Großen Ankündigungen folgt größere Ernüchterung. Nach nicht einmal acht Wochen scheint das Counter-Strike-Team von Hardware4u vollends zu zerbrechen. Dem kürzlichen Abgang von Anil ‚cLy‘ Cülec folgt nun der Rückzug der beiden dänischen Spieler Christian ‚turkizh‘ Bindslev und Martin ‚woodi‘ Holm.
Noch Ende Juli kündigte die Organisation Hardware4u an, zwecks Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit dem Trend zu folgen und sich zukünftig der Dienste internationaler Spieler zu bedienen. So holte man die erfahrenen Dänen turkizh und woodi an Bord, die fortan mit Eduard ‚eddy‘ Schmidt, Gerhard ‚gerdi‘ Grimm sowie dem jungen Talent Anil ‚cLy‘ Gülec das Label H4u erfolgreich vertreten sollten.
Was zunächst vielversprechend begann – H4u besiegte nur wenige Tage nach der offiziellen Bekanntgabe des Lineups überraschend die dänische Konkurrenz von TCM-Gaming – entpuppte sich jedoch nur allzu schnell als Eintagsfliege. Im internationalen Vergleich zog das Aufgebot in den nachfolgenden Partien des IEM Guangzhou Qualifiers stets den Kürzeren. Zu wenig für die selbst gesteckten Ambitionen von Spielern und Organisation.
Auch die anfänglichen EPS-Siege gegen AIM41 und plan-B vermochten nicht darüber hinweg zu täuschen, dass bei weitem nicht alles Eitel Sonnenschein im Hause H4u war. So dürfte insbesondere auch die überflüssige Niederlage gegen das EAS-Team LeiSuRe, bei der die beiden Dänen nicht eingesetzt werden konnten, in der ersten Runde des Liga-Pokals zur Verschlechterung der teaminternen Stimmung beigetragen haben.
Der kurz darauf folgende Abgang des 17-jährigen cLy scheint schließlich den Komplettzerfall der Mannschaft geradezu unausweichlich gemacht zu haben. Die Tatsache, dass das Talent es vorzieht aufgrund mangelhafter Kommunikation und Motivation im Team lieber in der unterklassigen EAS zu spielen, verdeutlicht die Perspektivlosigkeit des zu Saisonbeginn sicherlich teuer zusammengekauften H4u-Rosters.
Dass nun auch die beiden Dänen turkizh und woodi das Intermezzo bei der deutschen Organisation beenden, scheint die logische Konsequenz eines großen Missverstädnisses zu sein. So bemängelt turkizh in einem Statement neben der ohne Zweifel vorhandenen Sprachbarriere auch eine zu große Differenz im Hinblick auf den Skill der einzelnen Spieler. ‚Ich möchte nicht in einem Team spielen, das keine Zukunft hat‘, bringt er schließlich seinen Entschluss auf den Punkt.Ob die Dänen sich nun rückblickend zu Recht als stärkste Spieler des Lineups betrachten dürfen, darf sicherlich diskutiert werden. Fakt ist jedoch, dass das zerrüttete Team zuletzt mit Ersatzmann Philip ‚pacular‘ Renk agieren musste und gar mit 5:16 gegen SFTO unter die Räder kam. Ein Zustand, der weder für die Aktiven noch für die Verantwortlichen ertragbar sein kann.
Gerettet werden können hätte Hardware4u vielleicht zumindest, indem dem Team einige Events ermöglicht worden wären, wie es zunächst vom Management angekündigt wurde. Teambuilding, erhöhte Motivation und womöglich das eine oder andere internationale Ausrufezeichen hätten der Ertrag dieser Investitionen sein können. Stattdessen wurde der Trip zur GameGune 2011 kurzfristig abgesagt und auch eine Teilnahme am Asus Summer kam nicht zustande.
Nun wird es spannend zu beobachten sein, ob und wie die Organisation überhaupt die laufende ESL Pro Series-Saison beenden will.
+ Christian ‚turkizh‘ Bindslev gegenüber hltv.org:
Verbleibendes Lineup Team Hardware4u:
Eduard ‚eddy‚ Schmidt
Gerhard ‚gerdi‚ Grimm
Philipp ‚pacular‚ Renk

Eduard ‚eddy‚ Schmidt