Am morgigen Donnerstag findet beim Kölner Amtsgericht ein Gerichtstermin zwischen Turtle Entertainment und coldgame statt. Dabei geht es um eine im Eilverfahren durchgeführte einstweilige Verfügung gegen die Sperre des Spielers Thomas ‚XektoR‘ Koletzek und den verweigerten Aufstieg des Teams. Der Spieler wurde Anfang Dezember wegen der Nutzung unerlaubter Hilfsmittel für zwei Jahre gesperrt, seinem Team wurden alle gewonnenen Punkte in der EAS abgezogen. readmore.de hat ein Interview mit dem Team-Manager Oliver ‚bI4ckY‘ Lubecki und Spieler Arnold ‚monch‘ Koletzek geführt sowie David ‚Affentod‘ Hiltscher zu der Sache befragt.
XektoRs Demo gegen dR
Nachdem das Vergleichsgespräch am Dienstag ohne Ergebnis beendet wurde, muß nun eine Verhandlung im Eilverfahren entscheiden, ob coldgame in der nächsten EPS-Saison spielen darf. Das Vergleichsgespräch dient dazu eine außergerichtliche Lösung zu finden. Während coldgame auf einen Kompromiss gehofft hat, wollte die ESL den Clan von der Schuld ihres Spielers überzeugen. Der sportliche Aufstieg aus der EAS wurde ihnen nach dem Spiel gegen dangerous regeneration verwehrt, da der Spieler XektoR einen Aimbot genutzt haben soll. Dem Termin vor Gericht wird wahrscheinlich noch eine Hauptverfahren folgen.
Damit wird erneut die Glaubwürdigkeit von Cheatsperren in eSport-Ligen angegangen. Zuletzt versuchte die CS-Spielerin Lunatic gegen eine Sperre in der ESL vorzugehen und hatte mit einem Protest bei der ESL Erfolg. Bisher hat die ESL die Begründung einer Cheatsperre nicht veröffentlicht. Die beiden EPS-Spieler eddy und cuddy hatten auf ein gerichtliches Verfahren aber verzichtet.
In der heute veröffentlichten Pressemitteilung sieht der Rechtsanwalt von Coldgame, Juan Beltran-Fernandez, seinen Mandanten in der Lage, die Unschuld spätestens im Hauptverfahren durch ein Sachverständigengutachten beweisen zu können. Außerdem ist es ihnen wichtig, das Verhalten der ESL gegenüber den Spielern zu verändern: „Ganz offensichtlich geht die Geschäftsführung der Turtle Entertainment davon aus, dass sie sich in einem rechtsfreien Raum bewegt und nach freiem Belieben Sperrungen festsetzen und die Argumentation für diese Sperrungen je nach Verfahrensstadium entsprechend anpassen kann.“
Beltran-Fernandez vertritt neben coldgame außerdem auch einen weiteren CS-Spieler, der durch die ESL wegen Cheatens gesperrt wurde. Turtle Entertainment wurde hierzu schon zu einer Stellungnahme gegenüber dem Amtsgericht Köln gebeten. Ein Termin der Verhandlung ist aber noch nicht bekannt.