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Spontaner Pneumothorax - Mein Erfahrungsbericht

Was ist ein Spontaner Pneumothorax?
tl;dr: Ein ohne erkennbaren Grund plötzlich auftretendes kleines Loch in der Lunge, die einen Lungenflügel (idR. nur eine Seite) zum Kollabieren bringt -> Atemnot und Schmerzen
Was ist ein Spontaner Spannungspneumothorax?
tl;dr: Wie oben nur stärker ausgeprägt und sich selbst verstärkend -> akute Lebensgefahr
Spoiler


Was hat das ganze jetzt mit eSports zu tun?

rm.de:Pneumothorax ist in der eSports-Szene leider keine Seltenheit.
(rm.de, 16.06.2017)

Das ganze ist insofern bemerkenswert, da die Krankheit an sich relativ selten auftritt mit 7 Fällen pro 100k Einwohner und Jahr. Risikofaktoren sind:

- Männlich (trifft auf mich zu)
- 15-35 Jahre alt (trifft auf mich zu)
- schlank (trifft auf mich zu)
- Raucher (trifft nicht auf mich zu)
- (schwere Vorerkrankungen der Lunge (trifft nicht auf mich zu))

Meine Erfahrungen:
Spontaner Spannungspneumothorax links August 2008
Zum ersten Mal hatte ich in 2008 einen spontanen Spannungspneumothorax auf der linken Seite. Nach einer längeren Gaming-Session mit Vorbereitung auf die WCG Nationals in NFS:PS bis spät in die Nacht habe ich mich gegen 03:00 in Bett gelegt und noch ein wenig Olympia (Peking) geschaut. Plötzlich hatte ich starke schmerzen in der Brust und bekam zunehmend schlechter Luft. Es hat sich zwar anders angefühlt als das (leichte) Asthma, das ich seit Jahren nach Belastung oder Allergie habe, da es sehr spät war habe ich aber erstmal abgewartet und mein Spray genommen. Alles hat nichts geholfen, es wurde immer schlimmer. Also habe ich erstmal die Symptome gegoogled - wollte ja nicht gleich übertreiben, ist ja klar :D. Da es relativ wenige Krankheiten gibt, die plötzlich mit diesen Symptomen auftreten, habe ich den Wikipedia-Eintrag zum Pneumothorax gefunden. Bei der Stelle "lebensbedrohliches Krankheitsbild" habe ich dann doch den Ernst der Lage begriffen, wenig später wurde ich per Krankenwagen ins Krankenhaus eingeliefert und nach einen schnellen Röntgen operiert. Man bekommt dann unter lokaler Betäubung einen Schlauch in den Brustraum, der die Luft per Vakuum-Pumpe dort absaugt, die durch das Loch im Lungenflügel entweicht -> Lungenflügel entfaltet sich, man kann wieder atmen. Dann hängt man erstmal ein paar Tage an der Pumpe, man fühlt sich dabei ganz normal, hat keine Schmerzen o.Ä, kann normal atmen. Wenn das Loch in der Lunge von selbst verheilt wird der Schlauch gezogen und man kann nach Hause gehen. Wenn nicht kann man entweder länger warten, oder operieren. Ich hatte dann diese OP bei welcher (unter Vollnarkose) das Brustfell von Innen absichtlich vernarbt wird, damit der Lungenflügel dort fest wächst. Danach wieder ein paar Tage an der Drainage, da kommt dann aber nicht nur Luft sondern auch Blut raus und es ist ohne Schmerzmittel kaum auszuhalten. Ich war 10 Tage im Krankenhaus und habe die WCG Nationals dadurch verpasst.

Spontaner Pneumothorax rechts August 2017
Den zweiten hatte ich dann auf der anderen Seite im letzten Jahr während einer Telefonkonferenz im Büro. Plötzlich starke Schmerzen in der Brust/Rücken, nicht wirklich Atemnot. Bin dann erstmal nach Hause gefahren auf dem Rennrad ("Lebensgefährlich" meinte der Arzt später dazu). Erstmal gehofft es sei nur ein Nerv eingeklemmt oder so. Beim Bücken und ähnlichen Bewegungen habe ich ein bubbern hören und spüren können -> schlechtes Gefühl gehabt, aber gut nichts übertreiben, erstmal ne Nacht schlafen :D Am nächsten Tag zum Lungenarzt um das zu klären - nur zur Sicherheit. Diagnose: Kleiner Pneumothorax -> Krankenhaus. Diesmal nur Drainage und ist von selbst abgeheilt. Gepante Reise in die USA eine Woche drauf musste ausfallen, da man ein paar Wochen danach nicht fliegen darf (wäre es in der USA passiert, wäre es spannend geworden, da man danach erstmal nicht fliegen darf...). Nach 4 Wochen habe ich wieder intensiv Sport (Rennrad fahren) betrieben, alles bisher in Ordnung. Auch ein CT, das explizit nach Vorschäden der Lungen gesucht hat war zum Glück ohne Befund.

