Bis tief in die Nacht mussten n!faculty und Alternate sich auf drei Maps darum streiten, wer ins große Finale gegen mousesports einziehen darf. Erst um 2 Uhr stand der Sieger fest, doch der eigentlich Höhepunkt fand schon viel früher statt. Nils ‚hellphyte‘ Johannsen war dabei, als der berüchtigte Deckendefuse auf de_nuke ein weiteres Mal klappte.
„Köln, seid ihr noch wach?“ – Eine berechtigte Frage um 2 Uhr nachts, die Andreas Lenski beim zweiten Halbfinale zwischen n!faculty und Team Alternate in den Raum wirft. Der vorher von der ESL angekündigte „kompakte Zeitplan“ ging nicht auf wie gewünscht und so durften sich die Zuschauer zumindest zu einer nerdfreundlichen Zeit Samstagnacht noch über ein äußerst unterhaltsames Spiel freuen. Der Start war dabei schon viel versprechend, als approx in der CT-Pistol auf de_nuke vier Angreifer an der Rampe aus dem Spiel nahm und Co-Moderator undi mit „Jetzt bloß nicht gierig werden!“ an seine Vernunft als Teamspieler appellierte. „Doch! Jetzt gierig werden!“, konterte pre direkt – und approx wurde gierig: Ein Ace zum Start in eine lange CS-Nacht.
Fahnenschwenker in der ersten Reihe
In den ersten Reihen der n!faculty-Seite hatte sich die Fanbase des Clans rund um Manager derleo versammelt und sorgte bei jeder gewonnen Runde mit schwenkenden Fahnen für Stimmung. Sieben Terror-Runden konnten „die Jungs aus der Fakultät“ am Ende der ersten Halbzeit vorzeigen – ein respektables Ergebnis, das konsequent mit einem guten Start als Verteidiger ausgebaut wurde. Doch dann kam Alternate langsam ins Spiel und verbuchte sogar bald die erste T-Runde für sich. – „Hä? Warum müssen die jetzt sparen? Die haben doch sieben Runden in Folge gewonnen?!“, folgte die ungläubige Reaktion aus der Moderatorenecke auf die Pistolen in den Händen von chrizzo und Konsorten. Die Antwort sollte umgehend folgen.n! begann, in der unteren Halle den berüchtigten Defuseturm aufzubauen, der seit dem ersten iFNG der Season 12 gegen hoorai Kultstatus besitzt. Jubel brandet in der faculty-Ecke auf. Und zwar laut – verdächtig laut. „Shhhhhhhh“, schallt die klare Anweisung von pre durch die Halle, woraufhin Totenstille einkehrt. Der Turm steht, die Bombe liegt richtig, Alternate „rafft nichts“. „Die Bombe wurde entschärft“ meldet die deutsche CS-Version auf der großen Leinwand.
Jetzt sind sie nicht mehr zu halten. Trotz Geisterstunde schwappt die Stimmung über. faculty-Anhänger steigen auf die Stühle, springen über selbige, schwenken die Fahnen, dass man Angst um ihre Sitznachbarn haben muss, und übertönen mit Leichtigkeit die direkt vor ihnen aufgestellten Lautsprecher. Was die Moderatoren in diesem Moment sagten, wird dementsprechend nie jemand erfahren – das spielt aber auch eine untergeordnete Rolle; die Mimik in den Gesichtern der Alternate-Spieler lässt sich ohnehin nicht in Worte fassen. Die Aktion stach mitten in eine Phase des Duells, in der die späte Uhrzeit langsam aber sicher auf die Stimmung zu drücken begann. „Krass“, „Geil“, „wie dreist“, „der reine Wahnsinn“ – genug Gesprächsstoff für die nächsten Minuten war erst einmal gegeben. – „Keine Ahnung, wer die Runde danach gewonnen hat. Ist mir auch scheißegal, jetzt nach der Aktion“, bringt pre ehrlich und direkt auf den Punkt, worüber jetzt die Menge spricht.
Nach dem Deckendefuse folgt der Rundlauf
Auf de_train sorgte n!faculty dann weiter dafür, dass um mittlerweile 1 Uhr die Zuschauer die Augen noch offen halten konnten. In einer Eco-Runde als Terror entschieden sie sich zu einem Lauf im Kreis um die Leiter zum Popdog herum, Sprung über die Brüstung, Treppe hoch, um die Leiter rum und wieder auf’s Neue – mindestens eine Minute lang. Das Witzige daran: Es war sogar einigermaßen erfolgreich, indem sie drei CTs aus dem Spiel nehmen und die Bombe legen konnten. In Verbindung mit der mit ihrer hauseigenen Fanecke sorgte n! somit an den richtigen Stellen für die richtigen Wachmacher, sodass ihnen auch die einseitige dritte Map verziehen sei. So konnten schließlich um kurz nach 2 Uhr nachts alle noch Anwesenden mit dem guten Gewissen nach Hause gehen, zumindest ein unterhaltsames Spiel gesehen zu haben.Es hat sich dementsprechend im Endeffekt gelohnt, dass die Mannen um chrizzo noch vor dem Spiel im faculty-Vereinsheim trainiert hatten. Ihnen kamen an diesem Tag einfach die besseren Ideen, die nicht nur schön anzuschauen waren, sondern auch Erfolg brachten. Alternate dagegen wirkte verkrampft, hielt sich zuweilen nur durch Einzelaktionen im Spiel – genauer gesagt war es approx, der seinem Team die eine oder andere Runde im Alleingang holte. Von Spaß am Spiel, von Lockerheit, vom Willen, auf den Finals noch einmal was zu bieten, war nicht viel zu sehen. Vielleicht waren sie aber auch einfach zu müde, beim Deckendefuse nach Mitternacht.

