Am Mittwoch um 19 Uhr läutete das Team Germany mit dem Spiel gegen Bulgarien die zweite Gruppenphase des European Nations Championships ein. Nach ziemlich genau einer halben Stunde konnte der Sieger bereits die 16. gewonnene Runde auf de_cbble auf seinem Konto verbuchen und somit stand der Sieger eindeutig fest. Natürlich wurden die verbliebenen Runden ebenfalls ausgespielt, wodurch das offizielle Endergebnis 24:06 für die Truppe aus Deutschland lautete.
Das Spiel begann mit einer Messerrunde, die man zurecht als Omen bezeichnen konnte: Der erste Frag im Länderspiel Deutschland gegen Bulgarien wurde nicht, wie man erwarten sollte, von einem Deutschen an einem Bulgaren oder umgekehrt vollführt, sondern von einem Bulgaren an seinem eigenen Teamkollegen. So startete das Spiel direkt mit einem besonders schönen Teamkill durch das Messer von Bojidar „kaNarkO“ Iliev. Solch eine Blöße lässt sich das deutsche Team selbstverständlich nicht entgehen und wählt wenige Augenblicke später die Seite der Verteidiger als die ihrige.
Die erste Hälfte – Deutschland als Verteidiger
In der ersten Runde bereiteten sich also die deutschen Spieler auf die Bewachung der Bombenplätze vor. Die Positionen an sich bargen allerdings keine großen Überraschungen – zwei Mann an der CT-Base, namentlich David „CHEF-KOCH“ Nagel und Marc „silent“ Wachsmuth, und drei Mann auf dem großen Bombenplatz, besetzt durch Martin „fleks“ Wehrmann, Roman „roman“ Ausserdorfer und Navid „Kapio“ Javadi. Auf der anderen Seite bauten sich die Jungs aus Bulgarien alle bis auf Viktor „Ba6Ta_V1“ Starchev, der in der Mitte auf seine Chance von hinten aufzuräumen wartete, vor dem Bombenplatz B auf. Nach kurzer Zeit flogen dann auch schon eine ganze Reihe von Granaten durch die Luft, doch offensichtlich vergebens, denn Martin „fleks“ Wehrmann konnte sich sofort mit einem Kopfschuss von ganz hinten den ersten Frag sichern.
Nachdem seine Kollegen ihm dies in Bezug auf drei weitere Gegner, inklusive des zurückgelassenen, gleichgetan hatten, entstand allerdings auf einmal eine Situation, die unter den deutschen Fans mit Sicherheit für Aufregung sorgte: Bojidar „Neek0“ Kamburov schaffte es sich bis in die CT-Base durchzukämpfen, auf dem Weg drei seiner Gegner auszuschalten und tatsächlich noch die Bombe zu legen. Mit dem Ziel zu eben dieser zu gelangen fiel schließlich auch Navid „Kapio“ Javadi und übrig blieb allein Martin „fleks“ Wehrmann, der jedoch umgehend die Kontrolle über das Geschehen erlangte und die Bombe im letzten Moment entschärfen konnte.
Es folgten natürlich zwei Sparrunden der Bulgaren, die beide problemlos an die Verteidiger gingen. Interessant wurde es dennoch erst in der sechsten Runde, denn in den Runden davor scheiterten die Terroristen an der mit David „CHEF-KOCH“ Nagel und Marc „silent“ Wachsmuth optimal besetzten Mitte. Während die vorigen Runden beinahe ein einseitiges Spiel befürchten ließen, konnten die Bulgaren in der sechsten Runde den großen Bombenplatz erschreckend problemlos einnehmen. An dem ersten Rundensieg der Angreifer konnte man nichts mehr ändern und so stand es 05:01 für das deutsche Team.
In den nächsten Runden zeigte Team Germany dann wieder, wozu sie wirklich fähig waren: Marc „silent“ Wachsmuth rettete gleich zweimal die Runde zu Gunsten seines Teams und David „CHEF-KOCH“ Nagel verteidigte die CT Base kurzer Hand alleine gegen drei heranstürmende Gegner – 08:01.
Wirklich spektakulär und nervenaufreibend wurde es wieder in der 13. Runde, als es bereits 11:01 stand. Martin „fleks“ Wehrmann, der sich schon im ganzen Spielverlauf von seiner allerbesten Seite präsentierte, wollte wahrscheinlich eindeutig beweisen, dass er nicht nur mit der M4A1 bzw. der AK47, sondern auch mit der AWP etwas drauf hat. So stand er durch einige Ablenkungsmanöver der Bulgaren auf einmal alleine der ganzen bulgarischen Mannschaft auf B gegenüber. Hatte man als Zuschauer mit der Runde schon abgeschlossen, wurde man zum wiederholten Male in diesem Spiel von der unheimlichen Stärke dieses Ausnahmespielers überrascht. Martin „fleks“ Wehrmann schaltete nach einander alle Terroristen aus und vereitelte einen weiteren starken Angriff auf seinen Bombenplatz – 12:01.
