Was Mitte des Jahres 2007 als kleines Turnier startete, ist heute einer der beliebtesten und bekanntesten Warcraft-3-Cups der Welt. Vom Amateur bis zum Vollzeitprofi ist jeden Samstag ab 15:10 Uhr so ziemlich alles vertreten, was die Szene zu bieten hat. Wieso der Zotac-Cup eine solche Größe erreicht hat, was die Profis über ihn denken und wie die Zukunft des Turniers aussehen wird, beschreibt Fabian ‚te_X‘ Held.
Am 10. November im Jahre 2007 war es soweit: Der GameSports-Cup ging einen wichtigen Schritt und wurde zum Zotac-Cup. Der Grafikkartenhersteller übernahm das wöchentliche Warcraft-3-Turnier, welches immer mehr Teilnehmer begrüßen durfte und dessen Beliebtheit konstant stieg. Ausgetragen und organisiert wird der Cup von der Firma hinter GameSports: der Freaks4U-Gruppe, welche unter anderem auch für die NGL-Ligen verantwortlich ist.
Der Weg zum Erfolg
Zur Partnerschaft konnte der GameSports-Cup bereits sein Achtwöchiges feiern; viele Hürden waren genommen. Der erste Sieger war im deutschen Undead-Spieler Timo ‚Fly‘ Garb gefunden worden und der Bekanntheitsgrad der Teilnehmer stieg stetig. So tummelten sich schon bald Spieler wie Manuel ‚Grubby‘ Schenkhuizen und Mihail ‚XyLigan‘ Ryabkov in den Turnierbäumen des Cups. Dass auch die Profis gerne dabei sind, ist laut Aussage von Raphael ‚vash‘ Bauer auf das große und erfahrene Admin-Team zurückzuführen, welches jede Woche für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Durch die mittlerweile doch recht lange Geschichte des Turniers konnte sich das Admin-Team immer weiter verstärken und besteht nun aus einem alteingesessenen und erfahrenen Kern, gespickt mit einigen frischen Leuten.
So folgten auf die europäischen Profi-Spieler bald die asiatischen und vor allem koreanischen, welche das Turnier zusehends dominierten. Mit viel Disziplin spielten sie bis zum Morgengrauen, da das Finale gerne mal um 10 Uhr morgens koreanischer Zeit stattfinden kann. So kam es, dass sich von den letzten 22 Ausgaben lediglich fünfmal ein Europäer (zweimal LucifroN, je einmal Grubby, Hot und DowaQ) die 100€ Preisgeld sichern konnte. Mit konstanten Spielerzahlen von 450 bis 512 wurde der Zotac-Cup zu einer festen Größe in der Warcraft-Szene. Seine Existenz ist noch bis Mitte Januar 2010 vertraglich gesichert.Bekannte Gesichter auch aus Deutschland
In den letzten Wochen nahm auch der deutsche Tobias ‚Reign‘ Muth immer öfter am Zotac-Cup teil, dabei erreichte er sogar schon das Halbfinale. „Warum ich so oft Zotac spiele, liegt wohl daran, dass es die einzige Möglichkeit für mich ist, gegen alle Rassen zu spielen“, erklärt er gegenüber readmore.de. „Laddern kann ich wegen meiner schlechten Internetleitung nicht und Customgames motivieren mich nicht wirklich. Samstag 15:00 Uhr ist auch eine schöne Zeit, wo nicht viel los ist bzw. ich nicht viel vor habe.“ – Neben ihm waren auch Eduard ‚VoShiX‘ Ebel, Sebastian ‚Energize‘ und Fabian ’sH0WT1Me‘ Seither als deutsche Vertreter des Öfteren vorne mit dabei.
Auch bei den Fans findet das Turnier einen großen Anklang, denn es bietet dem Hobby-Spieler die Möglichkeit, gegen ihre Idole anzutreten. Ferner entstehen im Laufe des Turniers oft viele spannende Begegnungen, da auch unbekanntere Spieler die Chance haben, sich ins Rampenlicht zu spielen und teilweise mit frischen Ideen die alte Elite ins Schwitzen bringen.
Wohin ist es schon gegangen und wohin kann es noch gehen?
Der durchschlagende Erfolg in der Warcraft-Szene, brachte den Veranstalter dazu, das Konzept Zotac-Cup weiter auszubauen. So gibt es jetzt auch Zotac-Cups in den Disziplinen DotA, Stracraft und FIFA. Das Konzept blieb dabei weitestgehend unangetastet. Der Sponsor kann sich der Wirkung seiner Werbung wohl sicher sein: Bei einer Umfrage von GameSports gaben 69% der Teilnehmer an, die Marke Zotac durch den Cup kennen gelernt zu haben.Veränderungen scheinen aber auch keine nötig zu sein, viel zu verbessern gibt es nicht. Die einzigen Dinge, die Reign stören „sind die ersten drei bis vier Runden, da man in denen so lange auf den Gegner warten muss bzw. die Admins teilweise überfordert sind mit all den ‚Problemen‘ der Spieler“. So oder zumindest so ähnlich werden es wahrscheinlich auch die meisten anderen, erfahreneren Spieler sehen. Zuletzt musste sich lediglich der Mappool eine kleine Auffrischung über sich ergehen lassen: Deathtrap musste für Road to Stratholme weichen, nun wird es in der nahen Zukunft keine Änderungen mehr geben, da man laut vash derzeit sehr zufrieden mit den Entwicklungen des Tagesturniers ist.
Die lange Geschichte der Zotac-Cups wird also in Zukunft weitergeschrieben werden – sei es in Starcraft, DotA, FIFA oder eben der Ursprungsdisziplin, die derzeit allen voran die Fahne des Sponsors hoch hält. Weitere Disziplinen sind allerdings denkbar. Genauso stehen noch Entwicklungen im WC3-Wettbewerb offen: So könnte man den Schritt zu einem Monats- und Saison-Finale wagen, wie es der alte Incup etabliert hatte. Potential steckt sicherlich auch noch in einem 2on2-Turnier à la Fit4Gaming – einmal etwas anderes für die mit Solo-Spielen verwöhnte Szene.

