Vor etwas mehr als einem Monat startete die erste Saison der skandinavischen Ausgabe der EPS. Mit dabei: zehn Warcraft 3-Spieler, die um vier Plätze auf den Finals im Februar des nächsten Jahres kämpfen. Vier Spieltage sind seit dem Startschuss am 18.11. bereits vollständig ausgespielt worden, der fünfte immerhin schon zur Hälfte. Der richtige Zeitpunkt für Fabian ‚te_X‘ Held, ein Zwischenfazit zu ziehen.
Die Tabellensituation
An der Spitze der Tabelle stehen im Moment der Däne Ciara sowie die Schweden LiiLD.C und Thorzain. Dem Ork-Spieler Ciara gelang zuletzt ein Sieg gegen den Finnen elfittaja, wodurch er noch zu seinen Kontrahenten aufschließen konnte. Der Praetoriani-Akteur LiiLD.C gewann zuletzt gegen ThomasG, sein Landsmann Thorzain bezwang DowaQ. Alle drei Skandinavier haben mit vier Siegen und nur einer Niederlage somit zwölf Punkte auf dem Konto.In der unteren Hälfte der Tabelle sieht die Sache ähnlich eng aus. ThomasG und elfittaja teilen sich Platz Sieben, Rosenkill und TargA befinden sich beide auf dem neunten Rang. Alle vier Spieler sackten lediglich drei Punkte ein. Der Finne elfittaja musste sich am fünften Spieltag dem Dänen Ciara geschlagen geben und konnte dadurch keine Punkte mit nach Hause nehmen, ganz im Gegensatz zum ehemaligen MYM-Spieler, der die drei Zähler dankend entgegennahm.
Die Zweiklassengesellschaft
Schaut man sich die Tabelle genauer an, so stellt man fest, dass die EPS Skandinavien eine strikte Zweiklassengesellschaft ist. Die Spieler der Plätze Eins bis Drei haben bereits zwölf Punkte vorzuzeigen, von Platz Vier bis einschließlich Platz Sechs haben alle Spieler neun Punkte auf ihrem Konto. Darauf folgen auf den Plätzen Sieben bis Zehn vier Spieler, die allesamt lediglich ein Spiel gewinnen konnten, damit nur drei Punkte einfuhren.Auf der einen Seite steht insofern eine Liga, die in zwei Lager gespalten ist; die „gute Hälfte“ mit neun oder mehr Punkten sowie die „schlechte Hälfte“ mit lediglich drei Zählern. Dies deutet auf eindeutige Ergebnisse und langweilige Spiele hin. Auf der anderen Seite jedoch steht der Umstand, dass kein Spieler die anderen dominiert oder niemand überhaupt keine Chance auf einen Sieg hat. Es gibt keinen ungeschlagenen Spieler und keinen, der noch nie gewinnen konnte.
Das Vorbild
Lernen kann die nördlichste Ausgabe der EPS im Bereich Warcraft 3 von ihrem deutschen Ableger noch einiges. Da wäre zum Beispiel das leidige Thema Termine. Obwohl es eigentlich einen einheitlichen Termin für die Spiele gibt, wurden – abgesehen von einer Ausnahme – nie mehr als zwei Spiele an einem Tag gespielt. Für den geneigten Zuschauer ist es deshalb auch schwer, die Spiele seines Lieblingsakteurs zu verfolgen; es ist nie sicher, wann er denn eigentlich spielt.Außerdem werden die Spiele durch den Umstand langweiliger, dass lediglich ein Human- und ein Ork-Spieler in der Eliteliga mitmischen; die restlichen acht wählen lieber die Untoten oder die Nachtelfen als ihre Rasse.
Der Konkurrenzkampf
Für die Zuschauer aus dem hohen Norden interessant sind dagegen die Duelle zwischen den einzelnen Nationen. Als dominierend zeigen sich auf diesem Sektor die Schweden, die drei der vier besten Plätze für sich beanspruchen. Danach folgen die Dänen sowie die Finnen, die jeweils zwei Spieler im Rennen haben. Etwas abgeschlagen ist Norwegen, deren Spieler HenL und TargA den sechsten und den zehnten Platz belegen.
Spannend zu beobachten wird sein, wie zahlreich die Zuschauer zu den Finals und dem IFNG in Kopenhagen erscheinen. Sollte die EPS.sca auch offline ein Erfolg werden, so könnte auch das Preisgeld von derzeit 24.000 Euro weiter steigen, was zur Folge hätte, dass einige Warcraft-Spieler die Liga ernster nehmen würden. Somit könnte sich im Endeffekt die Leistungslücke zwischen den Teilnehmern verringern, was den gesamten Wettebewerb interessanter gestalten würde. Doch auch hier heißt die Devise mal wieder: „Time will tell“, schließlich ist gerade einmal die erste Hälfte der Liga vorbei.


