Nachdem fnatic Anfang der Woche mit der Verpflichtung von Rasmus ‚Gux‘ Ståhl bereits für einen Skandal sorgte, steht nun der nächste Streit ins Haus. Die Organisation boykottiert die World Cyber Games 2010 aufgrund der neuen Regelungen für den skandinavischen Raum. Obwohl man sich bereits in Schweden qualifizierte, müsste das Team sich nun noch beim Nordic Qualifier beweisen.
Jeweils zwei Teams aus Schweden, Norwegen und Finnland werden an einem speziellen Qualifikationsturnier teilnehmen. Der Sieger bekommt die Reisekosten nach Los Angeles erstattet, aber auch die anderen 5 Teams dürfen an den WCG 2010 teilnehmen. Sie tragen die Kosten für den Flug und die Lizenz allerdings selbst. fnatic wird aber weder an dem Qualifier noch an dem Hauptevent im September teilnehmen.
Der Clan hält diese Regelung für unsinnig, schließlich kämen die stärksten Counter-Strike 1.6-Teams aus Skandinavien und dementsprechend sollten auch möglichst viele dieser Länder ein Vertreter zu den WCG schicken können. Zudem klagt fnatic einige weitere Punkte an, die die Organisation offenbar schon länger stören.
Die „Anklagepunkte“ von fnatic:
- (Ein) limitierter Slot für die drei Länder Schweden, Norwegen und Finnland zerstöre die Idee der regionalen Qualifikationen
- Mehrere Turniere seien in dem vollgepackten Turnierkalender des Sommers eine Belastung. Obwohl man sich bereits beim schwedischen Qualifier bewies, muss das Team nun bei dem Nordic Qualifier antreten
- Da auf den WCG 2010 keine offizielle Clankleidung erlaubt ist, besteht keine Möglichkeit die Sponsoren zu bewerben. Damit ist es schwer, die hohen Reise- und Lizenzkosten zu decken
- Das Preisgeld wird direkt an die Spieler ausgezahlt und nicht an den Clan. Dies sei im eSport nicht üblich und es könne zu Konflikten zwischen Spielern und Teams kommen.
- Team-Manager dürfen während der Spiele ihr Team nicht direkt unterstützen, indem sie beispielsweise hinter ihnen stehen. Dieses Recht ist ausschließlich speziellen Trainern der einzelnen Länder vorbehalten
+ Statement von Sam Mathews (Team-Manager)
Nicht nur das: Mit steigender Konkurrenz gibt es immer weniger Gründe, auf ein Event wie die WCG zu reisen, wenn sie sich nicht um die Standards des eSports scheren. Deshalb machen sie ihr Event jedes mal noch irrelevanter und immer mehr zu einer Nebenattraktion für kleinere, nicht-eSport-orientierte, aber offenkundig gut bezahlter Spiele.
Bis einige dieser Gründe zurechtgerückt worden sind, können wir eine Anreise schwerlich rechtfertigen. Natürlich wollen auch wir mehr Turniere im eSport, aber irgendwo muss auch eine Linie gezogen werden.“
+ Statement von Patrik ‚cArn‘ Sättermon (Team-Captain)
Dadurch, dass man uns zwingt, einen zweiten Offline-Qualifier zu spielen, macht nicht nur unseren ohnehin schon gut gefüllten Zeitplan für den Sommer noch stressiger. Es zeigt auch, dass die WCG die Augen vor dem Fakt verschließt, dass die drei besten CS-Teams der Welt aus Skandinavien kommen. Dies zeigt das Juli-Update des G7-Rankings.
Wir sind außerdem sehr enttäuscht darüber, dass die WCG nicht auf unsere Bedenken eingegangen ist, die wir im Verbund mit mit mousesports und SK Gaming eingebracht haben: Wir können unsere Sponsoren nicht anständig repräsentieren, wenn es uns verboten ist, bei WCG-Turnieren unsere Teamshirts zu tragen.
Außerdem bitte ich die WCG die Spielerlizenzgebühren für bereits qualifizerte Teams wie Fnatic aufzuheben. Wir wären in der Lage, an den Grand Finals in Los Angeles teilzunehmen, wenn nur die Lizenzgebühren gestrichen würden.
Das Team und ich hoffen aufrichtig, dass ihr unsere Entscheidung versteht, am zweiten Qualifier in einem anderen Land nicht teilzunehmen. Wir glauben, dass es für einen Pkatz in Los Angeles ausreichen sollte, den schwedischen Qualifier zu gewinnen, weil in einem ohnehin schon sehr betriebsamen Sommer keine Zeit ist, sich gegen die komplette skandinavische Region zu qualifizieren. Ihr müsst verstehen, dass es noch andere Events außer den WCG gibt und wir müssen richtige Events auf unserer Prioritätenliste einfach über Qualifikationsturnieren ansiedeln, die wir schon gewonnen haben.“