Bei n!faculty war eigentlich nach dem dritten Platz in der vierzehnten Saison kein Wechsel geplant. Umso überraschender kam das Tauschgeschäft zwischen den Kölnern und mousesports zustande. Christopher ‚cash‘ Steen wechselte das Team mit dem Österreicher Franz ‚gore‘ Burghardt. Bis heute ist man im Kölner Lager der festen Überzeugung, mit gore das bessere Los gezogen zu haben.
Mit neuem Elan ging man daher in die neue Saison, der Traum vom ersten Titel sollte endlich in Erfüllung gehen. Nach den beiden zweiten Plätzen in Saison 12 und 13 will man endlich auch den Titel holen. Als Saisonvorbereitung wollte man eigentlich die GameGune in Bilbao nutzen, um sich mit den anderen Titelfavoriten mousesports, TBH.eSports und Alternate zu messen. Probleme bei der Reservierung machten dem Team aber einen Strich durch die Rechnung. Auch die nächste Möglichkeit, die World Cyber Games National Qualifier, ließ das Team ungenutzt. Da gore keinen deutschen Pass besitzt, hätte an seiner Stelle Ersatzspieler Mac-Claen ‚macman‘ Tóth einspringen müssen. Die erste richtige Bewährungsprobe absolvierte das Team mit dem langjährigen mouz-Akteur gore gegen wooSai. Der Trainingsrückstand machte sich relativ schnell bemerkbar. Etwas unbeholfen startete das Team rund um Christoph ‚chrizzo‘ Krämer in die Saison. Das Spiel konnte man trotz beider verlorenen Pistolenrunden zwar nochmals drehen, allerdings blieb seinen Fans einiges schuldig. Das erfahrene Team hatte jedoch nicht viel Zeit für eine weitere Vorbereitung, denn drei Tage später wartete mit dem amtierenden deutschen Meister der wohl härteste Brocken der Saison auf faculty. mousesports, die sich mit einem Bootcamp akribisch auf dieses wichtige Spiel vorbereitet hatten, trafen auf ein sichtlich desorientiertes n!faculty. Immerhin landeten am Ende noch acht Runden auf dem Konto der Kölner, die an diesem Abend eher durch starke Einzelleistungen als durch taktische Finessen glänzten.Die Niederlage gegen den ersten Final-Anwärter schien n!faculty zu beflügeln. Dem Team gelangen sieben Siege in Serie, wenn auch mehrheitlich gegen Gegner aus dem unteren Bereich der Tabelle. Am 10. Spieltag durfte n!faculty bereits zum dritten Intel Friday Night Game der Saison antraben, der Gegner: Kein geringerer als Team Alternate. Mit einem Sieg gegen das Werksteam aus Linden hätte man einen der vier begehrten Plätze auf den Finals in Köln schon fast sicher in der Tasche gehabt. Für das bis dahin ungeschlagene Alternate war es der erste Offline-Auftritt in der 15. Ausgabe der EPS, dementsprechend motiviert trat das Team auch auf. Im Gegensatz zu n!faculty, die selbst noch nach zehn Spieltagen mit einem Trainingsrückstand, zu kämpfen hatten. gores Internet machte dem geplanten Trainingspensum öfters einen Strich durch die Rechnung, als es dem Team lieb war.
Der erneute Erfolg über das Lindener-Team blieb aus. Daran änderten auch Peter Griffin und das A-Team nichts. Das die beiden Niederlagen gegen mousesports und Alternate getrost vergessen werden können, zeigte sich am Ende der Saison. Jedoch hätte in den verbleibenden fünf Spielen jede weitere Niederlage einen herben Rückschlag für das gesetzte Ziel Finals bedeutet. Das Restprogramm mit hoorai, Frankfurt 69ers und dem überraschend starken mystical Lambda hatte es nochmal in sich.
Erstmal musste man sich aber noch gegen hardware4u, die sich mit einer beständigen Leistung im Mittelfeld der Tabelle bewegten, beweisen. Genau solche Teams sind bekannt dafür, dem Favoriten den einen oder anderen Punkt zu klauen. Die Aktion misslang und n!faculty durfte sich über 3 weitere Punkte freuen. Mit 27 Punkten war man bis zu diesem Zeitpunkt auf gutem Wege in Richtung Köln. Wie schnell sich dieser Weg ändern kann, demonstrierten hoorai und mystical Lambda in den folgenden beiden Spieltagen. Bei einer Niederlage gegen die Frankfurt 69ers und Team Alternative wäre der Traum und das Ziel Finals geplatzt.
Getrieben von dieser alles andere als schönen Aussicht rappelte sich n!faculty wieder auf. Mit zwei deutlichen Siegen und etwas Glück von außen erreichte man am Ende einer durchwachsenen Saison den dritten Platz.
Besonders interessant im Hinblick auf die Finals in Köln ist die Tatsache, dass n!faculty gegen alle anderen drei qualifizierten Teams in der Saison verloren hat. Motiviert dürfte aber vor allem gore im Spiel gegen seinen alten Arbeitgeber auftreten. Der Österreicher kann selbst schon aussichtslose Situationen noch drehen. Eine weitere wichtige Stütze im Team stellt die starke AWP Bastian ‚b4d‘ Gaffron dar. Und mit chrizzo besitzt n!faculty einen der besten Taktiker im deutschen Raum, legendär ist beispielsweise der Deckendefuse auf den EPS Finals 13 gegen Team Alternate.Solche Aktionen können ein Topteam schnell aus dem Konzept werfen und n!faculty in eine gute Position bringen. Man darf gespannt sein, was sich die Jungs, insbesondere der 24-jährige Christoph Krämer, für die diesjährigen Finals ausgedacht haben.
Mit mousesports wartet ein kleiner Angstgegner auf die Lokalmatadoren von n!faculty. Mit etwas Glück erwischt man die Berliner auf dem falschen Fuß, schließlich ist n!faculty auf und neben dem Server immer für eine Überraschung gut.


