Auf den Tag genau vor 16 Jahren stand Warcraft 3 – Reign of Chaos zum ersten Mal in den Regalen. Passend zum Jubiläum bekommt Blizzards RTS Klassiker den zweiten Patch des Jahres geschenkt und bringt langersehnte Lösungen gegen Cheater, eine Menge Balanceänderungen und Ergänzungen zum Mappool.
Die Battle.net Warden kehrt aus dem Ruhestand zurück
Über Jahre war Blizzards Battle.net das RTS Äquivalent zu Sodam und Gomorrha. Die vorderen Plätze der Ladder wurden von 1500-0 Accounts dominiert und gefühlt gab es mehr Spieler mit Map- und Drophack als ohne. Mit Patch 1.27 waren diese Hacks weitestgehend unfunktional, wurden aber von einer kleinen, aktiven Hackerszene wieder restauriert, sodass die Cheater auch in Patch 1.29 für Ärger und Frust sorgen konnten, wenn auch in geringerer Menge als vorher.
Blizzard gab über die Funktionsweise des Anti-Cheat Tools, logischerweise, keine Informationen preis, allerdings sollen momentan alle bekannten Hacks erkannt werden. Deren Inhabern wird in Folge der CD-Key gebannt.
Der mit Patch 1.29 runderneuerte Mappool bekommt nochmal ein kleines Update. Statt den ungeliebten und unausbalancierten Floodplains, Two Rivers und Road to Stratholme finden die Schlachten nun auf den Community Maps Concealed Hill, Northern Isles und Swamped Temple V2 statt, Letztere ein Produkt aus dem Mapping Contest von Back2Warcraft und Hive. Im gleichen Zug wurde die Ladderpage des Battle.nets endlich wieder funktionstüchtig gemacht.
Humans – Weniger Mana, mehr Anti-Air
Für alle Humanspieler ist 1.30 ein zweischneidisches Schwert. Auf der einen Seite bekommen sie mit stärkeren Flying Machines und früherem Flakcannon Upgrade eine mächtige Lösung gegen Lufteinheiten, was ihnen gerade gegen Undead bedeutend zu Gute kommen sollte. Auf der anderen Seite wird die essenzielle Brilliance Aura zur Manaregeneration auf höheren Leveln hart generft. Auch Spellbreaker (weniger Spell Steal), Mortar Teams (weniger Damage & AoE) und Tanks (mehr Supply) werden wohl von nun an weniger effektiv sein.
Orcs – Zeit für Tauren?
Gravierende Änderungen im Techtree der Grünhäuter. Spirit Walker, bisher ausgebildet in der Spirit Lodge, wandern nun ins Tauren Totem – welches dementsprechend auf Tier 2 verfügbar ist. Bisher war der lange und umständliche Techtree ein Hindernis für Orcs, Tauren zu spielen. Ob dies durch die Änderung behoben wird, bleibt allerdings abzuwarten.
Desweiteren wird Reinforced Defenses, welches den Armortyp für Burrows und Towern von Heavy auf Fortified ändert, auf Tier 2 statt 3 verfügbar gemacht. Eine riesen Hilfe gegen kleinere und größere Pushes in die doch recht fragile Orc Base. Die Freunde von Speedscroll-Zappern werden eine kleine Träne vergießen müssen, dieser Abuse ist von nun an nicht mehr möglich. Headhunter bekommen mehr HP, Shamans und Batrider mehr Damage und der Blademaster bekommt den nächsten Nerf, indem ihm zwei Agility Punkte abgezogen wurden.
Undead – Keyelemente deutlich geschwächt
Seit dem Release von TFT schwören Undeads weltweit auf Destroyer. Neben dem hohen Schaden macht sie die Dispelfähigkeit in jedem Matchup beinahe unersetzlich. Alle diese Punkte wurden massiv geschwächt, vor allem Humans mit Expansion sollte dies freuen. Orb of Corruption, das Item welches den Undeads das Startsignal zum Push gibt, wurde um einen Minusarmorpunkt geschwächt, was den Damageoutput in jedem Matchup massiv reduzieren wird.
Um dies auszugleichen versucht Blizzard, Undead Expansions leichter zu machen. Neben stärkeren Acolytes wurden Kosten und Bauzeiten für Haunted Goldmine und Necropolis reduziert. Zigurats können nun nicht mehr von Zappern zerstört werden. Die momentan vollkommen nutzlosen Necromancer wurden auf quasi allen Ebenen gebufft, besonders die beschworenen Skelette sind aber weiterhin sehr anfällig für Dispell. Es darf bezweifelt werden, ob diese Änderungen zu mehr Vielfalt führen. Das Undead-Meta müsste dafür grundlegend revolutioniert werden.
Weg mit den Cookie-Cuttern – her mit den Towern?
Nachtelfen zeichnen sich seit je her nicht gerade durch Abwechslungsreichtum aus. Dryaden und Bären sowie Talons bestimmen das Bild – und wurden allesamt geschwächt. Ob durch schwächeren Dispell, weniger Damage oder höhere Kosten, Blizzard wünscht sich wohl ein wenig Veränderung und gibt vielen unterrepräsentieren Einheiten im Gegenzug Upgrades.
Huntress bekommen ihr Sentinel Upgrade umsonst, gleiches gilt für das Taming der Hippogryphs. Moonglaives sind direkt auf T2 verfügbar und Glaive Thrower sowie Ancient Protectors machen bedeutend mehr Schaden, was zu starken Tier 2 Towerpushes führen könnte.
Mountain Giants sind günstiger und kosten weniger Supply, Chimaeren machen zwar weniger Splashdamage, ihr Gebäude benötigt aber nun keinen Ancient of Wind mehr, was eine Transition auf Heavy-Air theoretisch beschleunigen sollte. Darüber hinaus haben Moon Wells eine erhöhte Mana Regeneration, was automatisch in mehr Heilung für alle Einheiten resultiert.
Neutrals – Erlischt das Feuer des Pandas?
Die AoE Lösung Nummer 1 hat nach Jahren den lang überfälligen Nerf bekommen. Breath of Fire kostet nicht nur mehr, das Damage Cap wurde gleichzeitig gewaltig nach unten korrigiert. Dies dürfte besonders Humans freuen, da der Panda die beste Lösung gegen Tower, Flying Machines und Tanks darstellte.
Der Alchemist, Rising Star von Patch 1.29, bekommt den ersten kleinen Dämpfer und heilt ein wenig schwächer als vorher. Sollte er jedem Level 6 und damit sein Ultimate erreichen, regnet es nun dank erhöhter Conversation Rate Gold für gegnerische Einheiten. Der Tinker wird ein wenig schwächer gemacht (weniger Armor, langsameres Spawnen der Goblins) und das Mana Shield der Naga wurde um den Faktor zwei verstärkt.
Es wurde also an allen Ecken und Kanten an der eingestaubten Balance des Klassikers geschraubt. In den kompletten Patchnotes gibt es neben weiteren Änderungen und etliche Bugfixes und Upgrades für den World Editor. Der neue Patch kann ab sofort auf dem PTR getestet werden. Blizzard erhofft sich dadurch exessives Feedback in ihrem Forum und mehr Varianz und Ausgeglichenheit, sobald 1.30 dann offiziell das Licht der Welt erblickt.