Wenn in der Hitze des Gefechts die Emotionen überkochen, dann wird häufig auch über die Stränge geschlagen und Dinge getan oder gesagt, die man hinterher bereut. Das macht einen zwar menschlich und es ist verständlich, aber es ist keineswegs professionell. Beim ENC-Finale 2010 scheint diese Grenze aber mittlerweile überschritten worden zu sein, denn das Gefecht ist eigentlich vorüber. Eine Meinung von Matthias ‚Xeeran‘ Häussel.
75 Tage nach dem Ende der gamescom und dem eigentlichen Finale des Asus ENC 2010 in FIFA ist Deutschland Europameister. Dennis ’styla‘ Schellhase kann am 03.11.2010 um kurz vor 21 Uhr mit 3:1 gegen Yordan ‚junioR‘ Rahnev live auf ESL TV gewinnen und Deutschland den Titel sichern. Eigentlich war dieser schon verloren, denn auf der gamescom unterlag man als Team mit 7:5. Doch ein Protest ermöglichte eine neue Chance, denn die Bulgaren hatten die Regeln, nur zwei Spieler aus einem Team in der Nationalmannschaft zu haben, gebrochen. Noch auf der gamescom hatte man den Bulgaren bereits Zeitspiel vorgeworfen und das Shakehands verweigert. Im Anschluss kam es zu Provokationen, verbalen Entgleisungen und Drohungen. Man hätte denken können, dass dieses kindische Verhalten abgelegt werden würde, doch dem ist nicht so. Nach dem Sieg der Deutschen vor ein paar Tagen ging die Partie in die Verlängerung. Doch auch mit diesem Verhalten scheint das Spiel noch nicht vorüber.
Siegen um jeden Preis
Während die deutsche Szene froh ist über den Gewinn der Europameisterschaft und die Bulgaren als die bösen und schlechten Verlierer darstellt, sieht meine Wenigkeit keinen Gewinner, sondern nur einen großen Verlierer. Die Kommentare beider Seiten waren deplatziert und eines Champions unwürdig. Sei es, dass man nach dem Finale auf der gamescom mit Spitzfindigkeiten und dem Missbrauch des Clans, die Clanzugehörigkeit eines anderen Spielers herausfand oder das man per Youtube-Video den Feind verhöhnt.Auch jetzt, da die Emotionen des Live-Matches vorüber sein sollten, beleidigt und provoziert man sich gegenseitig auf Facebook und verhöhnt einander. Während alle Welt über die Beleidigung von Krasimir ‚Krasi‘ Ivanov diskutierte, kann dieser ein Bild von bulgarischem Ziegenkäse hochladen, über welches sich dann die deutsche FIFA und eSport-Welt lustig machen kann. Besonders traurig wirkt dabei, dass auch Alexander ‚TheSlash‘ Müller sich zu folgender Aussage hinreißen lässt.
Doch auch unter den Beleidigungen von Krasi verspottet die deutsche FIFA-Szene die Bulgaren mit Kommentaren jeglicher Art, statt wie Männer den Sieg zu feiern und dem Gegner den nötigen Respekt zu zollen es bis ins Finale geschafft und dem deutschen Team dort wirklich alles abverlangt zu haben, sodass man sogar den Protest bemühen musste. Alles in allem also keinen Deut besser, professioneller oder schlauer als die Handlungen der Bulgaren, die ihrem Frust und Unmut einfach noch mehr Ausdruck verliehen haben.
Es gäbe deshalb unzählige Adjektive, von traurig über unprofessionell bis hin zu erbärmlich, die die Umstände beschreiben könnten, welche das Finale dieser Europameisterschaft in FIFA begleitet haben. Gewonnen hat dabei keine Nation irgendetwas, denn am Ende haben beide ihr Gesicht verloren und die internationale eSport-Szene verlor ihrerseits an Professionalität. Das Finale in FIFA war der reinste Kindergarten.
