Der zweite Turniertag auf den e-Stars in Seoul nimmt langsam fahrt auf. Doch auch abseits des Events gibt es einige nette Dinge in Südkorea zu erleben. Nils ‚hellphyte‘ Johannsen berichtet in seinem Eventblog darüber, wie man als Redakteur seine Zeit verbringt, wenn der Turniertag vorüber ist.
Einen müden guten Morgen aus Seoul. Heute war es die Redakteursriege, die völlig unerwartet verschlafen hat. Obwohl die e-Stars, aus welchem Grund auch immer, das einzig pünktliche eSports-Turnier der Welt sind, kamen wir trotzdem rechtzeitig zum mouz-Spiel an. Gestern dagegen waren es ArcadioN und zonic, die es nicht pünktlich aus dem Bett schafften. Sie hatten nach ihrer Anreise Schlaftabletten genommen, um den Jetlag auszutricksen. Als sie dann irgendwann aufgewacht sind, waren ihre drei Teamgefährten schon längst auf dem Event…
Ich teile mir übrigens ein Zimmer mit slop3 von rakaka.se ein äußerst trinkfester Schwede und somit ein guter Zimmerkamerad. Und falls er irgendwann mal zu spät kommen sollte, liegt es wohl an unserer elektronischen Hightech-Klospülung im Hotel. Diese hat einen verlockenden „Massage“-Button, der bereits am ersten Tag ausgiebig getestet wurde. Manche der anderen Journalisten haben sich aber immer noch nicht getraut, ihn auszuprobieren. Sie verpassen auf jeden Fall etwas und verweigern gleichzeitig die Mutprobe, die hier genutzt wird, um die Spreu vom Weizen zu trennen.
Ansonsten war der Abend gestern ein voller Erfolg: Ab ins Hotel, den Masage Button ausprobieren. Dann in den nächsten Supermarkt, dort eine Art deutsches Bier gefunden (schmeckte trotzdem nicht). Zurück ins Hotel, Starcraft im Fernsehen geguckt. Dazu hatte sich ein in Seoul lebender französischer Journalist vom Team aAa anscheinend dazu bereit erklärt, den Part des betrunkenen Unterhalters zu übernehmen. Irgendwann ist er aber verschwunden und auch bislang nicht in der Location aufgetaucht.
- Quelle: readmore.de
- Quelle: readmore.de
- Quelle: readmore.de
Was den Event-Aufbau vor Ort angeht, gibt es jedoch einige merkwürdige Entscheidungen. So ist der Presseraum ein Stockwerk über dem eigentlichen Event angesiedelt. Das schlimme dabei: Es führt keine Treppe nach oben, sondern lediglich ein einziger Fahrstuhl, der dazu noch zwei andere Stockwerke versorgen muss. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man sich als Redakteur vor Ort von den Kollegen im IRC sagen lassen muss, wann die Spiele beginnen. An dieser Stelle muss übrigens einmal unser gesamtes Tickerteam erwähnt werden, welches einen riesen Job macht. Ich weiß nicht, ob es allen Usern bewusst ist, dass unsere Jungs mitten in der Nacht zu unmenschlichen Zeiten aufstehen (oder direkt durchmachen) und alle Matches ehrenamtlich Runde für Runde von Hand tickern. Dieser Einsatz für den eSport verdient höchste Anerkennung. Soviel Eigenlob sei an dieser Stelle erlaubt.
Ich werde mich jetzt auf den Weg zum Turnierbereich machen, wo mousesports gegen TyLoo antritt. Da das Event live im chinesischen Kabelfernsehen übertragen wird, befürchte ich, dass die Chinesen hochmotiviert sind. Auf der anderen Seite gehe ich jedoch davon aus, dass die keinen blassen Schimmer von de_mirage haben. Auf dem Weg zur Bühne werden mir wahrscheinlich einmal mehr etliche Familien mit ihren kleinen Kindern an der Hand begegnen, die zusammen als Wochenendeausflug dieses Gamingevent besuchen. Teilweise spielen die Familien in der Freegaming-Area irgendwelche Shooter-Games zusammen. Ein herrliches Bild, welches man vielleicht deutschen Politikern vor Augen führen sollte.


