Vor einigen Stunden gingen die ESWC Masters im südkoreanischen Cheonan zuende. Das als letztes ausgetragene Counter-Strike-Turnier fand schließlich seinen Sieger in fnatic, die im Halbfinale mousesports geschlagen hatten. Die deutschen Vertreter spielten sich im kleinen Finale dann immerhin noch auf Platz Drei. Im Gespräch mit Nils ‚hellphyte‘ Johannsen erklärt Navid ‚Kapio‘ Javadi, woran es gelegen hat und warum er mit dem dritten Platz nicht ganz zufrieden ist.
readmore.de: Bist du eher enttäuscht, dass es nun nicht mehr als der dritte Platz geworden ist oder kann man mit der Top 3-Platzierung zufrieden sein?
Navid ‚Kapio‚ Javadi: Die Platzierung sieht ganz gut aus, aber letztendlich hatten wir ein recht einfaches Bracket und auch keine schweren Gruppengegner. Wir haben deshalb leider nur gegen ein einziges richtiges Topteam gespielt – fnatic – und in dem Spiel waren sie uns leider überlegen, diese Tatsache ist im Moment eher enttäuschend. Klar können wir auch zufrieden sein, schließlich war eine Top-3-Platzierung unser Ziel, aber so wie es im Endeffekt gelaufen ist, ist es wie gesagt enttäuschend.readmore.de: Lass uns etwas über das fnatic-Spiel reden. Auf de_nuke habt ihr als CT in etwa so viele Runden geholt, wie ihr euch vorgenommen hattet und dann auch die Terror-Pistol gewonnen. Aber was lief danach falsch?
Kapio: Sechs Runden als Counter-Terrorist ist eigentlich in Ordnung, aber ich habe glaube ich zwei 1on1s geholt, genauso wie die letzte Runde und am Ende, soweit ich weiß, noch ein 1on1 gegen Gux. Das war anscheinend Glück. Ich habe nicht genau mitbekommen, was passiert ist, aber in den Comments habe ich gelesen, ich hatte Timeluck. Ehrlich gesagt hätten wir deshalb als CT auch viel mehr Runden kassieren können, deshalb ging es in Ordnung.Als Terror ging es dann schon in der zweiten Runde los. In der Spar konnte fnatic zwei, drei, vier Leute aus dem Spiel nehmen und die dritte Runde war dementsprechend schwer zu spielen, da wir eben nicht genug Equipment hatten, fnatic aber eine Waffe von uns und sie außerdem richtig heiß waren. Sie haben dann auch sehr gut getroffen und im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte sind die Sachen, die wir uns überlegt hatten, überhaupt nicht aufgegangen.
Auf de_nuke hatten wir uns aber auch nicht so gut vorbereitet, um ehrlich zu sein, da wir etwas andere Maps spielen wollten. Aber wir konnten an einem Tag zum Trainieren ins Internet-Café gehen und haben dort auch gegen fnatic gespielt. Da lag uns de_nuke besser als de_train. Das war es, weshalb wir gesagt haben, dass wir de_nuke spielen wollen. Letztendlich war das wohl keine gute Entscheidung. Aber im Grunde war es egal, was wir hätten spielen können, da fnatic uns heute einfach überlegen war und ich glaube, eine andere Map hätte dort keinen großen Unterschied gemacht.
readmore.de: Auf de_inferno kamt ihr dann vor allem als Counter-Terroristen am Anfang überhaupt nicht zurecht. Vor allem bei der Deckung der Mitte gab es untereinander Unstimmigkeiten. Woran lag das?
