Nach dem Krisenjahr 2009 ist in diesen Tagen doch eine Veränderung im eSport zu spüren. Ein Hoffnungsschimmer, welcher in erster Linie mit dem Erscheinen der Starcraft II-Beta und dem Geldbeutel eines gewissen Herrn Murat Zhumashevich zu tun hat. Der eSport im Jahre 2010, sicherlich nicht mehr das, was er einmal war. Doch sollte man diese Aussage nicht negativ einstufen. Der eSport verändert sich; er nimmt den nächsten Schritt nach vorne.
Vor allem den Anhängern der Warcraft-Dynastie dürfte das Jahr 2009 schlecht in Erinnerung bleiben. Zahlreiche Ligen und Turniere kürzten ihre bisher bezahlten Preisgelder, oder stellten den Betrieb gar komplett ein. In erster Linie betraf dieser Einschnitt die Teamligen. Mit der WC3L sowie der NGL ONE, ließen die zwei wohl wichtigsten Teamwettberbe der Szene Federn. Letztere verzichteten in der Folge sogar komplett auf die Teamliga und kündigten an, diese in eine Sololiga umzuwandeln. Dieser Umstand veranlasste die meisten Clans dazu ihre Spielerpolitik zu überdenken. Eine Vielzahl von Spielern fiel dieser zum Opfer, da es schlichtweg nicht mehr rentabel war diese Menge von Akteuren zu beherbergen. Während sich die Mehrheit der Teams auf zwei bis drei Spieler begrenzten, gaben andere die Warcraft 3-Sparte ganz auf.Der Anfang vom Ende sagen die einen; ein Neuanfang sagen die anderen. Denn sieht man auf den ersten Blick den vermeintlichen Zerfall des Strategiespiels, erlebt man beim genaueren Betrachten die Geburtsstunde vieler neuen Clans und Organisationen. Die Teilnahme an internationalen Top-Ligen ist, dank der kleineren Teamgröße, nun auch mit einem kleineren Budget durchaus machbar.
Statement von Thomas „Gibs“ Grosedonk (Team-Manager GaB.Wc3) :
„Wirklich betroffen von der Krise waren eigentlich nur die großen Clans wie MYM, SK oder andere Clans vom gleichen Kaliber. Die kleineren Teams würde ich behaupten, haben eher davon profitiert, dass die „großen“ nicht mehr diese Geldsummen aufbringen konnten. Dazu mussten die etablierten Spieler, vor allem in WC3, ihre Gehaltsvorstellungen überdenken. Dadurch konnten sich kleinere Clans, die vielleicht vorher keiner oder nur wenige kannten, mit Transfers auf sich aufmerksam machen.“
Schlagwort Counter-Strike – wie hat sich das vergangene Jahr auf den beliebtesten eSport-Titel ausgewirkt? Auch hier hat das Jahr 2009 deutliche Spuren hinterlassen. Eine Turnierabsage reihte sich an die andere, dazu kamen zahlreiche Preisgeldkürzungen, die eine kurze Durststrecke erzeugt haben. Im laufenden Jahr nimmt diese aber allem Anschein nach wieder ein Ende.
Statement von Manuel „PropheX“ Karl (Team-Manager bei ESC Gaming):
„Ich denke das 2009 eine große Chance für die EAS, bzw. die etwas kleineren Teams war, sich nach oben zu spielen. Da die meisten EPS-Teams – so meine persönliche Einschätzung – etwas weniger Geld zur Verfügung hatten, um die Teams auf ein Bootcamp zu schicken. 2010 ist das Jahr der Newcomer, siehe KenaN oder das komplette Team von Alternative.“
Der eSport befindet sich trotz einem schwachen letzten Jahr auf einem guten Weg. Man hat sich die Krise nicht wirklich anmerken lassen und geht jetzt mit gestärkter Brust in die Zukunft. Mit Starcraft II und Counter-Strike 1.6 als Zugpferde und einer großen Community kann dieser Weg nur ein leichter sein.


