Auf nach Dubai, Counter-Strike spielen. Manager Cengiz ‚Django‘ Tüylü nimmt mit seinem Team mousesports als einziges deutsches Team an dem Mittwoch beginnenden Abenteuer in den Vereinigten Arabischen Emiraten teil. David ‚Craven‘ Abel sprach mit Django über die momentane Verfassung des Teams und die Erwartungen für Dubai.
readmore.de: Inwieweit hast du die Events in Los Angeles und Montreal verfolgt?Cengiz ‚Django‘ Tüylü: Ich habe beide Events mit Interesse verfolgt. Zwar konnte ich aufgrund der Zeitverschiebung nicht alle Top-Matches sehen, aber im Großen und Ganzen konnte ich mir schon das ein oder andere Bild über die aktuelle Konstitution der anderen Teams machen.
readmore.de: Hat dich der Auftritt von SK überrascht?
Django: Nein, eigentlich war es eine Frage der Zeit, bis SK einmal wieder ein Turnier gewinnen würde. Die Schweden waren dieses Jahr auf vielen Turnieren kurz davor zu gewinnen, aber es hat nie bis nach ganz oben gereicht. Ich denke, die Verstärkung durch zet hat dem Team nicht nur spielerisch geholfen, sondern auch mental.
readmore.de: Würdest du sagen, dass mousesports mit ihnen auf einer Augenhöhe ist?
Django: Wenn ich mir die Ergebnisse dieses Jahrs anschaue, würde ich sagen, dass wir mit jedem Top-Team auf Augenhöhe sind. Natürlich läuft es ‚mal besser, ‚mal schlechter, aber grundsätzlich sollten wir uns als feste Größe in der internationalen Szene wieder etabliert haben. Gegen SK speziell konnten wir dieses Jahr den Server immer als Sieger verlassen.
readmore.de: Ist es für euch von Vorteil, dass durch die beiden jüngsten Events reichlich Demomaterial der Top-Teams vorhanden ist, oder wisst ihr so oder so, wie die anderen Favoriten spielen?
Django: Auf der einen Seite ist es für uns natürlich ein Vorteil, dass wir in Ruhe die Demos der Gegner analysieren konnten. Aber auf der anderen Seite sind gerade diese Teams im Turnierrhythmus, sind an die TFTs von den Extreme Masters gewöhnt und kommen deswegen eventuell schneller ins Spiel. Am Ende des Tages kommt es meiner Meinung nach auf die Tagesform an.
readmore.de: Von daher wäre ein Vorhersage, welches Team auf welchem Platz landen könnte, ohnehin reine Spekulation?
Django: Ja, meiner Meinung nach schon. Es gibt einen Pool von weltweit sieben Teams, die „on any given sunday“ ein Turnier gewinnen können.
readmore.de: Mit welcher Platzierung wärst du persönlich zufrieden?
Django: Top3.
readmore.de: In der Vergangenheit hat eine Event-Woche ohne Training während der EPS-Saison oft zu Problemen bei verschiedensten Teams geführt. Siehst du diese Gefahr für mousesports auch?
Django: Die Gefahr sehe ich durchaus. Aber wir haben uns dieses Mal vor den ganzen Turnieren an einen Tisch gesetzt und die Situation bzw. unseren Zeitplan durchgesprochen. Letztendlich sind wir auch deswegen zu dem Entschluss gekommen, nicht in Los Angeles und Montreal teilzunehmen, da die Gefahr sich zu „verheizen“ viel zu groß war. Nach den WEM in China warten ja auch sowohl wichtige Matches in der Extreme Masters Qualifikation als auch der ESL Pro Series auf uns, zum Beispiel das IFNG gegen aTTaX. Wir müssen unsere Kräfte auf jeden Fall sehr gut einteilen, da Ende November auch die Dreamhack Winter stattfindet und eine Woche darauf die EPS Finals.readmore.de: Kannst du als Teamchef helfend eingreifen, um neue Trainingsmotivation aufzubauen?
Django: Sowohl Julz als auch meine Person können da ziemlich gut helfen. Ein Beispiel: Nach den ESWC Grand Finals war die Luft im Team raus und die Motivation war auch nicht die allerbeste. Der Höhepunkt war dann unser Intel Friday Night Game in München gegen TBH. Danach haben wir uns alle hingesetzt und unsere Herangehensweise sowie den weiteren Verlauf des Jahres durchgeplant. Unter anderem haben wir als Teamchefs auch die Entscheidung getroffen, dass wir erst einmal zwei Wochen Pause einlegen und Anfang Oktober wieder mit dem Training anfangen, bis dahin sich aber jeder Spieler Gedanken zu neuen Taktiken und möglichen Spielstilen machen. So baut man eben auch wieder Motivation auf und seit Beginn des Monats konnten wir relativ effizient trainieren. Wenn man währenddessen auch noch die Turniere in LA und Montreal mitverfolgen kann, brennt es den Spielern natürlich unter den Nägeln. Im Endeffekt muss man als Team-Manager schon ein gewisses Händchen und das nötige Fingerspitzengefühl haben, um ein Team über einen längeren Zeitraum motiviert zu halten
readmore.de: Haben die Spieler schon Entschlüsse gefasst hinsichtlich ihrer Ziele?
Django: Ich denke, sie wären ebenfalls mit einer Top-3-Platzierung zufrieden, aber das Ziel ist immer ein Sieg.
readmore.de: Dieses Mal geht’s nach Dubai. Ist das für dich noch was Besonderes oder ist es dir mittlerweile egal, wo die Reise hingeht?
Django: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass für mich jeder Trip etwas Besonderes ist und ich es als Privileg empfinde mit dieser lustigen Truppe auf Events zu sein und in der Welt rumzureisen. Dubai an sich ist natürlich auch ein sehr interessanter Ort und ich bin schon ziemlich neugierig, was mich dort erwartet.
readmore.de: Vielen Dank für das Interview.

