Mit Siegen über SaSe und den starken Chinesen Infi gelang Marc ‚yAwS‘ Förster die erste große Überraschung dieser World Cyber Games. Obwohl er in Gruppe A auf SaSe, Grubby und Infi traf und somit die stärkste Konkurrenz der drei deutschen Vertreter zu bewältigen hatte, steht er nun kurz vor dem Weiterkommen. readmore.de sprach mit yAwS über seinen Triumph.
readmore.de: SoKoL hat vorhin gesagt, wenn du Infi in der Gruppenphase schlägst, gewinnst du die World Cyber Games. Stimmst du zu?Marc ‚yAwS‚ Förster: (lacht) Ich weiß nicht, SoKoL lehnt sich gerne ‚mal etwas weiter aus dem Fenster. Er hat auch gesagt, ich würde locker gegen Grubby gewinnen. Von daher sollte man sich von SoKoL nicht beirren lassen. Er trägt auch einen Irren-Hut, was soll man dazu noch sagen.
readmore.de: Wie lief das Spiel aus deiner Sicht? Immerhin hieß der Gegner Infi.
yAwS: Naja, es ist halt Infi, das spricht ja im Grunde für sich. Das Spiel lief am Anfang aber sehr gut für mich. Irgendwann hat er dann zwar Level Drei erreicht – ich weiß nicht genau aus welchem Grund – und hatte dann wieder einen Vorteil. Trotzdem hat er dann einen etwas schlechten Go gemacht, bei dem er mein zweites Arcane Sanctum nicht gesehen und dementsprechend auch nicht abgebrochen hat. Von da an ging es eigentlich nur noch bergauf für mich. Ich habe schön meinen Expansion-Spot freicreepen können, den Shop noch mitgenommen und daraufhin versucht, ein bisschen zu harassen. Einmal musste ich zwar meine Expansion abbrechen, aber das hat mich in der Situation nicht so sehr gestört. Von daher hat sich das Game letztlich zu meinen Gunsten entwickelt. Das Problem für Infi war, dass er am Ende einfach keine Expansion mehr aufbauen konnte, um Hawks oder gegebenenfalls Gyros zu bauen.
readmore.de: Hast du damit gerechnet, dass er Gryphons spielt?
yAwS: Ja. ToD hat mir erzählt, dass eine solche Strategie zu erwarten ist. Ich hatte ihn vorher extra gefragt wegen Tipps und Details, weil er, denke ich, auch relativ häufig gegen Infi spielt auf Turnieren; ich weiß nicht, ob sie vielleicht sogar gegeneinander trainieren. Auf jeden Fall hat er mir gut geholfen und alle Tipps habe ich dankbar angenommen. Letzten Endes hat es mir dann wirklich viel gebracht, weil ich wusste, was zu tun ist. Auch wenn ich es im Spiel anfangs vergessen hatte, weil man da natürlich erst seinen eigenen Weg geht. Letztlich sah ich auch, dass genau das kommt, wovon ToD gesprochen hatte. Ab dem Zeitpunkt war es eigentlich geklärt; auf die Gryphons war ich deshalb vorbereitet. Ich habe mich viel eher erschrocken, als ich auf einmal festellte: „Oh, ich gewinne ja.“ – Das war ein bisschen ungewohnt, weil ich damit nicht gerechnet hatte.readmore.de: Ab wann hast du gemerkt, dass du das heute nach Hause schaukeln könntest?
yAwS: Er hat einmal seinen Panda am roten Spot etwas dumm verloren. Da habe ich mich schon gewundert, was mit dem Jungen los ist. Den Panda so zu verlieren, als wäre er nicht in der Kontrollgruppe gewesen, spricht nicht gerade für ihn. Dann kam noch hinzu, dass seine Expansion nicht wirklich durchkam. Ich habe alle seine Worker gekillt und gesehen, dass er keine Gyros baut. Und dann war es eigentlich gegessen.
readmore.de: Du selbst hast sehr cool auf der Bühne gewirkt. Glaubst du, dass Infi nervöser war als du?
yAwS: Ja, ich denke er hatte es auch schwerer. Ich habe nichts zu verlieren. Wenn ich gewinne, freue ich mich darüber und wenn ich verliere, war es Infi, gegen den ich verloren hab. Für ihn ist das etwas anderes: Er hat gerade die World eSports Masters gewonnen. Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass da so eine große Erwartungshaltung an einen gerichtet wird. Dem ist er letztlich nicht ganz gerecht geworden.readmore.de: Deine Gruppe war ja eigentlich die stärkste von allen drei deutschen Warcraft-3-Spielern. Wie siehst du jetzt deine Chancen nach dem Sieg gegen Infi?
yAwS: Ich habe gerade gehört, dass SaSe gegen Grubby gewonnen hat. Damit haben wir drei Leute mit einer Niederlage. Ich weiß jetzt nicht, wie die anderen Spiele ausgehen und es dann weitergeht. Wenn es jetzt einen Tiebreaker gibt, stehe ich wahrscheinlich wieder da mit nichts in den Händen. Ich erwarte nicht, dass ich nochmal so eine Leistung abrufen kann. Wenn es irgendwie noch gelingt, dass jemand noch verliert – was ich nicht glaube – könnte es sein, dass ich weiterkomme. Wenn Infi gegen SaSe gewinnt zum Beispiel, sofern die noch gegeneinander spielen müssen. Es kann aber auch ganz anders ausgehen und ich verliere vielleicht gegen jemanden, den man gar nicht auf der Rechnung hatte. Dann hat sich das Blatt wieder ganz schnell gewendet.
readmore.de: Aber du wärst nicht zu enttäuscht, wenn du jetzt noch unglücklich ausscheiden solltest?
yAwS: Nein. Ich habe meine Erfolge jetzt mitgenommen. Meine Stage-Matches habe ich erfolgreich gespielt und deshalb bin ich hier hin gekommen. Da hatte ich mich wirklich drauf gefreut und darum habe mich auch gut vorbereitet. Ich habe gegen SaSe gewonnen, was eine super Sache ist und dann noch gegen Infi: noch viel besser.readmore.de: Auf der Bühne spielen gefällt dir also besser als im Spielerbereich?
yAwS: Ja, das ist mir auf jeden Fall lieber. Das Feeling, das man da hat wenn man merkt, dass jetzt wirklich Leute zuschauen, die vor einem sitzen, ist super. Dann kommt vor dem Spiel noch etwas Musik und du siehst: zig Leute feuern dich an und jubeln bei jedem Moment, der irgendwie gut läuft für einen der beiden Spieler: Das ist einfach ein super Feeling und dafür spielen wir denke ich auch alle.
readmore.de: Vielen Dank für das Interview und alles Gute für den weiteren Turnierverlauf!



