Letzten Montag fiel der Startschuss für die vierzehnte Ausgabe der ESL Pro Series. Erneut kämpfen XlorD, yAwS und Co. an fünfzehn Spieltagen um einen der begehrten vier Plätze auf den Finals. Warum wir uns in Zeiten wie diesen nur darüber freuen können, erklärt Simon ‚dummdidumm‘ Holthausen.
Es geht wieder los! – „Endlich“, möchte man fast dankend sagen. Zwischen all dem Trubel, all dem Wechselchaos, all den Untergangsszenarien der letzten Wochen, bleibt doch eines Jahr für Jahr, Saison für Saison gleich: Unsere geliebte EPS. Die Wogen mögen ringsherum noch so hoch schlagen, gegen den Fels in der Brandung, die ESL Pro Series, kommen sie nicht an.
Ein Ruhepol in stürmischen Zeiten
Die WC3L musste umstrukturieren, um den Clans die Chance zu geben, auch mit kleinen Teams eine solche Teamliga zu bestreiten. Die Folge ist ein Kompromiss, dessen Vorteile sich bis jetzt aus Zuschauersicht noch nicht zeigen konnten. Die NGL musste ihr Konzept einer Teamliga ebenfalls radikal verändern. Das ursprüngliche King-of-the-Hill-System wird nur noch in der fast schon zweitklassigen NGL 3on3 Liga verwendet, der Fokus liegt mit der NGL ONE Season 6 nun klar auf Einzelkämpfen. Beide großen Ligen spürten den immensen Druck der Clans, die nicht länger Minusgeschäfte für ein bisschen Mannschafts-Prestige in Kauf nehmen wollten. Doch die EPS? – Sie geht in die vierzehnte Saison. Mit etwas weniger Preisgeld, aber ansonsten unverändert.Konstanz statt Veränderung – Das trifft auch auf die meisten Teilnehmer der EPS zu. Susiria musste MYM verlassen und ging als Konsequenz nach vielen erfolgreichen – und zuletzt weniger erfolgreichen – Jahren inaktiv. Ein Miou dagegen spielt immer noch, hat es sich nach sechs Jahren der Dominanz im Mittelfeld gemütlich gemacht und steht weiterhin bei SK Gaming unter Vertrag. Und die mittlerweile erdrückende Orcherrschaft: Lyn, Grubby oder Fly gewinnen zusammen gefühlt jedes zweite Turnier. – Doch in der EPS? – Vier Humans, drei Undeads, fünf Orcs und vier Nachtelfen – ausgeglichener geht es kaum. An der Spitze stand außerdem letzte Saison ein Undead, der sich im Zweifelsfalle auch einmal die Tower der Humans ausleiht.
Jung gegen alt
Dieses Jahr dürfen wir uns wieder auf den Kampf der alten Hasen gegen die jungen Wilden freuen. Night, Farmer, Showt1me – man darf gespannt sein, wie sie sich gegen Deutschlands Elite schlagen. Ob sie um den Klassenerhalt kämpfen oder ob sich neben S.o.K.o.L und Miou im Mittelfeld festsetzen können. Vielleicht kommt es ja auch ganz anders und wir erleben einen ähnlichen Durchmarsch, wie ihn Eric letzte Saison vollführen konnte. Nach Sperre wegen Betrugs an die Spitze der EAS, von dort durch die Relegation und dann direkt auf die Finals. Eine Geschichte dieses Ausmaßes wird es vielleicht nicht werden. Aber es wird sich anderes aufregendes finden. Vielleicht XlorD, der sein angekündigtes Ziel vom Titelgewinn ohne eine einzige Niederlage erreicht. Vielleicht Hanf, der es noch einmal auf die Finals schafft. Oder vielleicht doch einer der Neuzugänge, der mit ein paar Überraschungssiegen auf sich aufmerksam macht? – Man wird sehen. Die Spannung ist da.Bis wir uns über den ersten Überraschungssieg, den ersten Fauxpas, den ersten Ausrutscher freuen dürfen, können wir uns gemütlich im Sessel zurücklehnen und das genießen, was der EPS ihren Charme gibt: ihre „Unaufgeregtheit“. Das Wechselkarussell darf sich gerne woanders drehen, inaktiv dürfen gerne andere gehen, Umstrukturierungen dürfen gerne andere bekannt geben – die EPS, das ist gelebte Konstanz, der Ruhepol im gerade so stürmischen Warcraft-3-Alltag. Wir freuen uns über das hundertste „Ich konnte leider diese Woche fast gar nicht trainieren“-Statement, freuen uns über jedes Rassengeswitche von XlorD gegen Orc, freuen uns über Mious geliebte Fastexe, freuen uns über jedes knappe Spiel, das 2:1 ausgeht – kurzum: Wir freuen uns, dass es wieder losgeht.

