Wenige Minuten verbleiben bis zum Start der Global Finals der ESL Extreme Masters. Während sich die Teams und Spieler in den letzten intensiven Trainingseinheiten den Feinschliff für das Turnier besorgten, nahm sich Danny ‚BERRY‘ Krüger vom dänischen Teilnehmer TCM-Gaming Zeit für ein Interview mit readmore.de. So steht er im Hinblick auf die Reise nach Hannover Rede und Antwort und rechnet dabei seinem Team in der Rolle des Underdogs durchaus Chancen aus.
Für den 20-jährigen BERRY sind es nicht die ersten Extreme Masters World Championships. Schon im vergangenen Jahr hatte der Däne mit seinem damaligen Team, den Roskilde Ravens, das Ticket nach Hannover buchen können, da man überraschend den dritten Platz bei den europäischen Finals belegt hatte. Dort kamen die Ravens allerdings ebenso unerwartet deutlich unter die Räder und schieden sang- und klanglos in der Vorrunde aus.
Im Jahr 2011 möchte es BERRY, der in der Vergangenheit unter anderem auch für Team CMAX, OSLF.dk und XayaGaming auftrat, besser machen. Nach der erneuten Qualifikation über die IEM European Finals V in Kiew schloss sich das vorher unabhängig als ‚No Problem!‘ agierende Team der Organisation TCM-Gaming an. Darüber hinaus wurde kurzfristig Taymaz ‚TAY‘ Babaiasl durch Nikolaj ‚Nuggi‘ Larsen ersetzt. Unter neuem Namen und mit verändertem Lineup schickt sich das Team nun an, die Gruppenphase zu meistern.
readmore.de: Hallo Danny! 2010 hast du mit deinem Team überraschend den Dritten Rang der IEM European Finals erreicht und dabei AGAiN, mousesports und SK Gaming geschlagen. Auf den World Championships in Hannover habt ihr allerdings jedes einzelne eurer fünf Gruppenspiele verloren. Freust du dich trotzdem auf die CeBIT? Spürst du einen besonderen Druck, nicht noch einmal eine so deutlich auszuscheiden?
Danny ‚BERRY‚ Krüger: Hallo! Im vergangenen Jahr haben wir auf den European Finals unser Spiel einfach zum Laufen gebracht. Auf den Global Finals 2010 hatten wir dann aber einen sehr, sehr schlechten Tag. Der Druck ist eigentlich nicht so groß, und ich denke, wenn wir unser Spiel so durchziehen können wie auf den European Finals, wird er auch gar nicht erst aufkommen. Ich freue mich wirklich sehr auf das Turnier, da es ja auf der CeBIT stattfindet und ich solche Veranstaltungen immer interessant finde.
readmore.de: Bis vor ein paar Wochen habt ihr noch als „Indy-Team“ gespielt. Welche Vorteile habt ihr euch vom Wechsel zu TCM-Gaming versprochen?
BERRY: Wir sind wirklich glücklich, bei TCM-Gaming zu sein. Wir müssen uns hier schließlich nur noch auf das Spielen konzentrieren, und sonst nichts.
readmore.de: Warum habt ihr euer Lineup so kurz vor diesem großen Event umgestellt, obwohl ihr doch eigentlich recht erfolgreich wart? Was ist der Unterschied zwischen Nuggi und TAY?
BERRY: TAY hatte nicht mehr die Motivation, um weiterhin zu spielen. Der Unterschied zwischen den beiden ist, dass Nuggi mehr Erfahrung hat und mehr weiß.
readmore.de: Ihr hattet nicht so viel Zeit, da Nuggi bekanntlich erst vor ein paar Tagen zu euch gestoßen ist. Am Wochenende wart ihr noch einmal in einem Bootcamp. Wo hat dieses Bootcamp stattgefunden und wird euer Training ausreichen, um mit der Weltelite mitzuhalten?BERRY: Das Bootcamp war in Albertslund bei Friis. Unser Training hat sich im Laufe des Bootcamps auch wirklich weiterentwickelt. Ich weiß, dass wir mit der Weltelite mithalten können, wenn wir unser bestes Spiel abliefern.
readmore.de: Für gewöhnlich ist das IEM Event auf der CeBIT von einer enormen Lautstärke in Halle 23 geprägt. Im vergangenen Jahr gab es außerdem anhaltende Netzwerkprobleme, die durch DDoS-Attacken verursacht wurden. Wie geht ihr Spieler mit solchen Problemen um und wie schafft ihr es, in solchen Momenten einen kühlen Kopf und die Konzentration zu bewahren?
