Der TV-Sender GIGA stellt mit sofortiger Wirkung seinen Betrieb ein, wie Geschäftsführer Stephan Borg heute Geschäftspartnern per E-Mail mitteilte. Man werde mit sofortiger Wirkung keine neuen Inhalte mehr produzieren und den Sendebetrieb einstellen. Grund hierfür sei eine Konzentration des Eigentümers Premiere auf das Pay-TV-Geschäft.
GIGA war vor zehn Jahren mit einem frischen Sendekonzept als Teil von NBC-Europe gestartet und hatte mit regelmäßigen Inhalten über PC-Spiele und Digital Lifestyle vor allem eine junge Zielgruppe ansprechen wollen. Mit GIGA Green, GIGA Game, später auch GIGA eSport und weiteren Formaten bot man eine breite Palette an Inhalten, die sich rund um das Leben junger Menschen drehte.
In den letzten Jahren machte GIGA dann jedoch vor allem wegen zweier Eigentümerwechsel Schlagzeilen, die jeweils eine erhebliche Änderung der Sendeformate zur Folge hatten. So beteiligte sich zunächst die Turtle Entertainment GmbH, zu der auch die ESL gehört, am Sender – Turtle-Gründer und -Chef Jens Hilgers wurde ebenso Geschäftsführer von GIGA. In dieser Zeit erfolgte eine weitere Verbreiterung des Sendeangebots, unter anderem auch um eSport-Inhalte. Mit GIGA 2 gründete man sogar einen eigenen Spartensender, der sich ausschließlich über Internet emfangen ließ und sich voll und ganz auf eSport konzentrierte.
Im Januar 2008 übernahm dann der Abo-Fernsehsender Premiere GIGA und wandelte das Konzept abermals. Fortan unterteilte man das Programm in viertelstündige Blöcke, die sich wieder mehr am ursprünglichen Format orientierten. „Unsere neue Strategie hat uns außerdem das beste Geschäftsergebnis seit zehn Jahren ermöglicht“, berichtet Geschäftsführer Stephan Borg in seinem Blog. Und vor allem dank der Community seien die „Leistungsdaten im Web deutlich gesteigert worden und GIGA hat den letzten Monat mit einem Rekordwert Eurer Website-Besuche abgeschlossen: fast 2,5 Mio. Visits zählte die IVW im Januar.“
Trotzdem gehen bei GIGA nun die Lichter aus. „Der Werbemarkt für Fernsehsender lässt immens nach. Selbst große Sender klagen bereits über bis zu zweistelligen Umsatzrückgängen und Werbekunden investieren nur verhalten in Werbung- und Marketingkampagnen. Das hat auf kleine Sender wie uns erschütternde Auswirkungen“, so Stephan Borg. Und zum Abschluss sagt er noch: „Danke für zehn Jahre GIGA, danke für ein Stück Mediengeschichte, danke an mein Team, das nie aufgegeben hat!“