Die letzten beiden Runden lassen sich kurz zusammenfassen: Nachdem etwas unglücklich mehrere Spieler des deutschen Teams gefallen waren, nahmen die Bulgaren ohne Probleme den großen Bombenplatz ein und verzeichneten den zweiten Rundensieg. In der letzten Runde zeigte sich dann mal wieder wie wenig Chancen die Angreifer auf dem anderen Bombenplatz hatten. Obwohl David „CHEF-KOCH“ Nagel in der Mitte relativ früh ausgeschaltet werden konnte, verhinderten die restlichen Spieler des Team Germany den dritten, bulgarischen Win – Endstand: 13:02.
Die zweite Hälfte – Deutschland als T
Mit gerade einmal zwei Wins wussten wohl auch die Bulgaren, dass ihre Chancen mehr als schlecht standen. Entscheidend ist bei einem solchen Spielstand wie immer die Pistolenrunde und für die hatte sich die deutsche Mannschaft eine interessante Taktik zurecht gelegt. Nachdem sie sich anfangs aufgeteilt und auf einen zu offensiven Verteidiger gehofft hatten, starteten sie später in der Runde insgesamt vier Täuschungsmanöver, die den Gegner erst einmal gründlich durcheinander bringen sollten. Die Bulgaren ließen sich aber nicht wirklich beirren. Stattdessen erwarteten sie die Deutschen auf dem großen Bombenplatz mit den gewöhnlichen drei Verteidigern und nach und nach fielen schließlich alle Angreifer – 0:1.
Nach zwei eindeutigen Sparrunden auf Seiten der Angreifer wurde es in der vierten Runde hochinteressant. Wieder war es Martin „fleks“ Wehrmann, der die Runde entschied und den Siegeszug einläutete: Nachdem sich alle Spieler auf dem großen Bombenplatz versammelt hatten und eine leichte Unterzahlsituation zu Ungunsten der Deutschen entstanden war, legte der Spieler von OCRANA.ATI die Bombe, während es von Gegnern nur so wimmelte. Als die Bombe gelegt war, hatten die Angreifer natürlich einen enormen Vorteil, denn sie konnten die Bombe sogar vom Gang aus bewachen. Zwar schalteten die Bulgaren noch alle deutschen Spieler aus, aber der letzte verbleibende, bulgarische Spieler vermochte es nicht mehr rechtzeitig die Bombe zu entschärfen – 14:05.
Ärgerlich aber auch völlig normal: Die Sparrunde der Verteidiger. Wie zu erwarten, waren diese nicht in der Lage, die gut ausgerüsteten Gegenspieler auf dem großen Bombenplatz aufzuhalten und somit hatte Deutschland schon das Unentschieden erreicht – 15:05. Die letzte entscheidende Runde fasste dann eigentlich nochmal den kompletten Verlauf der letzten 20 Runden zusammen: Die deutschen Spieler greifen an allen möglichen Punkten mit ein oder zwei Spielern an und schalten die fünf Bulgaren ohne jegliche Verluste aus – 16:05.
Fazit
Es sind sich wohl alle einig darüber, dass Deutschland dieses Spiel ohne Probleme dominiert hat. Obwohl die Bulgaren in letzter Zeit in Form des Teams von 3wD.international für einige Überraschungen sorgen konnten, bestand für sie nie die Chance das Spiel noch zu drehen. Deutschland auf der anderen Seite hat ein großartiges Spiel abgeliefert. Beobachtete man zum Beispiel die Bewegungen des Teams, das Verschieben und aufeinander Einstellen, so könnte man fast meinen die fünf Spieler haben sich wochenlang vorbereitet. So fasst es auch der Spieler Roman „roman“ Ausserdorfer in einem Statement absolut treffend zusammen: „Wir hatten zwar nicht trainiert, aber im Spiel konnten wir uns super absprechen und somit war das nötige Teamplay da.“
Neben dem Eindruck des eingespielten Teams strahlte das Team Germany eine unglaubliche Ruhe aus. Der Matchwinner Martin „fleks“ Wehrmann äußerte sich dazu nach dem Spiel wie folgt:
„Wir gaben als CT zwar zwei Terrorrunden ab, hatten jedoch nie das Gefühl, dass diese zwei Runden uns zum Verhängnis hätten werden können. Entsprechend gelassen gingen wir in die zweite Halbzeit und beendeten diese souverän mit 11-4. Letztendlich kann man sagen, dass uns die Bulgaren skillmäßig einfach unterlegen waren.“
Der letzte Punkt dürfte der Knackpunkt sein: Bulgarien war schlicht und ergreifend unterlegen, was die Leistung der Deutschen aber nicht schmälern sollte. Die Frage, die sich ergibt, ist nur: Wie sieht es gegen Gegner aus, die auf keinen Fall unterlegen, sondern vielleicht sogar stärker sind? Mit Frankreich und Polen hat die deutsche Mannschaft zwei eben solcher Teams zugelost bekommen und muss, sollte nicht etwas wirklich Unerwartetes geschehen, mindestens eins dieser Teams besiegen, um weiterzukommen. Können unsere fünf Vertreter die Leistung von heute halten und vielleicht sogar ein wenig ausbauen, müsste es für die ENC Playoffs auch diese Saison reichen.