Die erste Partie im Bereich Counter-Strike zwischen TBH und mousesports ist zuende. Erstgenannte mussten sich auf zwei Maps geschlagen geben und haben somit keine Chancen mehr, das Finale zu erreichen. Doch ganz kampflos zeigte sich das Team rund um roman auf den EPS Finals nicht und man hatte durchaus gute Momente, die jedoch schlussendlich nicht zum Sieg gereicht haben. Nils ‚hellphyte‘ Johannsen lässt die Begegnung Revue passieren.
mouz steht tief – TBH zu unflexibel
Auf der ersten Map, namentlich de_dust2, durfte TBH auf der angenehmeren Terror-Seite beginnen. Während mouz sich in der Pistol-Round kompakt in der Mitte postierte, um von dort aus einen möglichen Retake beider Spots zu starten, machte sich TBH mit vorsichtigem Defensivspiel erst ein Bild der Lage. Schließlich entschied man sich zu einem Angriff auf den B-Spot, welcher aufgrund der defensiven Deckungsweise seitens der Mäuse leicht einzunehmen war. Der von mousesports geplante Retake scheiterte aber, da roman und Co immer wieder in der Lage waren, den wichtigen Refrag zu setzen.
Nach den beiden unspektakulären Sparrunden setzte TBH das konservative Spiel fort: Einem Standard-Aufbau über die Mitte folgte meist ein geschlossener Go auf A-Kurz. Bis zur fünften Runde hatte man mit dieser Variante auch Erfolg, bis gob b und Kapio schließlich den Braten gerochen hatten. Ab sofort schickte man cyx offensiv in die Katakomben auf B oder machte mit zwei Personen auf A-Lang früh Druck. Die damit erzielten First-Frags brachten TBH schon früh in Unterzahlsituationen, die sie zumeist einfallslos lösten und ihren leicht durchschaubaren A-Angriff unbedingt weiterspielen wollten.Runde um Runde stellten sich die Mäuse somit besser auf ihre Kontrahenten ein und machten aus einem 0:5-Rückstand eine solide Führung. Erst gegen Ende der Halbzeit reagierten die Mannen um todi auf ihre taktische Unflexibilität und schoben den einen oder anderen Fake oder B-Split in ihr Spiel ein – zu spät, neun CT-Runden waren bereits für mouz verbucht worden. Zwar sorgte die gewonne CT-Pistolround wieder für Hoffnungsschimmer im Hause TBH, doch das abgeklärte Spiel von mousesports in den Waffenrunden war an diesem Nachmittag eine Klasse zu hoch für sie.
roman sagte noch vor zwei Tagen im Interview mit readmore.de, dass der mouz-Spielstil sehr statisch wirke. – Genau das macht das Team auf der Map so stark: Ein solider und abgeklärter Grundaufbau, um den Gegner zu lesen, auf welchen dann in der Regel ein durchdachter Angriff auf die Schwachstelle der Verteidiger folgt. Die Mäuse machten genau das, was TBH vermissen ließ: Das Spiel des Gegners auskundschaften und anschließend die richtigen Entscheidungen treffen. Im Gegensatz zur sturen „abwarten und dann A-Kurz“-Taktik von TBH war dies heute das Erfolgsrezept auf der Map dust2. 16:11 lautete das Endergebnis schließlich aus Sicht der Mäuse. Wenn man bedenkt, dass mousesports beide Pistolenrunden abgab, kein besonders knappes Match, das lediglich in den ersten fünf Runden Hoffnung auf eine bayrische Überraschung machte.
Nur eine Schwachstelle in der mouz-Deckung auf inferno
Auf „de_giftferno“, wie gob b sie gerne bezeichnet, begann mousesports wiederum als CT. Hier stach vor allem cyx heraus, der das AWP-Duell gegen todi am heutigen Tage deutlich für sich entschied. Immer wieder konnte er so TBH in der Mitte unter Druck setzen und sich dann auf die kompakte Deckung seiner Kollegen verlassen. Nur selten konnten gob und Tixo in der Region des Teppichgangs in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht werden. Meistens waren sogar gleich vier Verteidiger am A-Spot zu finden, was die Einnahme des Selbigen weiter erschwerte.So fühlte sich ein Kapio oft selbstbewusst genug, um den kleinen Bombenplatz alleine zu decken und so das Quartett auf A zu ermöglichen. Und genau das war die einzige Schwachstelle im CT-Spiel von mouz: Wurde von TBH der Firstfrag im Bananengang geholt, war der Spot vollkommen ungedeckt und konnte leicht eingenommen werden. Ein Retake durch die spät eintreffenden CTs war dadurch oft schwer bis unmöglich. Auf der anderen Seite verleitet dieses offensive Spiel in der Banane den Gegner dazu, zwanghaft das direkte Duell zu suchen. Diese endeten oft mit einem positiven Ausgang für Kapio oder cyx, der teilweise überraschend auf dem B-Spot auftauchte.
Kann Alternate oder faculty die Mäuse stoppen?
Als Angreifer wieder das gewohnte mouz-Bild: Sicher stehen, auskundschaften, die richtigen Schlüsse ziehen und angreifen. TBH hatte einfach keine Ideen oder Überraschungen parat, die ein Topteam wie mousesports beeindrucken könnten. Das einzige wirkliche Defizit beim Titelfavoriten waren heute die Pistolrunden. Ein weiteres Mal konnte mouz dort nicht überzeugen und gab viele wichtige Runden ab. So mussten sie meistens erst einem Rückstand hinterherlaufen, ehe sie ihr Spiel fanden. Der neue Bo3-Modus könnte ihnen deshalb entgegenkommen, lässt sich ein verpatzter Start doch auf mehreren Maps leicht ausbügeln. Auch die Tatsache, dass bei dem Team keine schwache Map außer de_train auszumachen ist, sollte ihnen im Finale zugute kommen. de_train können die mousesports-Spieler vor der Begegnung rausvoten und dem dann verbleibenden Mappool gelassen entgegen blicken.
Morgen wird sich zeigen, ob n!faculty oder Alternate den kompakt und sicher spielenden Mäusen Paroli bieten können. TBH dachte, sie könnten es und hätten den Spielstil ihrer Gegner verstanden. Aber Theorie und Praxis lagen in dieser Hinsicht heute weit auseinander.

