Was sich in diversen bekanntgewordenen Lizenzstreitigkeiten zwischen KeSPA, der koreanischen eSPORTS-Organisation, und Blizzard in letzter Zeit schon angedeutet hatte, ist nun Gewissheit: Blizzard hat die Rechte zur Übertragung sämtlicher hauseigener Titel an GOM TV verkauft und somit den Veranstaltern der Ligen das Copyright auf die in ihren Ligen gespielten Spiele nicht zuerkannt.
Damit deutet sich zuerst einmal auch das Aus für die Übertragung aller momentan betriebenen koreanischen SC:BW-Ligen, also die Starleagues der beiden Fernsehsender MBCGame und OnGameNet – MSL und OSL -, sowie für die senderübergreifend verbreitete Proleague an. Offenbar wird es jedoch für die Sender möglich sein, bei GOM entsprechende Lizenzen zu erwerben, die es ihnen gestatten, ihre Turniere weiterhin zu betreiben. Spätestens im August müssten sie diese nach derzeitigem Stand eingekauft haben: So lange lässt Blizzard sie in einem Übergangsrahmen gewähren.
Die KeSPA, dem allgemeinen Ligabetrieb übergeordnetes und von Sponsoren betriebenes Organisationsbündnis, hat eine Stellungnahme zu dem Vorgehen Blizzards und GOMs für den nächsten Montag angekündigt, die im Rahmen einer Pressekonferenz abgegeben werden soll.
Mike Morhaime, Präsident und Mitbegründer des Entwicklerstudios Blizzard Entertainment, veröffentlichte unterdessen einen offenen Brief an die koreanischen eSports-Fans, in dem er das Vorgehen seiner Firma zu rechtfertigen versucht. Sollte keine der beiden Seiten letztenendes gewillt sein, nachzugeben, wird die Auseinandersetzung aller Vorraussicht nach gerichtlich entschieden werden.
Das Lizenzpaket bezieht sich allerdings nicht nur auf das in Südkorea sehr beliebte StarCraft, auch WarCraft 3 und World of WarCraft sind betroffen. Was sich bis jetzt nur auf Korea bezieht, könnte also zukünftig durchaus in ähnlicher Weise auch in anderen Regionen der Welt passieren.