Wenig überraschend hat das neuformierte kasachische Team NEXT.kz um Dauren ‚AdreN‘ Kystaubayev die Playoffs auf den WCG 2011 in Busan erreicht. Im Interview mit readmore.de spricht AdreN über sein Comeback, seine Zukunftspläne mit dem Team und erzählt, dass auch NEXT von einem wohlhabenden Investor finanziell unterstützt wird.
readmore.de: Hallo AdreN, im Sommer 2010 hast du deine Maus vorerst an den Nagel gehängt. Was ist seitdem passiert?
Dauren ‚AdreN‘ Kystaubayev: In bin nach Shanghai, China gezogen und habe dort einige Zeit studiert. Nun bin ich aber wieder zurück in Kasachstan, wo ich vorerst bleiben werde. Dazu habe ich jetzt wieder Lust bekommen, Counter-Strike zu spielen.Möchtest du mit deinem Team also wieder professionell spielen oder habt ihr keine ernsthaften Ambitionen mehr?
Wir werden jetzt wohl wieder anfangen, professionell zu spielen. Allerdings vorerst nur für ein Jahr, da ich auch an meine Zukunft denken muss. Aber mal sehen, vielleicht wird es auch etwas länger. Wir wollen auf jeden Fall an Turnieren wie der ASUS-Serie in Russland und der Ukraine sowie dem ESWC und den WCG teilnehmen.
Als du damals bei k23 gespielt hast, war es keine Seltenheit, dass jeder von euch auf seinen Steam-Accounts mehr als 120 Stunden Spielzeit in zwei Wochen hatte. Kommt so ein straffes Training auch mit NEXT.kz in Frage?
Momentan spielen wir etwa acht bis neun Stunden pro Tag wenn ein Turnier ansteht. Ansonsten entscheiden wir von Tag zu Tag über unser Trainingspensum. Wir sind ja ein lokales Team, alle von uns leben in Almaty und wir trainieren aus dem Trainingscenter unseres Clans. Wir sind auch außerhalb von Counter-Strike gute Freunde und gehen oft zusammen feiern.
Du, Anv1k und auch mou haben schon große Turniere wie die WCG gespielt. Keen und dastan dagegen haben noch nicht so viel internationale Erfahrung und scheinen sehr aufgeregt. Gegen Team Blood aus Peru gab es auf de_tuscan auch zwei Teamkill-Situationen.
Ja, es sieht wirklich so aus, als ob sie noch ziemlich nervös wären. Aber ich weiß mit meiner Erfahrung, wie man damit umzugehen hat und wie man das beheben kann.
Du sitzt in der Mitte und nimmst auch die Rolle des Ansagers ein, obwohl man sich sonst eher als Madfragger kannte. Fühlst du dich in der Taktiker-Rolle wohl?
Ja, ich fühle mich ziemlich wohl in dieser Rolle. Ich denke das liegt aber auch daran, dass ich mir diese Aufgabe mit Anv1k teile und die Verantwortung nicht auf mir alleine lastet.
Wie lange wirst du nach der langen Pause brauchen, bis du wieder deine alte Bestform erreicht hast?
Ich denke, dass ich die nach einem Monat wieder erreicht habe, wenn wir in der Zeit gut trainieren.
In der Gruppenphase habt ihr gegen Moscow 5 gespielt und ziemlich deutlich verloren. Du kennst viele der russischen Spieler aus deiner Zeit mit k23 in Moskau. Was denkst du über das Match?
Ich bin nicht sauer wegen des Spiels, es ist okay für mich. Wir wollten in der Gruppe den zweiten Platz machen, um die Playoffs zu erreichen. Das haben wir geschafft, von daher ist alles in Ordnung und das Spiel abgehakt.
Jetzt wo ihr in den Playoffs seid: Welche Platzierung wollt ihr erreichen?
Eine Top3-Platzierung. Ich glaube übrigens, dass Moscow 5 das Finale erreichen kann, da sie momentan ziemlich stark sind. Es wäre natürlich optimal, wenn sie dort gegen DTS spielen würden, da ich mit beiden Teams gut befreundet bin.Hast du eigentlich noch Kontakt zu Arbalet, eurem langjährigen Mäzen bei k23?
Ja, habe ich. Er ist ja selbst leidenschaftlicher Spieler, manchmal zocken wir noch Counter-Strike zusammen.
Ich habe gehört, dass bei eurem derzeitigen Clan NEXT.kz auch ein wohlhabender Investor beteiligt ist. Erzähl uns etwas darüber.
Ja, das stimmt, NEXT.kz hat auch eine Art Mäzen, der das Projekt inklusive Trainingscenter usw. finanziert. Nach den WCG werden wir uns wohl mit ihm zusammensetzen, die Zukunft besprechen und unsere Verträge unterschreiben. Dann regeln wir auch die Details zu unserem monatlichen Gehalt und den Events, die wir besuchen wollen.
Wie aktiv ist die kasachische CS-Szene denn momentan und gegen welche Teams könnt ihr trainieren?
Es sieht eigentlich ganz gut aus. Momentan gibt es acht gute Teams in Kasachstan, gegen die wir trainieren können. Aber es werden natürlich viel mehr werden, nachdem wir hier unsere Top3-Platzierung erreicht haben (lacht). Nach Russland haben wir einen Ping von 50 bis 60, dass geht auch noch gerade so. Nach Deutschland ist unser Ping in etwa 100, dass ist nicht spielbar. Das geht höchstens manchmal für ein paar DotA-Matches.
Vielen Dank für das Interview und viel Glück für die Playoffs morgen.

