Mit mousesports hat TBH.eSports den wohl schwersten Gegner auf den Finals erwischt. Doch das Team konnte die Mäuse in dieser Saison bereits auf dem IFNG in München besiegen und sieht dem Spiel deshalb optimistisch entgegen. Im Interview mit Nils ‚hellphyte‘ Johannsen erläutert Roman ‚roman‘ Ausserdorfer, warum Deutschlands stärkstes Team der Wunschgegner ist und was er sich von dem Duell erwartet.
readmore.de: Eure Finalsteilnahme wurde letztendlich nur durch den Überraschungssieg von gamed!de gegen mTw möglich gemacht. Ganz ehrlich: Habt ihr noch damit gerechnet, dass es in letzter Sekunde so kommen würde?Roman ‚roman‘ Ausserdorfer: Gerechnet nicht, aber wir haben alle gebetet und gehofft! Ich denke wir haben es uns aber auch durch Siege über mouz und Alternate wirklich verdient auf die Finals zu kommen.
readmore.de: Ihr müsst gleich im ersten Spiel gegen den Topfavoriten mousesports ran. Hättet ihr euch lieber einen anderen Gegner gewünscht oder reizt es euch umso mehr, gegen das zur Zeit stärkste deutsche Team anzutreten?
roman: Wir hätten es nicht besser haben können. mouz spielt sehr statisch, das heißt das Spiel wird nicht von der Tagesform oder von glücklich geholten Runden entschieden, wie es bei Alternate und n!faculty der Fall ist. Ich sehe es so: Wenn wir gegen mouz gewinnen, können wir auch die Finals gewinnen und haben dann sogar sehr gute Chancen. Wenn wir verlieren, ist es auch nicht schlimm. Wobei wir alle mega heiß auf das Spiel sind und auf jeden Fall gewinnen wollen.
readmore.de: Ihr konntet mouz bereits knapp auf einem IFNG in die Knie zwingen. Es war die einzige Niederlage von mouz während der laufenden Saison. Welchen Stellenwert hatte der Sieg für euch?
roman: Er hat uns gezeigt, dass wir es schaffen können!
readmore.de: mousesports hat in letzter Zeit sehr viele Spiele bestreiten müssen. Habt ihr euch die große Anzahl der existierenden Demos zu Nutze gemacht, um euch perfekt auf sie einstellen zu können?
roman: Wir werden uns nicht großartig auf sie einstellen. Natürlich schauen wir uns an wie sie spielen, aber was genau wir machen, will ich hier natürlich auch nicht sagen. (grinst)
readmore.de: In dieser Saison wird auf den Finals zum ersten mal im Single Elimination-Modus mit Best-of-three gespielt. Gefällt dir die Änderung?
roman: Es ist ganz okay. Einerseits haut man den Konkurrenten direkt aus dem Turnier, andererseits ist es blöd, wenn man einen schlechten Tag hat. Angenommen, mouz kommt nicht ins Spiel und verliert gegen uns, dann sind sie raus. (lächelt)
readmore.de: Wie intensiv habt ihr euch auf die Finals vorbereitet? Konntet ihr einige Tage in eurem Bootcamp-Haus in Taufkirchen verbringen?roman: Ja, wir haben ein Bootcamp gemacht und viele Sachen besprochen, Taktiken aufgefrischt und neue Dinge besprochen. Ich würde sagen, wir sind sehr gut vorbereitet.
readmore.de: Das alte bayrische Team hat diese Bootcamp-Möglichkeit während der Saison ziemlich häufig genutzt. Wie oft wart ihr als nicht-lokales Team dort in den letzten Monaten zu Gast?
roman: Ich bin kein sonderlicher Fan von Bootcamps. Ich finde, man kann sich genauso gut auch am Wochenende übers Internet treffen, um Taktiken zu besprechen und zu spielen. Dann ist das Wochenende nicht direkt verschenkt. Also für mich als Auszubildender mit eigener Wohnung, Freundin und Hund ist das Wochenende relativ wichtig. Und ob viele Bootcamps was bringen, sei auch dahingestellt – siehe das alte bayrische Team. (grinst) Insgesamt haben wir diese Saison drei Bootcamps gemacht.
readmore.de: Das Auftaktspiel gegen n!faculty ging recht deutlich verloren, dazu kam nur ein Draw gegen hoorai und eine Niederlage gegen gamed!de. Von den letzten neun Saisonspielen wurden dann jedoch acht gewonnen. Würdest du sagen, ihr hattet einen etwas holprigen Start in die Saison und habt euch zum Ende hin gefangen?
roman: Also das faculty-Spiel lassen wir mal außen vor, da wir mit unserem Orga gespielt haben. Das Draw gegen hoorai war einfach sehr sehr dumm von uns gespielt – die HLTV-Demo sollte man sich erst gar nicht anschauen. Und zum Spiel gegen gamed!de kann ich nicht viel sagen. Wir haben uns einfach umschießen lassen; so ein Ausfall passiert mal. Du hast das mTw-Spiel noch vergessen, welches wir sehr unglücklich aus der Hand gegeben haben. Wir hätten diese Saison auch genauso gut mit 15-0-0 beenden können. Ich finde, wir haben diese Saison kontinuierlich durchtrainiert und eigentlich fast alles richtig gemacht.
readmore.de: Werdet ihr mit dem gleichen Lineup in die neue Saison gehen?
roman: Dass ich dir die Frage beantworte, hättest du wohl gerne? (lacht) Nee, Spaß. Wir haben nichts derartiges geplant. Über so was sollte man nach den Finals reden und nicht davor.
readmore.de: Hätte ein schlechtes Ergebnis auf den Finals denn Einfluss auf diese Gespräche?
roman: Nein, das Ergebnis der Finals hat keinen besonders großen Einfluss. Ich denke, so ein Thema sollte man nicht vor den Finals anschneiden, sondern man sollte im Kopf voll auf die Finals fixiert sein. Danach setzt man sich mit Team und Management zusammen und bespricht, ob man so weitermacht oder ob man etwas ändert.
readmore.de: Ihr habt euch national etabliert und seid dazu noch in der Hauptrunde der Extreme Masters dabei. Wann kommt der nächste Schritt, dass man euch auch auf internationalen Offline-Events beobachten kann?
roman: Mittlerweile sind wir gerüstet für das erste internationale Event. Sobald sich ein gutes Event anbietet, werden wir daran teilnehmen.
readmore.de: Teams wie Competo und hoorai sind in der Abschlusstabelle relativ weit entfernt von möglichen Finalsplätzen. Warst du etwas überrascht, dass sich am Ende nur fünf Teams um die vier Plätze gestritten haben?roman: Das mit hoorai hab ich mir schon gedacht, weil sie einfach immer auf dem gleichen Level spielen, aber das Gesamtlevel einfach ansteigt. Competo hat unter seinen Möglichkeiten gespielt, warum das so war, weiß ich nicht.
readmore.de: Du bist ein weiteres Mal für den MVP-Titel nominiert. Wie wichtig ist diese Auszeichnung noch für dich?
roman: Es ist ein gutes Gefühl, nach einer verkackten Season wieder auf den Finals und nominiert zu sein. Das ist in gewisser Weise eine Bestätigung, dass ich gut gespielt habe und das freut mich natürlich sehr.
readmore.de: Vielen Dank für das Interview.


