Wie rakaka.se mit Hinweis auf Äußerungen des früheren SK-Spielers Seong Deok ‚SoJu‘ Lee auf der claneigenen Homepage berichtet, schuldet der deutsche Clan dem Koreaner sieben Monatsgehälter. SK Gamings Managing Director Alexander ‚TheSlash‘ Müller antwortet nun auf diese Anschuldigungen in seinem Blog, und stellt fest, dass „mehr als 10% des Budgets für 2008 immer noch fehlt“ was zu Zahlungsschwierigkeiten führt.
Der Warcraft-3-Spieler ist der Erste, der sich über fehlende Gehalts-, Preisgeldauszahlungen oder Rückerstattung von Reisekosten durch SK Gaming beschwert. Gerüchten zu Folge ist er aber nicht der Einzige dem SK noch Geld schuldet. So sollen laut readmore.de vorliegenden Informationen auch die Counter-Strike-Spieler für zwei Monate kein Gehalt erhalten haben, obwohl dieses für das Jahr 2009 bereits reduziert worden war.Alexander ‚TheSlash‘ Müller wollte zuerst keinen Kommentar zu den Anschuldigungen abgeben, schrieb aber später einen Blogeintrag auf SK-Gaming.com und erklärte dort, worauf die Beschwerden seines ehemaligen Schützlings basieren. Laut dem Managing Director wurden über 10% des Budgets für das Jahr 2008 noch nicht an die Organisation ausgezahlt, sodass diese nicht in der Lage ist SoJu, sein Gehalt zukommen zu lassen. Er erklärte außerdem, warum SK diese Probleme bisher nicht öffentlich gemacht hat: Zum einen sehe man sich als „Anwalt“ für die Spieler und wolle sicherstellen, dass die Gelder der Sponsoren auch bei den Akteuren ankommen, zum anderen wolle man aber die Sponsoren nicht verärgern. Bezüglich SKs Zukunft stellt Müller fest, dass man dieses Jahr wahrscheinlich mehr Sponsoren haben werde als 2008. „Einige Leute glaubte, dass es mit SK bergab geht, was falsch ist“, erklärte der Managing Director des weltweit wohl führenden Clans. Ob SK allerdings dieser Ankündigung gerecht werden kann, bleibt abzuwarten.
Allerdings ist der deutsche Clan auch nicht die einzige Organisation die Schlagzeilen mit Zahlungsproblemen machte: Vor kurzem wurde die Community von der Insolvenzerklärung von MYM / ESNation erschüttert und auch mTw gab zu Protokoll, man hätte finanzielle Probleme, blicke aber optimistisch in die Zukunft. Außer diesen großen Organisationen haben auch kleinere Clans bereits Teams entlassen. Des Weiteren scheinen sich die Gehälter der Profis – unabhängig vom Spieletitel – innerhalb der letzten sechs Monate massiv verringert zu haben.
Möglicherweise resultiert dieses Problem auch aus Schwierigkeiten bei fast allen Turnierveranstaltern, das ausgelobte Preisgeld auszuzahlen. Selbst die ESL – vielleicht die letzte feste Säule des eSports – gab bekannt, dass man Preisgelder von verschiedenen Turnieren an die Gewinner noch nicht auszahlen konnte. Auch die Gewinner des ESWC 2008 gucken in die Röhre. Nachdem die Muttergesellschaft vor wenigen Tagen Insolvenz anmeldete, scheint es sehr unwahrscheinlich, dass die Preisgelder noch ausgezahlt werden.Verschärft wird die Problematik noch durch die weltweite Wirtschaftskrise, die es offensichtlich den großen Clans schwer macht Sponsoren zu finden. Sowohl SK als auch mTw, die im letzten Jahr noch auf den angeschlagenen Chiphersteller AMD als Hauptsponsor zurückgreifen konnten, befinden sich immer noch auf der Suche. Auf Dauer werden wohl auch diese in den letzten Jahren so verlässlichen Organisationen ohne Unterstützung Probleme bekommen.