Update: Spontaner Pneumothorax rechts Juni 2018
Im Juni hatte ich dann also den Dritten. Ich habe an dem Tag von Zuhause aus gearbeitet und hatte schon zwischendurch immer mal Rückenschmerzen, am Abend war ich dann im Restaurant mit meiner Freundin. Auf der Heimfahrt im Auto plötzlich Schmerzen im ganzen Brustkorb auf der rechten Seite bekommen. Zuhause angekommen dann wieder ein Blubbern bemerkt und starke Schmerzen bekommen. Im Krankenhaus dann direkt eine Drainage bekommen. Schmerzen waren danach richtig stark. Das war alles mitten in der Nacht. Habe starke Schmerzmittel bekommen, haben aber nur bedingt geholfen. Am nächsten Morgen ging es dann schon wesentlich besser. Da es zum wiederholten Mal passiert ist wurde ich zwei Tage später minimal invasiv (VATS) operiert, es wurde ein Teil der Lunge entfernt, das Rippenfell abgezogen und eine Verklebung per Pleurodese herbeigeführt. Die OP lief gut, Schmerzen waren erträglich. Eine Woche nach OP durfte ich nach Hause. Nach einer Woche schonen war ich dann wieder im Büro. Schmerzen wurden schnell besser. Jetzt ca. 6 Wochen später merke ich kaum noch etwas. Verheilt ist es aber noch nicht ganz. Habe begonnen wieder (langsam) Sport zu treiben. Jetzt sind beide Seiten operiert. Hoffe das wars jetzt ;) Chancen stehen gut.

Das eigentliche Problem
Es ist relativ unwahrscheinlich in einem Land mit vernünftiger medizinischer Versorgung an einen Pneumothorax zu sterben. Nach 4-6 Wochen ist alles verheilt und man hat keine Beschwerden mehr. Das Problem ist allerdings, dass die Rückfallraten bei Pneumothoraces ohne OP bei etwa 30% liegen. Und das jederzeit quasi grundlos passieren kann. Gerade in der Zeit nach einem Pneumothorax war ich ein wenig paranoid was das angeht... War jeweils noch 1-2 Mal danach mit Verdacht auf Rückfall beim Arzt (jeweils keiner diagnostiziert worden). Ich war vor kurzem in Indonesien im Urlaub, die medizinische Versorgung ist dort im Notfall in Ordnung, trotzdem hat man irgendwie ein schlechtes Gefühl (auch Druckunterschiede beim Flug können einen Rückfall begünstigen)

Ich mache mir im Gegensatz zu den Wochen nach dem Pneumothorax in 2008 inzwischen keine Gedanken darüber mehr und das kann ich jedem betroffenen nur raten. Keinen Kopf machen, zur Not muss man halt ins Krankenhaus für ne Woche. Shit happens!



#1 Buddha. schrieb am 06.03.2018, 20:29
Damit wirste paar Hypochonder hier ordentlich triggern! :D
#2 me again schrieb am 06.03.2018, 23:12
Das klingt echt übel und macht einem ein bisschen (ganz wenig) Angst
#3 sgraewe schrieb am 07.03.2018, 14:53
Hatte den Spaß auch schon, war damals in Spanien im Urlaub.
War super, da wir nichtmal mehr zurückfliegen konnten.

