Die Gruppenphase ist tatsächlich beendet. Mit einigen Stunden Verspätung war es bis zur letzten Entscheidung ein äußerst steiniger Weg. Grund dafür waren unterschiedliche Auslegungen des Regelwerkes zwischen dem spanischen DN-Gaming und den niederländischen LowLandLions. Über ein Rematch musste schließlich das Endergebnis in Gruppe D ermittelt werden. readmore.de fasst die Geschehnisse zusammen.
Als das heimische DN-Gaming und die Niederländer LowLandLions am heutigen Vormittag erstmals in der Gruppenphase aufeinander trafen, ahnte noch niemand, welch Gewichtigkeit diesem Match im Laufe des Tages noch beigemessen werden sollte. Mit 16:14 gewannen die Spanier mehr oder weniger überraschend und verschafften sich damit eine gute Ausgangsposition in Gruppe D. Da man im weiteren Verlauf des Turnieres jedoch deutlich gegen ESC Gaming verlor und LLL diese im Gegenzug ebenso überzeugend bezwingen konnte, entwickelte sich zum Ende der Gruppenspiele eine Pattsituation zwischen den beiden Teams.Wie die Gruppenübersicht erkennen lässt, hatten die Holländer ein deutlich besseres Rundenverhältnis als ihre spanischen Kontrahenten. Insofern gingen sie wie die meisten anderen hier auch davon aus, dass sie gemeinsam mit ESC und den fünf Moskauern in die Playoffs einziehen würden. So schnell wollten die DN-Spieler jedoch nicht die Segel streichen, sondern versuchten nun ihrerseits, ein Weiterkommen am Grünen Tisch zu erwirken.
Was folgte, war eine Posse, wie wir sie aus der Vergangenheit von anderen Großevents schon zur Genüge kennen. Ein emsiger Admin versucht, beide Seiten zu beschwichtigen und eine, anhand des Regelwerks, nachvollziehbare und vor allem richtige Entscheidung zu treffen. „Wir dachten, wir wären schon durch“, äußert sich Mike ‚trx‘ Degger zu dem Vorfall und auch Dennis ’seezung‘ Seesing fühlt sich zu Beginn der zähen Diskussionen „ziemlich verarscht“.
Problematisch ist in diesem Fall in der Tat eine Passage im Regelwerk, die von beiden Parteien nun unterschiedlich ausgelegt wurde. Die Spanier behaupteten, der direkte Vergleich sei entscheidend, die Holländer waren selbstredend der Meinung, dass das Gesamtergebnis ausschlaggebend sei. „Natürlich sind wir davon ausgegangen, dass unser Sieg gegen LLL uns zum Weiterkommen berechtigen würde“, sagt der 19-jährige Victor ‚xikii‘ Garcia von DN-Gaming. „Wir haben absolut keine Ahnung, wie es nun weitergeht. Wir müssen auf die Entscheidung der Admins warten.“
Diese ließ auch nicht lange auf sich warten. Relativ schnell legte sich die Turnierleitung darauf fest, dem heimischen Team den Vorzug zu geben und die Holländer nach Hause zu schicken. Und obwohl insbesondere seezung immer wieder energisch auf eine korrekte Interpretation des Regelwerkes hinwies, wurde er von den Admins schroff mit den Worten „Wir können hier nichts mehr für euch tun“ abgewiesen. Auch ein von LLL angebotenes Rematch, und sei es nur in Form einer kurzen Overtime, lehnten die Organisatoren zunächst ab.Als sich die Niederländer jedoch durchaus hartnäckig zeigten, auf ihr Recht bestanden und nun auch immer mehr anwesende Spieler anderer Teams Stellung für die LowLandLions bezogen, waren die Admins genötigt, ihren Beschluss zu überdenken. So verkündete der Head-Admin nach fast zwei Stunden Diskussion ziemlich resigniert das goldene Wort: „Rematch!“
„Eine weise Entscheidung“, fand auch Aleksander ‚ZeroGravity‘ Kokhanovsky, der sich zwischenzeitlich moderierend in die Diskussion eingeschaltet hatte. So erhalten die Spieler die Möglichkeit, ihre Differenzen auf sportliche Art und Weise auszutragen, zumal eine zufriedenstellende Lösung anhand des Regelwerkes nicht möglich erscheint.
Schließlich treffen sich die Spanier und die Niederländer um 18:15 Uhr ein zweites Mal auf dem Server, dieses mal auf Inferno und gespielt wurde eine simple Overtime. Dass Headset-Probleme bei José ‚Spanisfury‘ González das Rematch noch einmal verspäteten, nahm man mittlerweile schon scherzend in Kauf. Der Verlauf der entscheidenden paar Runden ist schließlich schnell erzählt. Mit 3:2 können die Löwen als CT vorlegen; auf der Terror-Seite gewinnen sie direkt die ersten drei Runden. Der Jubel fällt überraschend bescheiden aus.Ein paar Stunden Diskussionen, ein paar Minuten Spannung. Den Holländern war es das in jedem Fall wert. „Es war die richtige Entscheidung der Admins, ein Rematch spielen zu lassen“, findet seezung im Anschluss an die Entscheidung. „Ich glaube, als Admin hast du es in solchen Situationen immer schwer. Es ist gut, dass das spanische Team nicht bevorzugt wurde.“ Nach nervenaufreibenden Stunden braucht er nun erstmal eine Pause. „Wir gehen nun erstmal irgendwo Zigaretten kaufen, kommen etwas runter und dann schauen wir mal, gegen wen wir nachher noch ran müssen. Hauptsache, wir können noch etwas weiter im Turnier mitspielen.“


