Aktuell schlägt die Geschichte von Maria „Remilia“ Creveling große Wellen. Die sich gegenüberstehenden Seiten und deren Erzählungen lösten große Kontroversen um den früheren Renegades-Besitzer Chris Badawi aus. Dabei geht es um eine schief gelaufene Geschlechtsumwandlung in Thailand, ihr LCS-Debüt und Medikamentenmissbrauch.
UPDATE
Mittlerweile hat der im Artikel mehrfach erwähnte Journalist Richard Lewis seine Sicht der Dinge dargelegt. In einem 50-minütigen Video erläutert er die Thematik rund um Renegades und Maria „Remilia“ Creveling.
Eine fehlerhafte Operation
Maria Creveling ist eine League of Legends-Spielerin, die in den vergangenen Jahren immer wieder für verschiedene Teams gespielt hat. In der nun aufkommenden Diskussion geht es allerdings speziell um ihre Zeit bei den Renegades vom Juni 2015 bis zum März 2016.
Schon über den Beginn dieser Zeit gehen die Erzählungen auseinander. Chris Badawi selbst behauptet, dass ihm die Spielerin vor ihrer Qualifikation für die LCS eine Art Ultimatum gestellt hätte, um ihn so zum Bezahlen der Operation für ihre Geschlechtsumwandlung zu zwingen. Angeblich habe sie ihm gedroht, ohne diese nicht in der NA LCS spielen zu wollen.
Maria Creveling legt es hingegen so dar, mit der Operation, die sie als „die eine Sache, die ich wollte und für die ich alles tun würde“ bezeichnet, von dem US-Amerikaner noch vor ihrem Beitritt gelockt worden zu sein.
Fakt ist auf jeden Fall, dass die Operation in einer Klinik in Thailand geschah. Allerdings scheint die Klinik nicht seriös gewesen zu sein, zumindest nach Angaben der Supporterin. Noch heute hat sie Schmerzen, die nach Aussagen von konsultierten Ärzten für immer bestehen bleiben werden, da die Operation „verpfuscht“ wurde, wie sie es nannte.
Chris Badawi behauptet in seinem Post auf Reddit, die US-Amerikanerin hätte sich im Vorfeld der Operation über die Klinik erkundigt und ihre Zustimmung gegeben. Seine Verteidigung auf Reddit wird von einigen Größen der Esport-Szene infrage gestellt.

Die Ansicht von Badawi unterscheidet sich auch in weiteren Dingen von der Darstellung der Spielerin. So verändert sich beispielsweise der Preis für die Operation und Thailand wurde angeblich nur aufgrund von langen Wartezeiten in den USA, die Remilia nach seinen Angaben nicht in Kauf nehmen wollte, als Ort der Operation gewählt.
Die gesamte Geschichte zieht immer größere Kreise, keine der beiden Seiten kann bisher eindeutige Beweise vorlegen, wobei die 23-Jährige einen Großteil des Zuspruchs bekannter Persönlichkeiten der Szene erhält und sich selbst in erster Linie für das Vertrauen, das sie Chris Badawi geschenkt hat, die Schuld gibt.
Richard Lewis als Rettung
Anfang 2016, nach der Operation, kam die Spielerin als erste Frau in die LCS. Nach nur drei Wochen mit den Renegades verkündete sie aber ihr Ausscheiden aus der LCS. Mit den jüngsten Details, die sie enthüllt hat, macht dieser Schritt deutlich mehr Sinn wenn man bedenkt, dass sie dauerhaft Schmerzen ertragen muss.
Der bekannte Esport-Journalist Richard Lewis nahm sich zu dieser Zeit der gebrochenen Person Maria Creveling an und half ihr, das Team zu verlassen, die Schmerzen zu behandeln und wieder auf die Beine zu kommen. Ihren Tweets ist zu entnehmen, dass er die gesamte Geschichte in naher Zukunft offenlegen will.
So yeah, when the full story is told people will think differently I have no doubt. I don’t give a fuck about a redemption arc or any other Reddit bullshit. Maria was a victim. What happened to her is everything rotten with this business.
— Richard Lewis (@RLewisReports) 27. März 2018
Vorwürfe des Medikamentenmissbrauchs
Zudem wurden noch weitere Vorwürfe seitens der Spielerin gegen Chris Badawi laut. Dabei geht es unter anderem um die Verabreichung von Medikamenten, allerdings sind auch diese Aussagen aktuell ohne Beweise.
Der ehemalige Teilbesitzer der Organisation Renegades war schon in der Vergangenheit durch Kontroversen aufgefallen und zum damaligen Zeitpunkt bereits von Riot Games bis Ende 2016 für die LCS gesperrt gewesen.
Zusammen mit Christopher „MonteCristo“ Mykles, dem früheren LCK-Caster und Gründer der Renegades, wurde die Organisation Mitte 2016 aus der nordamerikanischen LCS verbannt, wobei die Gründe nie so richtig offengelegt wurden, es aber unter anderem auch um angebliche „unnatürliche Beziehungen“ zu einer anderen LoL-Organisation ging. Monate nach dem Bann veröffentlichte er ein Video, in dem er die Entscheidung von Riot Games infrage stellte.
MonteCristo selbst soll von der Situation um Remilia allerdings nichts gewusst haben, was nachvollziebar ist, da er einen Großteil seiner Zeit in Südkorea verbrachte. In ihren Tweets machte die Spielerin dem jetzigen Overwatch League-Caster, der ihr Hilfe angeboten haben soll, keine Vorwürfe.

Obwohl Richard Lewis dafür bekannt ist, eine Abneigung gegenüber den Verantwortlichen hinter League of Legends zu haben, begrüßte er den Ausschluss der Renegades öffentlich.
Die Frage ist nun, welche Details von ihm aufgedeckt werden, sollte er tatsächlich ein Video oder einen Artikel zu der Situation veröffentlichen. Er ist insbesondere für seinen investigativen Journalismus bekannt und enthüllte beispielsweise den nordamerikanischen Matchfixing-Skandal in CS:GO.
Die jüngsten Aussagen beider Seiten sind hier zu finden:
Maria Creveling via Twitter
Richard Lewis via Twitter
Chris Badawi via reddit
Was haltet ihr von der ganzen Geschichte?
Folgt uns auf Facebook und Twitter, um immer auf dem neusten Stand zu bleiben.