Hab dann quasi bezahlten Urlaub durch die Krankenkasse bekommen, bis der Arzt vor Ort uns das Ok für die Rückreise gegeben hat, per Auto. Urlaub war das allerdings nicht wirklich, hatte dauerhaft Angst irgendwas falsch zu machen und direkt wieder da zu liegen.
#4 bly schrieb am 07.03.2018, 15:34
ich hatte das 2011. keine op nur drainage. risikogruppe wie bei dir, nur dass ich damals noch geraucht habe. fühle mich seit dem nicht wie davor, habe schon ab und zu noch ein ziehen in der seite, narbe ab und zu auch unangenehm. ich hatte seit dem nichts, was stationär hätte behandelt werden müssen. hab mir aber damals sagen lassen, dass es durchaus vorkommen kann, dass sowas unbemerkt bleibt bei leichten fällen.
werde nicht vergessen wie der doc im kh damals vorm legen der drainage im schnitt rumgefummelt hat : ).
#5 xEtti schrieb am 07.03.2018, 15:48
me again:Das klingt echt übel und macht einem ein bisschen (ganz wenig) Angst


Sollte es nicht machen.
Wie schon beschrieben tritt ein Spontanpneumothorax realtiv selten auf (zum Vgl.: Appendizitis hat eine Inzidenz von 100Fällen/100.000Einwohner/Jahr)
Typischerweise bei schlaksigen, sportlichen, jungen Rauchern.
Wenn es einen aber tatsächlich erwischen sollte, kann meist auch sehr zügig die richtige Diagnose gestellt werden.
Ausserdem kann ein junger, gesunder Mensch den Zustand leicht kompensieren (natürlich kann man keinen Marathon laufen)
Und die Therapie hört sich etwas brutal an, gehört aber eher zu den chirurgischen Basics.

Beim Spannungspneumothorax wird der Brustkorb durch die Luft, die rein- aber nicht mehr rauskommt, aufgepumpt. Das ist ein Notfall, der aber meist FOlge eines Traumas ist (Unfall, Messerstich)

Also: Nicht verrückt machen lassen und wie oben richtig beschrieben: Zur Not für eine Woche ins KKH
#6 Marcel1907 schrieb am 07.03.2018, 16:54
Hatte letztes Jahr im September eine beiseitige Lungenembolie...

Das war auch alles andere als lustig... Noch nie so eine Panik gehabt, weil ich absolut keine Luft bekommen habe.
#7 hizz schrieb am 07.03.2018, 21:41
Marcel1907:Hatte letztes Jahr im September eine beiseitige Lungenembolie...

Das war auch alles andere als lustig... Noch nie so eine Panik gehabt, weil ich absolut keine Luft bekommen habe.


uff in deinem Alter? langen Flug hinter dir? Raucher? familiäres Risiko?
/e: achso wahrscheinlich im rahmen des krankenhausaufenthalts
#8 Schw4rz schrieb am 07.03.2018, 22:42
sgraewe:Hatte den Spaß auch schon, war damals in Spanien im Urlaub.
War super, da wir nichtmal mehr zurückfliegen konnten.

Hab dann quasi bezahlten Urlaub durch die Krankenkasse bekommen, bis der Arzt vor Ort uns das Ok für die Rückreise gegeben hat, per Auto. Urlaub war das allerdings nicht wirklich, hatte dauerhaft Angst irgendwas falsch zu machen und direkt wieder da zu liegen.


Im Ausland, im Urlaub, ein kleiner Alptraum (von mir)...SSB Immerhin nur Spanien und nicht am anderen Ende der Welt. Frage mich wie man zurück kommt, wenn einem das z.B. in den USA passiert. Aus dem Grund hab ich ne Reisekrankenversicherung mit Rücktransport. Besser isses.

bly:ich hatte das 2011. keine op nur drainage. risikogruppe wie bei dir, nur dass ich damals noch geraucht habe. fühle mich seit dem nicht wie davor, habe schon ab und zu noch ein ziehen in der seite, narbe ab und zu auch unangenehm. ich hatte seit dem nichts, was stationär hätte behandelt werden müssen. hab mir aber damals sagen lassen, dass es durchaus vorkommen kann, dass sowas unbemerkt bleibt bei leichten fällen.
werde nicht vergessen wie der doc im kh damals vorm legen der drainage im schnitt rumgefummelt hat : ).


