Nicht jedes Game wurde in der Vergangenheit im Steam-Store von Valve aufgenommen oder einige Games wurde schon nach kurzer Zeit wieder entfernt. Das soll sich ab sofort ändern: Das Unternehmen wird in Zukunft jedes Spiel im Shop anbieten, solange es zwei Bedingungen erfüllt. Untersagt sind nur Spiele, die „illegal“ sind oder „trollen“ wollen. Steam gab nun ein kurzes Update zu den neuesten Entwicklungen dazu.
Schon vor einigen Monaten stand Steam im Mittelpunkt einer Diskussion. Ein Amok-Shooter, der das Schulmassaker von Parkland darstellte, wurde als Platform für schlechte Berichterstattung genutzt und wurde später von Valve nach Kritik und zahlreichen Diskussionen wieder entfernt. Zeitgleich änderte man auch die Regeln und gab somit aber auch die Verantwortung damit ab, was man in seinen Store zulässt und was nicht und teilte parallel mit, dass man nur noch Games entfernen wird, die illegal oder direktes Trollen sind.
Valve wollte nicht mehr Richter sein
Die Kunden sollten somit selbst entscheiden dürfen, ob sie etwas kaufen wollen oder was im Store für jeden zu erblicken ist. Dennoch war die Formulierung „direktes Trollen“ sehr weit auslegbar und löchrig und einige Publisher nutzten diese Schlupflöcher auch weiter aus. Nun setzt Valve einen Riegel davor und gab ein Statemant zum Update und den aktuellsten Fortschritten bekannt, die auf Steam gemacht worden sind.

Spieler sollen entscheiden – Valve nimmt Änderungen an der Funktionsweise der Suche in Steam vor
Künftig will Valve keine Entscheidungen für Spieler treffen, sondern die Spieler, aber auch Entwickler sollen selbst entscheiden dürfen. Valve wird in Zukunft lediglich die Plattform sowie Werkzeuge zum Treffen von Entscheidungen zur Verfügung stellen. Zum Beispiel können dann bestimmte Entwickler, Publisher oder auch Kuratoren angegeben werden, die von den Suchergebnissen von vornherein ausgeschlossen werden. Valve meint weiter, dass Kunden auch in der Lage sein werden, mit Tags eine Barriere zwischen sich und dem Inhaltstyp zu schaffen, den sie nicht sehen wollen.

Was ist ein Troll?
Steam weiß, dass die Definition „Troll“ sehr sehr vage ist und schreibt folgende Sätze dazu:
„Es ist vage und wir sagen Ihnen, warum. Sie sind ein Internetnutzer, also wissen Sie, dass es Trolle in allen Formen gibt. Auf Steam versuchen einige einfach, die Leute mit etwas aufzurütteln, das wir „ein spielförmiges Objekt“ nennen (d. h.: ein primitives Stück Software, das technisch gerade noch unsere Messlatte als funktionierendes Videospiel passiert, aber nicht das ist, was 99,9 % der Leute als „gut“ bezeichnen würden) […] Trolle finden neue Wege, um abscheulich zu sein, während wir dies schreiben. Aber die Sache, die diese Leute gemeinsam haben, ist, dass sie nicht wirklich interessiert sind, gutgläubig Spiele zu machen und an Sie oder irgendjemanden zu verkaufen. Wenn die Motive eines Entwicklers nicht so sind, sind sie wahrscheinlich ein Troll. […]
Der richtige Weg?!
Polygon kritisiert diesen Verzicht auf Einschränkungen und betitelt es als „Feigheit“. Demnach wolle der Konzern keine Seite verärgern und nur Profit machen, anstatt klar zum Thema Stellung zu beziehen und ggf. Staff einzustellen, welches genau solche o.g. Entscheidungen treffe, schreibt die Seite. Weiter dazu: Zu erwarten ist, dass Steam nun menschenverachtenden und rassistischen Spielen, die eine solche Haltung nicht reflektieren, sondern propagieren, eine Bühne bietet – zumindest in den Ländern, in denen solche Spiele nicht „illegal“ sind, d.h. den gesetzlichen Rahmenbestimmungen entsprechen. Diese musste Valve bis dato auch einhalten.“
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