Gestern trennten sich die a-Losers von ihrem CS:S-Team und nannten als Grund unter anderem, dass für eine Zusammenarbeit „gewisse Umgangsformen und Respekt“ nötig wären. Diese sprach man dem Team offenbar ab. Im Gespräch mit Nils ‚hellphyte‘ Johannsen äußert sich Team-Captain Tim ’save‘ Isenberg zu den Vorwürfen und erklärt, dass vor allem von a-L viele Versprechungen nicht gehalten wurden. Ebenso unterstellt er dem Clan fehlende finanzielle Mittel.
Dabei begannen die Spannungen zwischen Clan und Spielern zunächst äußerst harmlos, ging es doch lediglich um die Bereitstellung eines Gameservers. So konnten die a-Losers die versprochene Spieleplattform nicht offerieren, was zu Unmut bei den Mausakrobaten führte. save schildert den Vorfall folgendermaßen:
„a-L hat es nicht geschafft, innerhalb von zwei Wochen einen Server für uns zu organisieren. Es hieß immer ‚der Server kommt‘. Erst nachdem wir wirklich Druck gemacht haben, kam der Server, der aber nicht einmal die Performance hatte, die uns zugesichert wurde.
Als Konsequenz daraus schaute man sich nach anderen interessierten Clans um, um eine Alternative zu a-L zu haben. Von diesem Unterfangen bekam der Sportdirektor der a-Losers, Chritian ‚PsYcHo‘ Lenz, jedoch Wind und bat somit um ein klärendes Gespräch, welches auch erfolgreich war. So einigte man sich darauf, dass man weiter zusammenarbeitet und das Team sich nicht länger bei anderen Organisationen anbietet. Dieser Frieden hielt allerdings nur, bis es um die Planung für eine Teilnahme an der Lanparty ‚The Summit‘ ging.
„Lenz hat mir Anfang Januar, als ich das Team bei a-L aufgebaut hatte, schon zugesichert, dass wir die Summit auf jeden Fall bezahlt bekommen. Wir haben innerhalb der letzten drei Monate unzählige Male angefragt, wann das geklärt werden soll und immer wurde es nach hinten verschoben. Angeblich ist dann letzte Woche Donnerstag überwiesen worden. Aber bis heute sind die Tickets nicht bezahlt, was mir wieder zeigt, dass es einfach nur Gerede war. Ich habe nach einem Screenshot von der Überweisung gefragt, damit wir irgendeinen Grund hätten, ihnen zu vertrauen. Aber natürlich kam der nicht.“
So berichtet save über die Unstimmigkeiten mit dem Management, die immer brisanter wurden, als auch Gehaltszahlungen an einzelne Spieler ausblieben. Doch anstatt nun die Reißleine zu ziehen, war save weiterhin fest davon überzeugt, die Probleme lösen zu können. Dabei ist es ihm wichtig zu erwähnen, dass es nie persönliche Probleme mit Christian Lenz gab und er deswegen auch nicht nachvollziehen kann, weshalb das Clan-Management nun so ein negatives Statement zu der Trennung verfasst hat. Doch aus rein sportlicher Sicht wurde für ihn zum Ende hin immer deutlicher, dass seine Mannschaft innerhalb des Clans offenbar nicht die geforderte Anerkennung finden wird.
„Uns hätte es schon auffallen müssen, als a-L sich neben dem 1.6-Team und uns noch das CS Female-Team und das WC3-Team geholt hat. Eine ‚intakte‘ Beziehung, wie es im Statement stand, hat es nie wirklich gegeben, weil wir immer den Sachen hinterhergelaufen sind. Erst wenn wir richtig Druck gemacht und mit Abgang gedroht haben, kamen die Dinge.“
Tim Isenberg weist darauf hin, dass man äußerst gute Ergebnisse abgeliefert hätte, aber auch dies nicht half, die Bevorzugung anderer Teams zu unterbinden. Dass man nun ihn selbst und seine Mitspieler als „unprofessionell und unzuverlässig“ hinstellt, kann er nicht nachvollziehen. Ebenso erfuhr er, dass das Statement der a-Losers ein Management-Mitglied verfasst hätte, welches gar keinen Kontakt zum CS:S-Team hatte. Das würde seine These deutlich unterstreichen. Eine saubere Trennung wäre auch dem gesamten Team lieb gewesen, aufgrund der Seitenhiebe der a-Losers sieht er sich jedoch dazu gezwungen, seine Sicht der Dinge zu schildern. Den Clan an sich schlecht zu machen, war dabei nie sein Ziel.
„Ich kam mir vor wie bei einem [FUN]-Multigaming-Cl4n. – Es hätte nur noch ein monatlicher Beitrag für einen TS2-Server gefehlt. Ich behaupte ganz einfach das, was die ganze Community ebenso denkt: Lenz oder die Hartz-Losers haben keine Kohle. Es kann nicht sein, dass man bei einem Clan wie a-L – der seit Ewigkeiten im Geschäft ist – hinter jeder Sache Ewigkeiten hinterherrennen muss, bis mal was passiert. Und wenn man bedenkt, dass ab Montag in der EAS der Account a-L gehört hätte, ist doch wohl verständlich, dass man sich nach vertraulicheren Partnern umsieht.“
Zum Abschluss räumt save auch eigene Fehler ein und gibt zu, dass sich einige seiner Spieler auch nicht immer ganz korrekt gegenüber dem Management verhalten haben. Dies sei jedoch erst vorgekommen, nachdem man schon mehrere Wochen auf die Erfüllung von Versprechungen gewartet hätte und sich deshalb Frust aufgestaut hatte. Er zieht einen Vergleich zum Fußball, wo Spieler auch ab und zu streiken, wenn keine Gehälter gezahlt werden und kommt zu dem Schluss:
„Wer so ein Statement verfasst, ohne uns zu kennen, hat einfach nichts im professionellen eSportgeschäft zu suchen.“