Die Menge applaudiert. Soeben konnte Benjamin ‚DeMusliM‘ Baker den entscheidenen Kampf auf der zweiten Map gegen Carlo ‚ClouD‘ Giannacco für sich entscheiden. Die Halle tobt. Christoph lehnt entspannt an der Tür, die Einlass zur Mainstage gewährt. Er ist für den Brandschutz auf den EPS Finals zuständig. Es war ein ruhiger Tag für ihn.
Er ist zum ersten Mal auf einem Event der ESL. Es ist bisher nichts Außergewöhnliches passiert. Leicht verdientes Geld, sagt der Mann, als man ihn nach seinen Eindrücken von dem Event befragt. Ihm fällt auf, dass eine solche Aussage nicht besonders positiv aufgefasst werden könnte. Wir alle hoffen doch, dass nichts Schlimmeres passiert, schiebt er schnell hinterher. Er arbeitet für die Freiwillige Feuerwehr und ist seit 10:00 Uhr auf dem Event. Morgen ist er nicht mehr da, ein Kollege wird ihn ablösen.
Sein Vorgesetzter, ein etwas älterer Herr mit schütterem Haar und wachen Augen, hat den anderen Bereich der Halle im Auge. Er ist schon länger dabei und hat einige Veranstaltungen der ESL miterlebt. Fragen zu dem Event möchte er nicht beantworten, das könne sein junger Kollege von der Freiwilligen Feuerwehr sicher besser. Er lächelt freundlich. Ruhig aber aufmerksam beobachteten beide weiter das Geschehen.
Ein kurzer intensiver Blickkontakt, der Anvisierte weiß sofort, was von ihm jetzt verlangt wird. Einlasskontrolle. Brav zeigt der Mitarbeiter einer eSports-Seite, hier „Online-PR“ genannt, seinen Presseausweis vor. Daniel heisst der Mann, der hier für einen geregelten Ablauf sorgt. Er ist fest angestellt bei dem Betreiber des Tanzbrunnens. Seitdem er dort arbeitet, hat die ESL dort drei Veranstaltungen gebucht.
„Es ist schon ein bisschen größer geworden“, so beschreibt er die Entwicklung der Finals seit seinem ersten Einsatz auf dem Turnier vor 15 Monaten. Hauptsächlich aber schätzt er das entspannte Arbeiten. Alkohol in Maßen, ein friedliches Miteinander, jeder hält sich an die Regeln – Der Mann arbeitet gern auf Veranstaltungen der ESL. Früher habe er selbst einmal Counter-Strike gespielt, mittlerweile bevorzugt er aber FIFA11. Er ist schließlich schon 32. Er schaut sich in der Halle um und findet, das sei ein sehr fortgeschrittenes Alter.