Kapio: Wir wussten, was fnatic gerne als Terror auf de_inferno spielt, nämlich auf Kontakt in der Mitte. Das haben sie auf dem Event hier die ganze Zeit gespielt, das haben sie vorher schon gespielt und das haben sie auch gegen SK im Grand Final gespielt. Sie haben es also die ganze Zeit gespielt und wir haben uns deshalb für die erste Waffenrunde auch etwas überlegt. Leider konnten wir die Taktik nicht spielen, da ein Spieler von uns nicht richtig zugehört hat. Ich bin dann sehr schnell als Freefrag gestorben und die Runde war direkt gelaufen.Als Counter hätten wir einfach viel mehr Runden holen müssen. fnatic hat zwar gut getroffen, aber schlecht gespielt. Also ganz ehrlich: Wenn wir unser A-Game gezeigt hätten, dann hätten sie auch gut spielen können und trotzdem nicht mehr als vier Runden geholt. Die erste Waffenrunde müssen wir einfach haben und es war ein bisschen blöd, dass ein paar Sachen nicht so gespielt worden sind wie besprochen. Das hat mich dann eben etwas aufgeregt.
readmore.de: Wenn du sagst, dass ihr normal fnatic schlagen könnt: Würdest du dann auch sagen, dass ihr theoretisch in der Lage seid, mal wieder ein großes Turnier zu gewinnen?
Kapio: Um ein Event zu gewinnen, braucht man einfach ein bisschen Teamspirit und dazu noch einen guten Lauf. Im Moment sind uns die anderen Teams zwar überlegen, aber wir können sie trotzdem schlagen, da habe ich keine Zweifel. Wie gesagt: de_inferno müssen wir einfach holen, ob wir dann noch eine weitere Map geholt hätten, weiß ich nicht. Sie waren schon das bessere Team, aber wir haben auch einfach nicht gut gespielt. Und hätten wir gut gespielt, dann hätten wir wirklich gute Chancen gehabt, sie zu schlagen.
Ob wir dann auch SK geschlagen hätten, weiß ich nicht. fnatic spielt relativ einfaches CS, aber dafür mit gutem Teamplay und viel auf Skill, dazu haben sie auch echte Monster im Team. Von daher muss man schlau spielen gegen sie und das ist uns heute leider nicht einmal im Ansatz geglückt.
readmore.de: Wie geht man nach so einem Event damit um, dass mit dem KODE5 Global Final direkt ohne Pause das nächste wichtige Turnier auf dem Plan steht?
Kapio: Wir sind Profispieler und – mein Gott – wir haben jetzt zwei Tage frei, können uns ein bisschen ausruhen, müssen nicht früh aufstehen und können uns schon wieder regenerieren. Der kurze Zeitraum zwischen Ankunft zu Hause und Abreise nach Moskau (eine Nacht) könnte vielleicht etwas stressig werden, aber die anderen Teams haben auch maximal einen Tag frei, von daher starten alle mit gleichen Vorraussetzungen.
readmore.de: Würdet ihr für das KODE5 Global Final einen Sieg als Ziel nennen oder wieder eine Top-3-Platzierung wie auf diesem Turnier?Kapio: Es kommt darauf an: Wenn wir gut ins Turnier starten, einen guten Lauf haben und die Spieler sich wohl fühlen, dann kann man schon sagen, dass wir auf den Sieg zielen sollten. Alles andere wäre ja auch blöd, wenn man so gut drauf ist. Aber vor dem Event würde ich sagen, dass ich mit einer Top-3-Platzierung zufrieden wäre.
readmore.de: Was kannst du zum Abschluss generell zum ganzen Event sagen?
Kapio: Die Veranstalter haben sich schon Mühe gegeben. Sie haben eine große Halle gemietet, die Admins waren freundlich und das Hotel auch in Ordnung. Also das Drumherum war auf jeden Fall überzeugend, aber leider waren hier kaum Zuschauer und die Location somit unpassend, da sie andauernd leer war. Es war schon in Ordnung, aber kein Riesenevent wie das ESWC Grand Final und die ESWC Masters im letzten Jahr fand ich auch etwas attraktiver.
readmore.de: Vielen Dank für das Interview.



