Die Gruppenphase im Counter-Strike-Turnier der e-Stars in Seoul ist im vollen Gange und die Teams haben kaum Pause zwischen ihren Spielen. Trotzdem konnte sich SK Gaming-Akteur Marcus ‚zet‘ Sundström kurz die Zeit für ein Interview mit readmore.de nehmen. So erklärt er, warum fnatic nicht jedes Turnier gewinnen kann, was er er von den Chinesen von TyLoo hält und warum sein Team den Spielstil an den Lärmpegel anpasst.
readmore.de: Gestern musstet ihr 14 bis 15 Stunden hier in der Location verbringen, euer letztes Spiel gegen TyLoo startete erst weit nach Mitternacht. Konntest du zu der Zeit überhaupt noch motiviert sein?
Marcus ‚zet‚ Sundström: Ich war immer noch sehr motiviert, aber einfach ziemlich müde. Trotzdem habe ich noch alles gegeben, weil ich den Titel unbedingt für unser Team nach Hause holen wollte. Außerdem ist es so: Wenn man erst einmal anfängt zu spielen, verfliegt die Müdigkeit etwas. Wenn man dann allerdings aufhört zu spielen, dann schläft man fast ein und kann sich kaum noch davon erholen.readmore.de: Wie gefällt dir das ziemlich ungewöhnliche Turniersystem der e-Stars?
zet: Ich mag es lieber, ganz normale Gruppenphasen mit anschließendem Turnierbaum zu spielen. Es ist eine neue Erfahrung hier, aber nichts, das man öfter in normalen Turnieren anwenden sollte. Es ist dazu glaube ich das erste Mal, dass ich eine Gruppenphase spiele, in der sich alle Teams in einer Gruppe befinden. Es ist auf jeden Fall spannend, auch so einen Modus mal zu spielen.
readmore.de: Ihr habt gestern schon angedeutet, dass ihr von den europäischen Teams an diesem Wochenende vielleicht am besten in Form seid, nun habt ihr fnatic ziemlich deutlich besiegen können. Siehst du euch nun als den absoluten Topfavoriten für den Gesamtsieg?
zet: Ich sehe uns nun nicht als den absoluten Topfavoriten, aber wir können definitiv den Titel gewinnen. Wir fühlen uns sehr stark und wissen, dass wir jeden schlagen können.
readmore.de: Warst du überrascht davon, dass fnatic nach der Dominanz der letzten Turniere nicht mehr so stark aufspielt?
zet: Nein, ich bin ehrlich gesagt absolut nicht überrascht gewesen. Ich meine: man kann einfach nicht auf jedem verdammten Turnier seine Topleistung abrufen und gewinnen. Es ist ganz normal, dass man auch mal Turniere hat, auf denen man nicht so stark spielt. Und so eines haben sie nun erwischt.
readmore.de: Im Spiel gegen fnatic habt ihr ungewöhnlich viele Unterzahlsituationen noch durch starke Einzelaktionen drehen können. Hast du das ähnlich erlebt?
zet: Ja, das hab ich auch so gesehen. Wir haben zum Beispiel viele 3on5-Situationen oder ähnliches gewonnen. Momentan sind bei uns alle sehr gut in Form und dazu haben wir drezeit ein sehr großes Selbstvertrauen. Wenn du mit so einem Selbstvertrauen in das Spiel gehen kannst, hilft dir das natürlich auch solche Situationen noch zu gewinnen.
readmore.de: Gegen die Chinesen von TyLoo musstet ihr euch gestern geschlagen geben und auch die anderen Teams tun sich schwer gegen sie. Wie ist deine Meinung von ihnen, nachdem ihr heute das zweite Mal gegen sie gespielt habt?
zet: Sie haben einen ziemlich komischen Spielstil. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber es fühlt sich einfach komisch an gegen sie zu spielen und man muss sich erst daran gewöhnen. Ich will damit nicht sagen, dass sie keinen guten Spielaufbau oder keine guten Taktiken haben, die haben sie nämlich. Vielleicht ist es einfach so, dass sie viel mehr auf Einzelskill spielen. Speziell GoodRifle ist ein extrem starker Spieler der uns gestern auch in vielen Runden starke Probleme bereitet hat.readmore.de: Es ist sehr laut hier in der Location. Stört dich das und passt ihr eventuell sogar euren Spielstil dem Lärmpegel an?
zet: Es ist hier wirklich extrem laut und stört natürlich beim Spielen. Überall in der Nähe der Bühne stehen riesige Lautsprecher und wenn dort Sound rauskommt, versteht man teilweise fast gar nichts mehr. Natürlich passt man daran auch seinen Spielstil an und rushed als Angreifer viel mehr. Dazu versucht man generell so zu spielen, dass der Sound während der Runde keine so wichtige Komponente mehr ist.
readmore.de: Vielen Dank für das Interview.