Die Narbe aus 2008 von der Drainage kann man bei mir deutlich sehen auch weil das nicht besonders schön zugewachsen ist, hab aber keine Probleme damit. Die beiden anderen kleinen von der OP sieht man kaum (Achselgegend). Von 2017 sieht man gar nichts mehr, weil die das dort mit einem sehr dünnen Schlauch gemacht haben den sie etwa mittig wenige Zentimeter oberhalb der Brustwarze eingeführt haben (Pneu war oben) und nicht seitlich zwischen den Rippen wie üblich. Waren auch super Ärzte in dem KH muss ich sagen.
Ich merke gar nichts mehr von beiden Malen obwohl Links die OP mit der Vernarbung war und ein Teil der Lungenspitze entfernt wurde (hatte dort so Blasen, die das begünstigen können)
Wenn man den Pneumothorax nicht merkt (was passieren kann), ist es auch nicht schlimm. Dann resorbiert der Körper die Luft von alleine und die Lunge heilt ab.
Zur Drainage: Beim ersten musste nach der OP die Drainage dann mal verschoben werden um einen Bluterguss abzusaugen, das war ein super Gefühl: Pflaster ab, Faden abschneiden, der den Schlauch hält, anziehen, wieder festnähen und Pflaster drauf. Das ganze im Zimmer ohne lokale Betäubung :D
#9 krk schrieb am 09.03.2018, 22:30
4 von 5. werde dann mal mein testament aufsetzen, danke dir!

gute besserung wünsche ich!
#10 Lillet schrieb am 20.03.2018, 00:21
Beim Lesen einen Druck auf der Brust bekommen.
#11 anima libera schrieb am 24.03.2018, 23:45
- männlich check
- 15-35 Jahre alt check
- schlank und groß check
- Raucher check
- Allergie löst Asthma aus check

beste vorraussetzungen :>

drücke dir die daumen, dass du nun davon verschont bleibst.dieses gefühl keine luft mehr zu bekommen ist das widerlichste, was ich je erlebt habe. habe glücklicherweise noch nie ein Pneumothorax gehabt, aber ein lungenflügel ist beim fußball mal kollabiert, weil ich durch meine pollenallergie einen asthmaanfall bekommen habe und mein spray alle war. dumm und zu ehrgeizig wie ich bin habe ich damit noch eine zeit weitergespielt bis gar keine luft mehr da war und ich zusammengeklappt bin. danach dann ein paar ligen tiefer angefangen und nur noch just4fun gekickt. das wünscht man niemanden
#12 nudel schrieb am 24.04.2018, 17:31
Wünschte auch eher ich hätte es nicht gelesen. :D

Aber ein Grund mehr mal das Gepaffe sein zu lassen...
#13 Schw4rz schrieb am 29.06.2018, 09:15
Update: #3 am 22.06 erlitten, wieder rechte Seite, OP am 25.06 noch ein paar Tage Krankenhaus, dann ein Update
#14 BS9 schrieb am 01.08.2018, 13:29
Mein Beileid, Glück sieht anders aus. Hoffen wir mal, dass es jetzt dabei bleibt :)

Ich hatte das 2016 (spontaner pneumothorax), rechte Seite, erfülle auch so gut wie alle Risikofaktoren. 1,98 lang, schlank, Raucher, damals Mitte 20.

Drainage + OP, habe mich gut behandelt gefühlt, habe die erste Zeit ein Stück weit das Vertrauen in die Lunge verloren und daher nur sehr behutsam geatmet. Mittlerweile gut 1 1/2 Jahre danach habe ich keine Probleme mehr.

Habe den Spontan Pneumothorax auch als sehr unangenehm und nervig empfunden (vor allem das Ziehen der Drainage), denke mir aber jetzt, dass es deutlich Schlimmeres gibt. Wie du schon in deinem Text geschrieben hast -> 1 Woche KH, am besten mit OP und 1-2 Monate Regeneration.
#15 Schw4rz schrieb am 21.08.2018, 08:42
Ich schreibe das v.a. hier auch auf, damit man auch ein paar positive Verläufe findet, auch wenn ich das jetzt natürlich schon drei mal hatte. Ansonsten findet man im Internet viele Horrorgeschichten zu lebenslangen Ängsten und Schmerzen nach OPs. Das ist aber denke ich die Ausnahme.

Wichtig ist, dass man sich nicht verrückt macht. Auch wenn das nach dem ersten schwer fällt. Es gibt wirklich wesentlich Schlimmeres.

Ziehen der Drainage war bei mir immer problemlos. Einmal tief atmen und zack ist das Ding raus ;) Das legen der Drainage war da unangenehmer.

Danach ist es im Vergleich zu vor 10 Jahren btw. auch wesentlich besser geworden. Heute hat man kleine handliche Vakuumpumpen mit Akku (Medela Thopaz), der 12h oder so hält mit dem man den ganzen Tag mobil ist. In 2008 war ich (in München) entweder an der Wand angeschlossen oder hatte eine vergleichsweise riesige und laute Pumpe, die ca. 8kg gewogen hat :D
 

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