jahre später insgesamt nur noch die Hälfte des Preisgeldes ausschütten. Währenddessen gab es in Titeln wie Dota 2 und Counter Strike teilweise Millionenbeträge zu ergattern.
Auch der jetzige Ableger Quake Champions kann trotz kürzlichem Release auf der Quakecon mit nur sehr wenigen Spielern aufwarten. In den Steam Charts kann man das volle Ausmaß sehen. Gerade einmal ca. 330 Spieler bevölkern heute durchschnittlich die Server, währen LoL und Co. teilweise Millionen Spieler jeden Tag aufweisen können.

Hinwendung zu Teamspielen
Doch warum ist das so? Warum sind die Arenashooter seit über einem Jahrzent so auf dem absteigenden Ast? Den Grund dafür kann man nicht genau ausloten, doch schon allein der Trend im Esport kann als Ursache gesehen werden.
Mit Dota 2, League of Legends und CS:GO sind alle drei der aktuell größten Esport-Titel Team-Spiele. Mit der Zeit wurde eine stabile und schnelle Internetverbindung in den meisten Haushalten üblich und teambasiertes Gameplay setzte mehr und mehr den Trend.
Durch diese Entwicklung werden die Arena-Shooter immer weiter in den Nischenbereich gedrängt, ein ganz ähnliches Schicksal erleiden momentan die Echtzeitstrategiespiele.
Zudem werden die Wünsche der Fans scheinbar oftmals ignoriert. Beim neuen Unreal Tournament bemängeln beispielsweise viele Fans das Movement, dieses wird aber laut Entwickler nicht mehr verändert.
Ebenso dauert ein Bug-Fix bei Quake Champions eine gefühlte Ewigkeit. Ein fester Preis und Mikrotransaktionen für kosmetische Gegenstände im Spiel helfen auch nicht, eine aktive Spielerbasis aufzubauen.
Die Publisher scheinen sich also auch eher auf andere Titel zu fokussieren. Vielleicht gibt es in Zukunft eine Renaissance dieses Genres, doch momentan können Quake und Co. nicht mit der Esport-Spitze mithalten.
Was haltet ihr von dem Thema? Können Arena-Shooter in Zukunft vielleicht ein Comeback feiern?
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