Es scheint ein Déjà-vu des vergangenen Sommers zu sein. Ein Wechsel, zwei Clans und jede Menge Streit. Man sollte meinen die Beteiligten hätten daraus gelernt, doch weit gefehlt. Wieder zeigt sich der eSport von seiner besten Seite und das Who is Who mischt kräftig mit. Ein Kommentar von Matthias ‚Xeeran‘ Häussel
Der Volksmund sagt, wenn Zwei sich streiten freut sich der Dritte. Leider stimmt dies nicht immer. Wenn zwei der weltweit größten Clans sich streiten, dann leidet der eSport. Wieder ist es, wie schon im Juli 2010, ein Wechsel der für Spannungen sorgt. Während damals, bei Rasmus ‚GuX‘ Ståhl, relativ schnell klar wurde, dass die eigene Dummheit des Spielers, keinen unterschriebenen Vertrag zu besitzen, Schuld an dem Dilemma war, scheint es dieses Mal unlängst komplizierter zu werden.
Marcus ‚Delpan‘ Larsson dürfte noch einen Vertrag bei Fnatic haben, worauf diese auch in ihrer offiziellen Stellungnahme zu dem Fall hinweisen. Per Tweet war sich Neil Kirk, Business Development Manager bei Fnatic, jedoch nicht zu schade, vorab schon einen verbalen Angriff auf SK-Chef Alexander ‚TheSlash‘ Müller zu starten. „Unprofessionell“ sei der Deutsche. Dies warf beim Manager von TCM-Gaming, Craig Walker, die Frage auf, ob Müller, abhängig vom Team mit dem er verhandelt, keine Verträge respektiere. TheSlash antwortete kühl, dass „ihm das wurscht sei“. Zumindest letztgenannte Aussage scheint jetzt schon in die Annalen der eSport-Historie eingegangen zu sein.
Doch auch ein ganz anderer Akteur meldet sich zu Wort. Mark Peter Fries, vielen noch bekannt durch die Franchises bei MeetYourMakers, lässt es sich nicht nehmen, seinen Senf abzugeben. Aber nicht zur eigentlichen Sachlage, sondern zu Craig Walker. Für Fries ist dessen Verhalten widerum unprofessionell. Wieso und weshalb weiß wohl nur er selbst. Dann endlich ein Lichtblick im Twitter-Chat. Rod ‚Slasher‘ Breslau kommentiert das Geschehen mit den Worten: „eSport hat sich in zehn Jahren kaum vorwärts bewegt, wenn zwei der größten eSport-Clans nicht in der Lage sind, vertragliche Angelegenheiten vernünftig zu klären.“ Derweil gehen die Anschuldigungen gegenüber SK Gaming und Müller weiter.
Am Morgen dann nimmt TheSlash wieder Stellung und lässt verlautbaren, dass er wohl allen Anschuldigungen entgegnen sollte. Er müsse uns aber enttäuschen, denn es sei alles gesagt. Tatsächlich? Schön wär’s gewesen! Nachdem sich ein Redakteur von fnatic, Tobias Bjarnemo, gegenüber Müller äußerte und denkt, dass SK seinen Spielern mehr Geld bietet oder sie völlig ignorant sein müssen, um für SK zu spielen, lässt Müller seinerseits die Welt wissen, dass die Spieler von SK für SK spielen wollen und weniger verdienen würden.
Ob damit alles gesagt ist? Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich zieht sich der Streit, ähnlich wie beim letzten Mal, wieder über mehrere Tage oder Wochen hin. Wahrscheinlich ist auch, dass die G7 sich damit weiter voneinander entfernen und dass der eSport am Ende der Leidtragende ist. Ob Delpan noch einen Vertrag bei Fnatic hat oder nicht, wen interessiert das jetzt noch? Der Schaden ist da und niemand scheint Willens, einzulenken, um ihn zu minimieren. Zumindest die eSport-Presse hat durch die Vorfälle einiges zu berichten. Es stimmt also doch: Wenn zwei sich streiten, dann freut sich der Dritte.