Nicht die ex_interp-Entscheidung selbst, sondern vor allem die zu späte Information eines Admins über die Konsequenzen haben Cengiz ‚django‘ Tüylü zur deutlichen Kritik an der KODE5 veranlasst. Das erzählt der mousesports-Manager nun im Interview mit David ‚Craven‘ Abel. Zum Aus seines Teams findet er deutliche Worte: Nicht alle Spieler würden 100% mitziehen. Damit das Team Bestand haben kann, müsse es jetzt die EPS Finals gewinnen.
readmore.de: Im Spiel gegen wNv gab es eine sehr umstrittene Schiedsrichterentscheidung, als die Nutzung eines generell verbotenen ex_interp-Wertes auf de_inferno und de_dust2 nur mit einer gelben Karte statt mit Rundenabzug oder sogar Disqualifikation geahndet wurde. Du hast dich eben noch bei einem der leitenden Organisatoren beschwert. Kannst du den Ablauf mal aus deiner Sicht schildern?Cengiz ‚Django‘ Tüylü: Grundsätzlich habe ich mich nicht über die ex_interp-Entscheidung aufgeregt, sondern über die Art wie sie kommuniziert wurde, nämlich garnicht. Als wir Terror waren auf dust2 hat Fatih [gob b, Anm. d. Red.] schnell gemerkt, dass da einer mit der AWP mit interp spielt und relativ gut umgeschossen hat. Das wollten wir dann auch sofort prüfen lassen, aber das blieb ohne Konsequenzen, weil der Admin schlicht nicht mit uns geredet hat und das Spiel nach Änderung des Wertes einfach wieder hat weiterlaufen lassen. Nach der zweiten Map habe ich dann Thomas, den Mainadmin, angesprochen und erst dann wurde uns kommuniziert, dass wNv eine gelbe Karte erhalten habe. Naja, ich meine, wir führten 10:5 aus Hälfte 1 und als wir es bemerkt haben, stand es 6:0 für die Chinesen – auch dank der entscheidenden AWP-Frags mit interp – und da hätte man zu dem Zeitpunkt entweder Runden abziehen oder die Hälfte neu starten müssen, aber wir waren eben das Experiment für die Regeln des KODE5. Wir haben darunter zu leiden, dass KODE5 nun hoffentlich aus den Lücken im Regelwerk lernt. Natürlich hatten wir noch die Chance, das Spiel auf dust2 oder spätestens auf nuke zu gewinnen, aber ich rege mich einfach darüber auf, dass es nicht kommuniziert wurde.
readmore.de: Du hast dich ja im Nachgang umfangreich beschwert – war es dein Ziel, noch eine andere Entscheidung zu erreichen oder wolltest du nur deine Meinung nochmal äußern?
Django: Nein, wir haben den Chinesen gratuliert, die Hand gegeben und unsere Sachen abgebaut. Mir ging es nur darum, das mit Thomas nochmal zu erörtern um zu sehen, was da schiefgelaufen ist und meine Sicht als Team-Manager darzulegen. Hier sollte auch ein Lernprozess auf Seiten des Veranstalters stattfinden. Und dass ich meinem Frust Ausdruck verleihen wollte, ist wohl auch selbstverständlich.
readmore.de: Ohne jetzt nur von dem wNv-Spiel zu sprechen: In wie weit kannst du mit der Leistung deines Teams in den letzten Monaten zufrieden sein?
Django: Wir hatten ein schlechtes CeBIT-Turnier, haben zwar die vermeintlich stärkeren Teams wie MYM und SK schlagen können, ohne uns dann aber fürs Global Final zu qualifizieren, was eigentlich unentschuldbar ist. In der EPS läuft es eigentlich ganz gut, da sind wir Tabellenführer, dann eben diese Exkurse zu den KODE5-Qualifiern, wo wir mit Alternate und SK gegen zwei Teams verloren haben, die momentan sehr gutes Counter-Strike spielen und gegen die man absolut verlieren kann. Insgesamt kann man sagen, dass wir zwar streckenweise hochklassiges Counter-Strike spielen, aber schlicht die Konstanz fehlt. Das hat man eben auch auf dust2 gesehen, wo man einfach den Sack nicht zugemacht hat, obwohl das Spiel nach 10 CT-Siegen schon hätte entschieden sein muss.
readmore.de: 2008 konnte mousesports mit dem Sieg in Dubai bei der Global Challenge einen großen Erfolg feiern und wenn man das Team von heute mit dem von diesem Turnier vergleicht – würdest du sagen, dass der „Geist“ im Team heute ein anderer ist?Django: Ja, auf jeden Fall, aber das hat auch damit zu tun, dass wir für das Dubai-Turnier alle auf den Punkt genau richtig motiviert waren und auf das Turnier hingearbeitet haben. Und hier heute hatten wir das Problem, dass nicht alle Leute wirklich 100% mitziehen, dass nicht das alle dieses eine Ziel haben. Das spiegelt sich teilweise im Spiel wieder, aber auch außerhalb. Jetzt gerade hat man auch gegen wNv gesehen, dass manche den Sieg mehr wollen als andere. Das hat auch was mit dem „Hunger“ zu tun, den man hat. Mir kommt es manchmal so vor, als wenn der eine oder andere Spieler ein bisschen satt ist.
readmore.de: Was muss das Team jetzt leisten, damit es für die Zukunft Bestand haben kann?
Django: Das Team muss die EPS-Finals gewinnen.
readmore.de: Würde es dir reichen, wenn dein Team die EPS-Finals gewinnt, aber international nicht mehr oben mitspielt?
Django: Nein, das reicht grundsätzlich nicht, da es unser Anspruch ist, auch international richtig gut dabei zu sein. Aber die EPS Finals sind nun mal das nächste große Event und wir denken da von Event zu Event. Und da Alternate derzeit wieder richtig gut in Form ist, ist die Herausforderung auch sehr groß und die EPS hat immer einen besonderen Stellenwert für uns.
readmore.de Was wirst du und was wird das Team jetzt noch bis zu den EPS-Finals tun, um dort den Titel zu holen?
Django: Eine Garantie, den Titel zu holen, gibt es sowieso nicht, auch wenn wir jetzt 24/7 kellern. Bis dahin müssen wir noch viel kommunizieren, an den Fehlern arbeiten und ich bin so selbstbewusst und sage, dass wir zu den Finals topfit sein werden und wir spannende Finals erleben werden.
readmore.de: Vielen Dank für das Interview.

