Zu Anfang jeder neuen Saison werden in die professionelle SC-Szene neue Karten eingeführt um das Spiel nicht stagnieren zu lassen. Ein paar Maps aus der alten Saison, die sich besonders bewährt haben, werden außerdem beibehalten. readmore.de wirft einen Blick auf „die Neuen“.
Match Point
Diese Karte auf dem Space-Tileset hat es, im Gegensatz zur auch in der Auswahl stehenden Asgard, in den finalen Map-Pool geschafft. Wichtigstes Feature sind der kurze schmale Wege, der waagerecht auf mittlerer Höhe verläuft und der lange, breite Weg, der wie ein N auf der Karte liegt. Ähnlich wie etwa seinerzeit auf BlitzX ergeben sich so sehr viele Optionen für die Truppenbewegungen. Ein Merkmal welches durchaus geeignet ist, unterhaltsame Spiele zu bescheren. Besonders da man immer die Option zum Gegenangriff auf die feindliche Hauptbasis hat.
Dennoch kommt auch diese Karte, wie jede andere Karte für zwei Spieler, nicht drum herum, eine relativ klare Aufteilung des Bodens an beide Spieler im Lategame schon im vornherein festzulegen. Die Min-Only-Expansion wurden bisher von den Spielern eher ignoriert, was natürlich daran liegt, dass die zweite Gas-Exe sogar leichter zu verteidigen ist und zusätzlich eben Gasvorkommen aufweist. Vor allem in Terraner-Matchups muss man, um die Min-Only zu halten, die Mitte besetzen, da wegen der Rampe wenig Chancen bestehen einen Push zu brechen, während für die zweite Gas-Exe nur das angrenzende große Plateau gehalten werden muss. Eine solche Position bietet dann eine solide Defensivstellung und im späteren Spielverlauf auch die Option auf die ganz in der Ecke liegende Gas-Expansion. Trotzdem waren die PvT-Stats auf dieser Map in den der Saison vorhergehenden Testspielen mit 1-9 miserable für Protoss. Im regulären Saisonverlauf steht es bisher 1-1, wobei sogar schon zwei Protoss-Mirror auf der Map gespielt wurden. Eventuell gestaltet sich dieser Boden also sogar eher Protosslastig, auch wenn sich nach einem Blick auf die anderen Karten auch eine andere Erklärung für die hohe Präsenz dieser Rasse auf Match Point anbietet.
Fighting Spirit
Da jedes Team im Verlauf einer Begegnung Spieler aller Rassen zum Einsatz bringen muss, gilt es sich genau zu überlegen, wo man die Imbalance abgreift und wo man es sich leisten kann, dafür entgegen der Karte zu setzen. Auf Fighting Spirit waren drei von sechs regulären Spielen in dieser Saison TvTs. Match Point mag keine schlechte Map für die Menschen sein, aber Fighting Spirit scheint dies in den internen Spielen der Teams noch übertroffen zu haben. Dies hat dafür gesorgt, dass man sich bisher überall entschied, hier weitestgehend auf Terraner zu setzen.
Wirft man einen Blick auf das Layout wird auch klar warum: Vier große Blöcke mit einer Startposition und zwei weiteren Gas-Exen, dabei auf der ganzen Map keine einzige Mineral-only Expansion. Um sich eine ganze Ecke zu sichern, braucht der geneigte Terranerspieler bloß eine etwas breitere Brücke und eine sehr schmale Rampe von erhöhtem Grund aus zu halten. Fairerweise muss man anmerken, dass die für einen offensiven Tankpush wichtigsten Stellen nicht bebaubar gestaltet sind, so dass sich keine Turrets in den Push einbauen lassen.
Die mittlere Expansion wird, wie alle ihrer Art (man denke an Heartbreak Ridge oder Andromeda), sicher selten genommen werden – zu schwer ist sie letztlich zu halten. Wer es dennoch tut, bekommt immerhin zwei reduzierte Gase und zwölf reduzierte Minblöcke. Das macht insgesamt ein wenig mehr als eine normale Exe, lässt sich aber viel schneller abbauen.
Moon Glaive
Mit Moon Glaive hat es eine weitere vielversprechende Karte für Terraner in das Mappack geschafft. Das Grundprinzip ist eine offene Mitte mit einem schmalen Rundweg am Rand der Karte. Wenngleich die offene Mitte eher wenig gefällt, so ist das für einen Terraner von wenig Interesse, wenn man auch außen rum zum Gegner pushen kann. Weiterhin gibt es in der Mitte zu jeder Startposition hin noch eine durch ganz kleine Plateaus geschaffene Engstelle, welche sich auch gut halten lässt. Moon Glaive ist sehr oft als Acemap angesetzt, was sicher zu mehr Variation führen wird als die zwei vorher besprochenen Maps sie erleben werden. Dennoch kann sie bisher nur drei TvTs und sonst nichts vorweisen.
Tornado
Noch weniger Variation durfte bisher allerdings noch die letzte neue Karte der ProLeague, Tornado, erleben. Nicht nur drei, sondern schon stolze vier Zerg-Mirrors fanden auf dem Sturmterrain statt – und sonst nichts. Wiederum ist es nicht schwer nachzuvollziehen wieso: Das für Zerg so wichtige dritte Gas ist sehr leicht zu halten, nur eine ganz kleine Engstelle muss dafür verteidigt werden. Das Kliff über der Natural scheint gefährlich, aber auf dem wiederum kleinen Choke kann man den Gegner leicht unten halten. Die Mitte ist dann so weit offen, dass sich Protoss und Terraner gleichermaßen kinderleicht zergtypisch umzingeln und mit Masse überrennen lassen.
Schlussendlich wurden noch die letztjährigen Karten Heartbreak Ridge und Outsider, letztere in einer neuen SE-Variante, mit einem Minblock pro Main mehr für die neue Saison beibehalten. Outsider wurde dabei zum Ende hin mehr und mehr zu einer berüchtigten Zergmap, während auf Heartbreak Ridge P>T>Z>P ausgemachte Sache scheint.
Wenig Balance also dieses Jahr in der ProLeague, aber wirklich schlimm ist das hier, im Gegensatz zu den Einzelligen, zum Glück nicht. Statistisch gesehen ist sowieso für jedes zweite Spiel ein Mirror zu erwarten und mit Rassenbeschränkung und Acematches hält sich die Quote sogar ziemlich gut auf diesem Niveau. Ob die StarLeagues mit ihren Karten in eine ausbalancierte Richtung gehen, oder sich wieder so etwas wie die vergangene Swarm Season abzeichnen wird, bleibt abzuwarten.