Heute war der erste Tag auf der CeBIT, an dem World of Warcraft gespielt wurde. Bereits in den – für eSport-Verhältnisse – frühen Morgenstunden starteten die ersten Arena-Matches. Nils ‚hellphyte‘ Johannsen beschäftigt sich normalerweise nicht mit der Materie WoW, versuchte sich heute aber trotzdem einen Einblick zu verschaffen – mit ernüchterndem Ergebnis.
Ab heute ist es da. Das hässliche Entlein der Intel Extreme Masters: World of Warcraft. Keine Zeit wollte man offenbar verschwenden und startete bereits um 10 Uhr morgens mit den ersten Spielen. Der Andrang war dementsprechend mau, ebenso die Stimmung. Müde Gesichter auf und neben der Bühne nerdeten vor sich hin und bei Matt Rider und James Harding hatte man das Gefühl, als trauten sie sich noch nicht so richtig, die morgendliche Ruhe mit allzu lauten Casts zu stören.
Da bis zum Counter-Strike-Start zwischen 14 und 15 Uhr jedoch sowieso noch reichlich Zeit war, konnte man sich als WoW-Unbeteiligter das lustige Treiben in Ruhe anschauen. Zuerst einmal die Entwicklung der Zuschauer: Im Laufe des Vormittags füllten sich plötzlich nahezu alle Plätze rasend schnell mit den verschiedensten Zuschauern. Aber was wollten die eigentlich da? – WoW gucken zumindest die wenigsten von ihnen. Die meisten nutzten die seltene Sitzgelegenheit, um auf ihrem Messe-Rundgang kurz die Füße entspannen zu können. Vereinzelt waren auch zugefallene Augen zu erkennen, die aber ab und zu durch das bunte Treiben auf der Bühne aufgeschreckt wurden.
Wer interessiert sich wirklich für WoW?
Erst später stießen Zuschauer hinzu, die auch der Rollenspielerriege zuzuordnen waren. Die Intensität auf der Bühne zeigte sich davon aber eher wenig beeindruckt. Als Reporter und uninteressierter Zuschauer hatte man auf wütende Nerds gehofft, die Notebooks zertrümmern oder ihre beiden Mitspieler in Grund und Boden flamen. – Fehlanzeige heute. Selbst in der Freegaming-Area gingen die Spieler mehr mit als auf der imposanten Hauptbühne. Lustig anzusehen war außerdem, wie die Spieler von Zeit zu Zeit während des Spiel einfach die Hände von Maus und Tatstatur nahmen und ihre Charaktere auf wundersame Weise selbstständig durch die Arena liefen. Hinzu kam der Kommentar, der mit sehr vielen „if“-s und „it’s like“-s gespickt war. – Insgesamt eine lustige Erfahrung, die Lust auf mehr macht.
Mehr Lust auf CS. Während hier massig Besucher durch die Halle schlendern, wirkt WoW nämlich nur wie ein Randprogramm zu dem richtigen Event, auf das alle warten: den klassischen 5on5-Shooter. Gestern versammelten sich verhältnismäßig viele Leute, die ganz offensichtlich vorher gar nicht wussten, was eSport ist, hinter den CS-Spielern und guckten gebannt zu. Ein Fadenkreuz, viele Emotionen und ein simples Spielprinzip – das versteht jeder. WoW dagegen verstehen hier nur die Wenigsten und kaum jemand hat Interesse, etwas daran zu ändern. Man akzeptiert das schwarze Schaf im Turnierbereich recht kommentarlos und hofft eigentlich insgeheim, dass alles schnell und glatt über die Bühne geht. Damit das beginnt, wofür wir alle hier sind: klassischer, simpler eSport.