Lange musste man auf das neue Anti-Cheat-Tool der ESL warten, doch das Warten soll sich gelohnt haben. „Die Erwartungen sind selbstverständlich hoch“, gibt Community-Manager Christoph ‚zupfkuchen‘ Burr zu. In einem Gespräch mit readmore.de sprach er neben den Erwartungen auch über alles Weitere rund um den neuen Cheatschutz.
Eigentlich sollte Aequitas 2 der Nachfolger von Aequitas werden und als Übergangslösung zu Wire AC die „übernächste Anti-Cheat Generation“ einläuten. Das zumindest hatte man sich erhofft, doch technische Probleme bei Performance und Stabilität verhinderten dies und die Entwicklung wurde eingestellt. Performanceprobleme begleiteten auch die Einführung von Aequitas, doch bei der Entwicklung von Wire AC „stand von Anfang an die Performance im Mittelpunkt“. Für Windows wird es deshalb auch eine Systemempfehlung – basierend auf den Ergebnissen der Beta-Phase – geben, während Linux und Mac leider nicht unterstützt werden. zupfkuchen habe jedoch „auf einem PC mit schlechteren Spezifikationen keine signifikanten Performanceprobleme feststellen können“, was darauf hoffen lässt, dass es nur zu geringfügigen Beeinträchtigungen kommen wird. Bei der Entwicklung ließ man sich auch nicht durch die Erfolge der Konkurrenz in Form von 4PL-Insight unter Druck setzen. Das Entwicklerteam habe sich selbst „den größten Druck auferlegt“, denn man wollte „die beste Möglichkeit für die ESL finden und diese umsetzen“. Trotzdem gibt der Community-Manager zu: „Wir schauen uns natürlich aber auch an, welche Ideen und Ansätze weitere Firmen in dem Bereich des Anti-Cheats bzw. der Gaming Security verfolgen“. So ganz kalt ließ die Arbeit der 4PL die ESL also wohl nicht.
Schaden, Strafen und Erwartungen
Der Schaden für die ESL durch Cheater lässt sich „nicht genau beziffern“, aber die Investitionen seien nötig um den Schaden auszugleichen. Dieser wäre jedoch nicht nur wirtschaftlich, sondern auch am Image zu verzeichnen. Von Seiten Turtle Entertainment hat man auch nie versucht eine Dunkelziffer zu ermitteln. Entscheidend sei nur, „dass die Cheatproblematik den Ligenbetrieb gefährdet“. Die Strafe bleibt übrigens weiterhin bei zwei Jahren und auch ohne Update von Wire AC soll es möglich sein neue Cheats zu erkennen. Welche Methodik dafür zur Anwendung kommt wollte man jedoch nicht verraten. Während die Zeit von Aequitas mit dem Release von Wire AC gezählt zu sein scheint, wird das ESL AC-Team jedoch weiterhin bestehen bleiben. Man wisse zwar, dass das „AC-Team immer angreifbar sein wird“, jedoch „gibt es genug Arbeit im Bereich Research“ so Burr und man habe auch die Möglichkeit „Verdachtsmomenten nachträglich nachzugehen“. Es soll ein Synergieeffekt zwischen technischer Lösung und menschlichem Know-How sein. Die Erwartungen sind wie schon erwähnt hoch und man möchte „Schutz vor Cheats jeglicher Art, speziell Organner und x22“. Der Experte für Anti-Cheat Fragen der ESL lobte das Projekt auch und behauptet, dass mit der Einführung von Wire AC „der Kampf gegen Cheats definitiv auf ein neues Level gehoben“ werde. Man habe außerdem „die Möglichkeiten noch lang nicht ausgereizt“, so zupfkuchen weiter.
Folgen von Wire
Ob die Preise für private Hacks damit dann steigen werden, darüber wollte man von Seiten der ESL nicht spekulieren. Doch gesteigerte Investitionssummen werden häufig auf den Verbraucher abgewälzt, was auch in so einem Fall zu erwarten ist. Die ESL erwartet jedoch an anderer Stelle „nicht nur in der Steigerung der Aktivität sondern auch für das Spielerlebnis für den User“. Wire AC wird schließlich alle Spiele unterstützen und auch in den Gathern zum Einsatz kommen. „Cheater sollen keine Möglichkeit mehr erhalten den fairen Spielern den Spielspaß in der ESL zu verderben“, denn durch deren starke Aktivität sei der subjektive Eindruck vorhanden „das Cheater in der Überzahl wären“ sagte Burr. Dass dem nicht so ist wird sich hoffentlich bald zeigen. „Die Luft für Cheater und Coder wird dünner, für den fairen ESL Spieler dafür umso besser.“