Morgen geht es endlich los: Die e-Stars 2009 in Seoul starten. Live vor Ort: readmore.de-Redakteur Nils ‚hellphyte‘ Johannsen. In seinem ersten Blogeintrag berichtet er von der gestrigen Anreise, kulinarischen Hochgenüssen auf koreanisch und der ersten Besichtigung der Location. Ebenso macht er deutlich, warum eine frühe Anreise nützlich ist und worauf man beim Essen mit Grubby und Cassandra Acht geben sollte.
Seoul ist eine große Stadt, eine sehr große sogar, das ist mit Sicherheit nichts Neues. Aber richtig imposant wird es erst, wenn man es selbst am eigenen Leib spürt. Beispiel: Das von e-Stars angemietete Hotel wirbt mit „Nähe zum Flughafen“. In der Stadt, in dessen Ballungsraum 23 Millionen Menschen leben, heiß das in der Praxis: 90 Minuten Autofahrt. Soviel vorweg zu den Dimensionen. Als einsamer Redakteur macht man sich dort nur ungern allein auf den Weg und nimmt lieber die einfache Variante. In diesem Fall lautete sie für mich einfach etwa eine Stunde am Flughafen zu warten, um meine beiden persönlichen Reiseguides – namentlich Cassandra und Grubby – zu empfangen. Zielsicher steuerten wir so gemeinsam inklusive mTw.dk zum vier Sterne-Hotel.
Scharfe Tintenfische zwingen eSportler in die Knie
Erste Maßnahme nach der darauf folgenden Dusche: Essenssuche. Da ich zu meiner Schande gestehen musste, bei meinem letzten Koreaufenthalt nicht ein einziges mal koreanisches Barbecue gegessen zu haben, fiel die Wahl nicht schwer. Ein Restaurant-Mitarbeiter empfahl auch zugleich eine erlesene Auswahl von gebratenen Mini-Tintenfischen. Klingt exotisch – aber wenn schon, dann richtig. Als mir jedoch beim ersten Bissen schon vor Schärfe die Tränen in die Augen sprangen, befürchtete ich, mich als Weichei outen zu müssen. Grubby jedoch empfand die kleinen Octopusse Sekunden später ebenfalls als zu scharf. Erleichterung.Auf das heiße Mahl folgte endlich der wohlverdienten Jetlag-Schlaf. Am nächsten Morgen munkelte man, verschlafene Redakteure hätten vor 14 Uhr das Bett nicht verlassen. Ganz anders dagegen der „King of Orcs“. Aufstehen um sieben Uhr und bereits am frühen Mittag ab ins nur etwa 100 Meter entfernte Netcafe, um fleißig zu trainieren. Vorbildlich, auch wenn sich Herr Schenkhuizen enttäuscht darüber zeigte, dass er in den letzten Tagen vor der Anreise nur wenige Orc-Trainingspartner im Internet finden konnte. Aber immerhin konnte er so mit HasuObs trainieren. Etwa 20-30 Spiele sollen so entstanden sein, in denen der Holländer teilweise den Spielstil von LucifroN imitierte, damit sich unser deutscher Vertreter auf seinen spanischen Gegner einstellen konnte.
Wie HasuObs zur Eröffnung schlafwandelte
Apropos HasuObs. Der erinnerte kurze Zeit nach seiner Ankunft noch eher an einen aufgeschreckten Schlafwandler. Dass er aus seinem Bett geklingelt und anschließend zum offiziellen Dinner und ersten Locationrundgang mitgeschleppt wurde, begeisterte ihn und auch viele andere nur wenig. In der e-Stars-Halle angekommen wurden dann auf koreanisch diverse Anweisungen verlesen und anschließend hintereinander in Englisch, Chinesisch und Japanisch übersetzt. Da kann das eine oder andere Augenpaar schon müde werden – Team West-Coach Sam Mathews und mTw|mJe wurden friedlich schlummernd während der Zeremonie im Publikum gesichtet. Die Kasachen von k23 kennen diese Probleme nicht. Sie gewinnen konkurrenzlos den Award für die früheste Anreise und konnten sich bereits seit Dienstag in Seoul ausschlafen. Das hatten die Jungs von fnatic offenbar nicht nötig. Bereits wenige Minuten nach ihrer Ankunft sah man sie schon fröhlich schreiend und bestens gelaunt im Taxi durch die Straßen der Innenstadt fahren. Heute dann versuchte man in der Location die Wartezeit mit einem Starcraft-Match zu überbrücken. GeT_RiGhT nahm es mit cArn auf, wer am Ende gewann blieb unbekannt. Ebenso wagten Grubby und HasuObs ein Duell im Strategieklassiker. Einsatz: Ganze 1.000 Won, umgerechnet etwa 55 Cent. Nach einem wenig aufregenden Spielstart wurde dann jedoch die Zeit bis zur Busabfahrt knapp. Lösung: Alle Einheiten einfach in der Mapmitte gegeneinander kämpfen lassen. Diesen Finalen Fight konnte am Ende doch Grubby für sich entscheiden und sein Taschengeld somit aufbessern.Echte Füchse brauchen keinen Bus
Dann war es auch endlich geschafft und mit der lang ersehnten und erlösenden Busfahrt zurück ins Hotel endete für die meisten Akteure der Tag. Übrigens: Die Lokalmatatdoren von WeMade Fox müssen sich mit einem Anti-Luxus wie Busfahren nicht abgeben. Sie haben ihren claneigenen Minivan mit WeMade-Fox-Lackierung, der sie jederzeit zu ihrem Wunschziel kutschiert. Wobei das in Seoul nicht immer ein Vorteil sein muss. So wurde unser Bus auf der Hintour in der Regel von allen Füßgängern mit Leichtigkeit überholt, eine Auflösung des dichten Verkehrs ist auch spät am Abend oft nicht absehbar. Wie auch immer: Noch einmal schlafen, dann geht es endlich richtig los mit dem eSports-Erlebnis e-Stars und dann wird sicherlich auch jeder Beteiligte hellwach sein.Übrigens: Vorsicht beim Essen wenn Grubby und Cassandra in der Nähe sind. Ihre Anwesenheit scheint suizidgefährdete Käfer anzuziehen. Beim gestrigen Dinner stürzte sich plötzlich todesmutig ein Exemplar direkt von der Decke auf Cassandra, sie blieb zum Glück unverletzt, während der Angreifer wunschgemäß erlegt wurde. Heute dann wollte sich ein weiterer tierischer Kollege in den Vordergrund drängen, indem er den Freitod in der aufgetischten Soße suchte – das Unterfangen hatte letztendlich Erfolg.



