Nur zwei Spiele wurden heute im chinesischen Hangzhou ausgetragen: Während Lyn den letzten WC3-Europäer Grubby aus dem Turnier warf, schlug mTw.dk die Kollegen von fnatic. Erst morgen wird mousesports gegen eSTRO sein Halbfinale ausspielen. Nils ‚hellphyte‘ Johannsen berichtet in seinem Blog über intime Fragen an die CS-Spieler und tanzende Dänen.
Ganze zwei Spiele wurden am heutigen Tage ausgetragen und die gingen beide auch noch relativ deutlich und unspektakulär aus. Dabei sind wir absolut pünktlich aufgestanden und haben problemlos unseren Bus zur Location bekommen! – Toll. Worüber soll ich mich nun in meinem Blog auslassen? – Am besten nehme ich als absoluten Notnagel einfach mal das Wetter, das mir irgendwie Kopfzerbrechen bereitet:
Während es gestern unerträglich schwül war und man alle fünf Minuten nach einem kalten Getränk dürstete, steht der heutige Tag im Zeichen des Regens. Da war es natürlich super, dass ich mir in weiser Voraussicht am Vormittag direkt mehrere, gekühlte Dosen mit Erfrischungsgetränken gekauft hatte, die dann unbrauchbar im Presseraum rumstanden. Ich hoffe, ich finde morgen raus, welche Jahreszeit hier momentan herrschen soll. Das würde meinen Geldbeutel zumindest erheblich entlasten, wobei die umgerechnet 50 Cent für drei Dosen noch erträglich waren.
Immerhin konnte ich eine Sprite-Dose an den netten Herren vom eSports-Wettanbieter XLBet verschenken, der plötzlich hier im Pressebereich auftauchte, um Grubby ein neues Trikot zu bringen. Auf meine Frage, ob dies der einzige Grund für seinen China-Aufenthalt wäre, antwortete er, dass er einfach ‚mal „generell die Situation erleben möchte“. Und ich rege mich hier über 50 Cent auf… Wie auch immer.
Der gutgekleidete Westeuropäer erregte natürlich wieder viel Aufmerksamtkeit im Presseraum und durfte prompt Foto- und Autogrammwünsche erfüllen. Diese Prozedur habe ich gestern einmal mehr durchlaufen, als ich wiederum um ein Autogramm gefragt wurde. Ich habe mich natürlich wieder peinlich berührt gefühlt und mich geweigert, aber Grubby ermunterte mich mit „Go for it!“, woraufhin ich die Situation dann doch schamlos ausnutzte. A propos schamlos: Das scheint eine gelungene Überleitung für die äußerst unterhaltsamen CS-Pressekonferenzen zu sein.
Sunde macht die chinesischen Mädchen traurig
Gestern wollte mein chinesischer Kollege – der ein außerordentliches Talent für direkte Fragen besitzt – von cArn wissen, welches Make-Up er benutze, da die Chinesen seine Haut so schön finden würden. Das Lustige daran war das folgende zehnminütige Gelächter der fnatic-Spieler. Das Traurige: Die Frage war ernst gemeint.Auch mTw blieb nicht verschont und musste sich den Fragen auf dem heißen Stuhl stellen. Als erster wurde Sunde in gewohnt schonungsloser Art angegangen: Ob er eine Freundin hätte und auf welchen Typ Frau er stehen würde. – Das scheinen die Fragen zu sein, die der heutigen chinesischen Jugend unter den Nägeln brennen. Seine Antwort, dass er bereits eine schwedische Herzdame gefunden habe, dürfte in naher Umgebung der weiblichen Fans für eine noch höhere Luftfeuchtigkeit gesorgt haben, als hier sowieso schon herrscht.
Somit hatte auch der liebe Sunde seine heutige Portion Schamgefühl abbekommen – selbstverständlich unter schallendem Gelächter der Teammates; allen voran zonic. Aber Vorsicht Herr Sørensen, sie werden der Nächste sein! – „zonic, tell us something about your girlfriend.“ – Volltreffer! Doch der Mann aus Roskilde sammelt sich schnell und weiß zu berichten, dass seine Freundin es hasst, wenn er so viel Zeit vor dem PC verbringt, das viele Preisgeld aber immer eine gute Entschädigung ist. Das war natürlich der Brüller im gesamten Presseraum. Dumm nur, dass besagte Freundin drei Meter entfernt saß und einen Gesichtsausdruck an den Tag legte, dessen Definition ich nicht direkt als begeistert bezeichnen würde. Das anschließend von zonic gewünschte Bussi auf die Wange blieb ihm daraufhin verwehrt, doch immerhin hat das Team schon 15.000 Dollar sicher. – Das langt mit Sicherheit für einige Stunden beim Beziehungsberater.
mTw gewinnt den offiziellen Tanzbären-Award
Ich muss sagen, die Jungs von mTw haben mir heute generell als Stimmungsmacher ganz gut gefallen. Als kleines Gimmick hatten sie sich für ihren Bühneneinmarsch einen lustigen Tanz ausgedacht, der in der Ausführung zwar etwas an einen „vernerdeten“ Rick-Astley-Verschnitt erinnerte, aber in dem Hüftschwung-Ansatz steckte durchaus Potential. In der Pressekonferenz versprachen sie jedenfalls, sich für das Finale etwas Neues ausdenken zu wollen. – Ich mache mich auf’s Schlimmste gefasst.Es gab übrigens heute noch einen Plan, der nicht so ganz aufging: Zimmerkollege quiZZ und ich wollten uns zwischen den beiden Spielen genüsslich mit einer Dose Cola und einer Tüte Chips in der Hand auf dem Universitäts-Campus niederlassen, um das rege Treiben zu beobachten. Das ganze Projekt schlug jedoch fehl und die vorbeilaufenden chinesischen Studenten machten uns beide kurzerhand zur Sehenswürdigkeit à la „Guck mal, zwei Europäer!“. Naja, der nächste Tag kann in Sachen Fettnäpfchen-Faktor nur besser werden. In diesem Sinne: „Nali neng mai dau binggan?“ – „Wo bekomme ich Kekse?“

