Seit einem Jahr in der EPS ungeschlagen, hat sich mTw vor einer Woche aufgemacht, ihren Titel erneut zu verteidigen. readmore.de blickt aus diesem Grund in einer mehrteiligen Serie hinter den Erfolg des Teams. Heute mit einem intensiven Blick auf den MVP der 13. Saison, André ’nooky‘ Utesch.
Wenn André nicht in die Rolle von nooky, dem Star-Spieler von mTw, schlüpft, ist er ein ganz normaler gewöhnlicher 23-Jähriger der an der Uni Hannover studiert. Doch neben André gibt es eben noch nooky und was dieser tut, darauf achten im Rahmen der ESL Pro Series tausende Zuschauer. Als er mit dem Spielen angefangen hat, wusste er natürlich noch nicht, welches Ausmaß das einmal annehmen wird.
„Ich habe schon sehr früh angefangen Computerspiele zu spielen. Zuerst natürlich eher Jump’n’Run- oder Sport-Spiele.“ Doch bereits wenig später fand er den Weg zu seinem heutigen Nebenjob. „Durch meine Schulkameraden kam ich zu Half-Life, das haben wir in Freistunden oder Pausen in der Schule in den Computerräumen gespielt und darüber dann schlussendlich zu Counter-Strike“, welches vorerst auch ein Spiel wie jedes andere war. Doch dann habe er angefangen „nacheinander in verschiedenen Teams zu spielen und an verschiedenen Ligen teilzunehmen.“Disziplin, Durchhaltevermögen und Engagement
Das unterscheidet nooky jedoch nicht von vielen anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die jeden Abend ihrem Hobby fröhnen. Doch für nooky stand fest: „Ich bin schon immer ein sehr ehrgeiziger Mensch gewesen. Ich habe es zwar nicht so mit Terminen – wenn ich zum Beispiel einem Freund sage ich bin 14 Uhr da, dann kann es auch mal 15 Uhr werden – aber in Hinsicht aufs Gaming oder jeglichen wirklich wichtigen Terminen bin ich sehr pünktlich und zuverlässig. Das war ich auch schon in meinen ersten Teams. Wenn Trainings oder dergleichen angesetzt waren, dann hatte man pünktlich da zu sein. Disziplin, Durchhaltevermögen und Engagement sind Grundvoraussetzungen im eSport.“ Und der wichtigste Unterschied zwischen Casual- und Pro-Gamern.
Zu dieser Disziplin gehört auch der Ausgleich neben dem Computerspielen. „Man fühlt sich natürlich körperlich deutlich fitter, wenn man Sport macht und sich gut ernährt“, das wirkt sich dann auch positiv aufs Spielen aus. Jedoch übertreibt es der mTw-Star auch nicht mit der gesunden Ernährung, „da ich einfach zu faul bin, jeden Tag einkaufen zu gehen.“ Auf der anderen Seite „versuche ich laufen zu gehen und habe meine eigenen Gewichte zuhause, mit denen ich alles machen kann.“ Zudem gibt es Müsli zum Frühstück und wenn möglich Salat zum Abendessen. „Ob das nun direkt positive Auswirkungen auf meine Konzentration hat, weiß ich nicht, da ich noch nie Probleme damit hatte, 10 Stunden am Stück zu spielen.“ Aber man fühlt sich besser.
Sponsoren sind natürlich das wichtigste überhaupt
Was aber auf jeden Fall einen Einfluss hat, sind die Termine für und mit den Sponsoren des Teams. „Sponsoren sind natürlich mit das wichtigste überhaupt für ein Team. Ohne diese könnte man den eSport nie und nimmer finanzieren.“ Es gäbe schließlich kaum alternative Einnahmequellen, bleiben doch Beteiligungen an TV-Übertragungen, Merchandise-Artikeln oder Eintrittsgeldern noch weitestgehend aus. „Daher werden Termine oder Veranstaltungen für die Sponsoren auch sehr ernst genommen. Als wir zum Beispiel Mindfactory als neuen Partner dazu gewonnen haben, waren bei den vergangen EPS-Finals gleich zwei Vertreter von Mindfactory dort. Nach einem kleinen Fotoshooting ist man mit den Sponsoren-Vertretern noch ins Gespräch gekommen und die gemeinsame Begeisterung für ein solches Event, hätte sich positiv festgesetzt. „Aber auch Veranstaltungen wie zum Beispiel für Sennheiser bei WDWIP.TV können eine nette Abwechslung sein.“Zudem habe man durch den engen Kontakt zu den Sponsoren auch die Möglichkeit, direkt an der Produktentwicklung der Unternehmen beteiligt zu sein. „Das ist natürlich ein großer Vorteil für diese Firmen, da sie die Produkte quasi von den kritischsten Kunden überhaupt getestet bekommen.“ Aber auch das Team habe etwas davon, nehmen „Sponsoren-Termine insgesamt gesehen doch einen recht überschaubaren Zeitaufwand ein und stellen meist eine nette Abwechslung zum Profi-Esport-Alltag dar.“
Doch es gibt auch Tage, an denen man als Spieler einfach abschalten muss. „Vor allem wenn man gerade ein Bootcamp oder ein Event hinter sich hat und einfach nur eine Woche durchgespielt hat, dann ist die Motivation schon des Öfteren im Keller, beziehungsweise man ist sehr erschöpft.“ Dafür hat André jedoch eine Lösung gefunden. „Dann braucht man einfach mal so 1-2 Tage Ruhe und Abstand vom ganzen eSport-Rummel. Ich unternehme dann eigentlich immer etwas mit meiner Freundin, die sich natürlich immer über solche ‚freien Tage‘ freut.“ Und nach einer abgeschlossenen, erfolgreichen Saison verordnet sich das Team selbst ein bis zwei Wochen Abstand vom Spiel, um den Kopf wieder frei zu bekommen und mit neuer Kraft an die nächste Herausforderung heran zu gehen.

