Die letzten drei Tage standen ganz im Zeichen der europäischen Teams und ihren Continental Finals. Doch jetzt wird’s bunt auf der CeBIT. Mit dafür verantwortlich: Team EG.us. Die Amerikaner wollen die Platzhirsche aus Europa aufmischen. Nils ‚hellphyte‘ Johannsen hat sie dabei beobachtet und war fasziniert von der Art und Weise ihres Auftretens.
„What are you doing heeeeeereee!?“, Matt ‚Warden‘ Dickens reichte es nicht, sich zusammen mit seinem Team über das 16:14 gegen x3o zu freuen. Die ebenfalls amerikanischen Gegner mussten sich auch die ein oder andere Stichelei gefallen lassen. „Der Spruch war an mehLer gerichtet. Er spielt im Internet so viel stärker als im LAN, da konnte ich es mir nicht verkneifen.“ – Selbstbewusste Worte von einem selbstbewussten Mann. Und das, obwohl die Leistung eigentlich alles andere als ansprechend war. Wenig dynamisch, fast etwas unsicher quälten sich die CGS-Heimkehrer über die Map, lediglich Jordan ’n0thing‘ Gilbert machte einen äußerst sicheren Eindruck. Der Wille beim Rest des Teams war zwar ebenfalls vorhanden, aber manchmal schienen sie sich selbst zu fragen, wie schwammig ihre Hand gerade über das Mauspad ruderte.
Auf dem Server wie Opas, außerhalb wie entfesselt
Doch so durchwachsen das „Opa-CS“ und der schwankende Skill sein mögen, macht es trotzdem eine Menge Spaß, den Amerikanern von EG zuzuschauen. Frei nach dem Motto: Wenn wir sie schon nicht umschießen können, dann schreien wir sie eben um. Übertreibt es Warden jedoch und springt im Freudenrausch auf n0thing zu, wird es schon fast gefährlich. Dementsprechend verständlich, dass selbiger sich erst einmal dezent vom Kriegsschauplatz entfernte und erst zurückkehrte, als sich die Freude bei Warden nicht mehr länger in körperlicher Aggressivität äußerte.Es ist auf jeden Fall die Abwechslung, die man sich erhofft hat, nachdem man nun tagelang einmal mehr die altbekannten europäischen Topteams beobachten durfte. Zwar fehlt zur Krönung noch ein Jason Lake, der auch während einer laufenden Runde gerne einmal durchdreht, aber man gewöhnt sich schnell an den Anblick, dass das Trio Storm, Warden, fRoD ab sofort ohne seinen Schatten auftritt. Ähnlich zu vermissen sind leider auch die alten, kampfeslustigen roten compLexity-Trikots. Die sanftblauen EG-Shirts bilden allerdings einen guten Ersatz.
Löschen die coolen Amis das europäische Feuer?
Der erste Vergleich ging mit der Niederlage gegen Crack Clan für EG jedenfalls in die Hose. Das sollte sie aber nicht davon abhalten, weiterhin an sich zu glauben. Dabei ist vor allem die Wandlungsfähigkeit der fünf Mannen beeindruckend. Während sie ingame ausrasten wie kein anderer hier in der Halle 22, treten sie nach den Spielen extrem locker und angenehm auf. Kein hektisches Herausstürmen aus der Halle, keine angestrengten Konzentrationsübungen. – Einfach eine handvoll ganz cooler Amis.
Ein Stagematch mit ihnen könnte mit Sicherheit dafür sorgen, dass die teilweise unterkühlte Stimmung in der Location so langsam ins Rollen kommt. Und auch wenn sie dann wieder nur als „zweiter Sieger“ vom Server gehen sollten: Typen wie einen durchdrehenden Warden braucht der eSport und braucht vor allem dieses Event; über die romans und zonics dieser Welt wurde mittlerweile genug berichtet, ihr Spiel von Kopf bis Fuß analysiert und erklärt. – Genug davon, jetzt darf EG ins Rampenlicht. Wer sie hier vor Ort sieht, wird jedenfalls froh sein, dass sie da sind.