BERRY: Die Lautstärke ist nicht so schlimm, da wir schließlich alle damit klar kommen müssen. Wenn ich von einer DDoS-Attacke oder so etwas betroffen bin, ist es immer schwierig, nicht frustriert zu sein. Schließlich hat man auf so einem Turnier wie diesem nicht viele Gelegenheiten.
readmore.de: Wann und wie werdet ihr nach Hannover reisen? Wo werdet ihr während der Woche untergebracht sein und werdet ihr euch auch mal in Hannover’s Nachtleben stürzen?
BERRY: Unser Flug geht am Dienstag. Ich weiß nicht genau, wie wir untergebracht sind, da die ESL das alles für uns organisiert hat. Ob wir uns Abends noch auf den Weg in’s Nachtleben machen, hängt schließlich von unseren Ergebnissen im Turnier ab (lacht)!
readmore.de: Es scheint, als hättet ihr mit eurer Gruppenauslosung Glück gehabt. Was denkst du über Gruppe A? Wird es eine einfache Angelegenheit für euch oder wird die Gruppe unterschätzt? Bist du froh, nicht gegen fnatic, Lions und NaVi spielen zu müssen, gegen die du im Januar auf den European Finals noch verloren hast?
BERRY: Für viele sieht diese Gruppe in der Tat wie die leichtere aus. Da hier allerdings zwölf der besten Teams der Welt teilnehmen, können wir nicht von einem Selbstläufer ausgehen. Und wer die Meisterschaft gewinnen will, muss irgendwann ohnehin gegen die Teams beider Gruppen gewinnen.
readmore.de: Direkt in eurem ersten Match des Turniers bekommt ihr es mit eurem nationalen Konkurrenten, mTw, zu tun. Ein „Derby“, wie wir in Deutschland sagen würden. Siehst du euch in der Rolle des Underdogs in diesem Spiel? mTw ist sicherlich ein harter Gegner, habt ihr ein Geheimrezept, um sie zu schlagen?
BERRY: mTw ist im Moment die Nummer Eins in Dänemark. Insofern sind wir mit Sicherheit die Underdogs in diesem Match. Unser Geheimrezept lautet: Training, Teamwork und Talent.
readmore.de: Wie Nuggi in einem Interview kürzlich sagte, würde er mTw den Titel gönnen. Wäre es nicht besser, TCM ganz oben auf dem Siegertreppchen zu sehen? Was denkst du, wer das Halbfinale erreichen wird und welches Team am Ende siegreich sein wird?BERRY: Natürlich wären wir gerne ganz oben auf dem Podium. Aber mit so vielen guten Teams im Teilnehmerfeld ist es schwierig zu prognostizieren, wer die Finalspiele erreichen wird. Wir wären gern eines dieser Teams, die es bis in das Halbfinale schaffen. Bei Teams wie fnatic, Na’Vi und Frag eXecutors ist es natürlich schwer zu sagen, wer am Ende gewinnen wird.
readmore.de: Warum haben es deiner Meinung nach keine deutschen Teams auf die IEM Global Finals 2011 geschafft? Hast du Kontakt zu deinem Landsmann Finn ‚karrigan‘ Andersen und habt ihr darüber gesprochen, was bei mouz falsch gelaufen ist?
BERRY: Ich habe mit karrigan nicht besprochen, was bei ihnen schief gelaufen ist. Ich weiß aber, dass er enttäuscht ist. Beide deutschen Teams sind noch ziemlich neu. Bei manchen Teams dauert es eben länger, bis sie gut werden.
readmore.de: Unabhängig von den IEM, was sind deine Erwartungen für das Team im Jahr 2011? An welchen kommenden Turnieren werdet ihr teilnehmen?
BERRY: Meine Erwartungen für 2011 sind wirklich hoch. Als wir Nuggi vor drei Wochen bei uns begrüßten, war ich mir dessen noch nicht so sicher. Aber ich sehe einfach, dass wir uns mit jedem Spiel weiterentwickeln und dass unsere Chemie sehr gut zusammen passt. Ich weiß zwar nicht, welches Turnier als nächstes ansteht, aber wir werden an allen großen Events teilnehmen.
readmore.de: Noch ein paar abschließende Worte?
BERRY: Ich möchte TCM-Gaming und unseren Sponsoren, Mad Catz, Cyborg Gaming, CoolerMaster, CM Storm, Enuzi Clothing, Multiplay und Meroncourt, dafür danken, dass sie uns die Gelegenheit geben, an solchen Events teilzunehmen.
readmore.de bedankt sich für das Gespräch und wünscht viel Erfolg für das Turnier.


