Als am Freitag auf dem Intel Friday Night Game in Stuttgart die CS:S-Teams von hoorai und Team Alternate gegeneinander antraten, erwartete jeder ein spannendes Spiel mit einem knappen Ausgang. Doch bereits nach wenigen Runden wurde klar, dass Alternate sich an diesem Abend keine Blöße geben würde; viel mehr bewiesen sie eindrucksvoll, dass der Weg zum EPS-Sieg nur über sie führt. Tobias ‚uNL‘ Schwind lässt das Spiel ausführlich Revue passieren.
Team Alternate vs. hoorai – für den bei klarem Bewusstsein agierenden eSport Begeisterten normalerweise ein Grund Freunden, Bekannten und wichtigen Terminen abzusagen und den rot im Kalender markierten Kästchen seine Aufmerksamkeit zu widmen. Anders ausgedrückt, stellt das Aufeinandertreffen im Regelfall eine spannende Partie mit vielen, schön anzusehenden Taktiken dar.
Dass die für diese Attribute stehenden Clantags dieses Mal den von der Community gestellten Anforderungen nicht nachkommen konnten, ist am Endergebnis von 16:6 bereits abzulesen. Ehrlicherweise muss sich hoorai wohl oder übel eingestehen, eher der Grund für das mit wenig Spannung behaftete Spiel gewesen zu sein als Alternate. Leider bleibt außerdem festzustellen dass die von Sponsoren bereitgestellte Technik, genauer gesagt die Gaming-PCs, auf der Seite von hoorai nicht funktionierten und ihnen damit eine große Zeitspanne des Warmups genommen wurde. Einem noch vor dem Spiel etwas zu optimistischen Oliver Joshua ‚hossa‘ Keller zum Trotz zeigte sich nach den drei Restarts fix, wer seine Hausaufgaben gemacht und seiner Favoritenrolle gerecht wurde.Nach dem Gewinn der Pistolen- und der darauf folgenden ersten Waffenrunde ging das zum Teil sehr zurückhaltende Publikum zunächst einmal nur von einem guten Start des Werksteams aus. Als die überraschend ängstlich auftretenden hoorai Jungs jedoch ein paar Minuten später immer noch mit einer gähnenden Null neu am CT-Spawn ausgesetzt wurden, befürchteten viele bereits das nahende Ende. Das zwischenzeitliche Rundenverhältnis von 0:8 aus Sicht der hoorai-Spieler veranlasste diese ihr Timeout-Kontingent auszuschöpfen.
Fairerweise muss man klarstellen, dass das bis dato vorhandene Zwischenergebnis keine realistische Widerspiegelung der Spielstärke war und die Runden teilweise deutlich knapper ausfielen, als man vermuten könnte. Dennoch blieb der Eindruck eines zu konservativen Spielstils hoorais, die somit ihrem Gegenüber zu viel Platz und Zeit gaben, sich zu formieren und die eigenen Taktiken souverän herunterzuspielen. Leider unterließen die Spieler es, die durchaus attraktiven Szenen in etwas Zählbares umzumünzen und neue Motivation zu schöpfen.Nachdem die Akteure sich beratschlagt, ausgetauscht und wieder Platz genommen hatten, hofften insbesondere die Moderatoren der Spannung wegen auf einen Umschwung und ein wiedererstarktes Team in blauen Trikots. Die personifizierte Enttäuschung in Form von mEiJin & Co. folgte auf dem Fuße und sicherte sich somit weitere vier Runden zu einem bitteren Zwischenstand von 12:0. Mit einer derartigen Steilvorlage im Rücken fielen die pre’schen Sprüche gewohnt deutlich aus und sorgten für vereinzeltes, an Galgenhumor erinnerndes Gelächter. Sein junger Co-Moderator und Padawan, aus dem Hause n!faculty kommend, mischte kräftig mit und lieferte eine kompetente Vorstellung ab.
Wider Erwarten wurden Stef und Pre aus ihrem Smalltalk durch eine an diesem Abend bislang ungehörte Meldung geweckt: „Counter-Terrorists win.“ Gegen Halbzeitende schien hoorai sich etwas gefangen zu haben und konnte sich immerhin noch zu 3 Runden und einem Halbzeitergebnis von 3:12 mausern. Da an diesem Abend mit de_tuscan bekanntermaßen eine terrorlastige Karte gespielt wurde, schöpften die ersten hoorai-Groupies nach dem Gewinn der zweiten Pistolenrunde durch hoorai wieder erste Hoffnungsschimmer. Die zwei obligatorischen Sparrunden später zählte die Anzeigetafel eine Differenz von 12:6 für mEiJin, Head, ej, JLN und GreX. Ein mit Waffen jedoch offensiv exzellent auftretendes Alternate setzte dem kurzweiligen Höhenflug ein jähes Ende und erspielte sich souverän die noch benötigten vier Runden.Am Ende bleibt der Eindruck eines etwas zu deutlichen Spielausgangs und des Teams, das es auf den Finals zu schlagen gilt, wenn man die Hände nach dem Titel strecken will: Team Alternate.
Abschließend kommentiert der hoorai-Akteur Joshua ‚hossa‘ Keller das Spiel und dessen Umstände wie folgt:
„Dieses Mal waren wir – im Vergleich zum IFNG Bremen – äußerst pünktlich vor Ort. Doch während unser Rivale schon dabei war alles einzustellen und sich einzuspielen, wurde an unseren Rechnern erst nochmal neu geimaged und Systemtests durchgeführt. Das war schlechtes Futter für die Nerven und die Motivation.
Nach über 30 Minuten des Wartens funktionierten dann 3 von 5 Rechnern. Als ich vom Interview wiederkam bekam ich nur noch mit wie bei Paul etwas mit dem Computer nicht stimmte, doch es wurde uns sehr direkt gesagt: „Nach der Werbung kommen 3 RR und dann geht’s los. Egal, was jetzt noch nicht passt!“ Das war natürlich sehr schade und wir haben unser Bestes versucht, unserem Frust nicht freien Lauf zu lassen.
Zum Spiel direkt: Wir agierten zu ängstlich. Entscheidende 1on1-Situationen verloren und schon liegt man 12:3 hinten. Dass es dann gegen so einen starken Gegner schwer wird, noch einmal die Kurve zu kriegen ist klar. Nichtsdestotrotz war es ein schönes IFNG und bis auf der Sache mit den Rechnern war auch alles gut organisiert wie eh und je.“


